Gibt es in der nächsten Saison wieder Erstliga-Basketball in Bremerhaven zu sehen? Sportlich haben sich die Eisbären als Vizemeister der ProA das Aufstiegsrecht erkämpft.

Gibt es in der nächsten Saison wieder Erstliga-Basketball in Bremerhaven zu sehen? Sportlich haben sich die Eisbären als Vizemeister der ProA das Aufstiegsrecht erkämpft.

Foto: Lothar Scheschonka

Heute

BBL-Chef Holz lehnt Liga mit 19 Clubs ab

Einen Unterstützer für ihre Ambitionen, nach einem Jahr in der ProA die Erstliga-Rückkehr anzustreben, haben die Eisbären Bremerhaven in Stefan Holz wohl nicht gefunden. Der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga (BBL) äußerte sich jüngst bei Magentasport sehr verhalten über die Aussicht, dass es in der kommenden Saison 19 Erstligisten geben könnte. „Wir haben eigentlich nicht vorgehabt, mit 19 zu spielen. Das ist eine krumme Zahl. Die BBL ist auf 18 ausgelegt“, sagte der BBL-Chef.

Kreis-Icon-Nordstern

Im Interview mit Moderator Michael Körner ließ Holz mit einigen Formulierungen aufhorchen, die geeignet sind, beim ProA-Meister Niners Chemnitz und beim Vizemeister Bremerhaven die Alarmglocken schrillen zu lassen. „Die Zweite Liga hat uns, bevor sie den Laden zugemacht hat, zwei Aufsteiger geschickt. Das ist vertragsgemäß“, lautete einer dieser Sätze, der wenig Empathie für die beiden Aufsteiger erkennen lässt.

Zwar betonte Holz nicht nur, dass es sich bei Chemnitz und den Eisbären um „alte Bekannte“ handeln würde, sondern wies auch auf das sportliche Aufstiegsrecht der beiden ProA-Topteams hin. Eine Garantie für einen Platz im Oberhaus sei das aber nicht, machte Holz klar: „Diese beiden Clubs durchlaufen jetzt bei uns das Lizenzierungsverfahren. Insofern schauen wir mal, was da rauskommt.“

Ein kleiner Trost

Die Aussagen des BBL-Geschäftsführers müssen im Kontext der Entscheidung, die Saison 2019/2020 mit zehn Mannschaften in Turnierform fortzusetzen, gesehen werden. Die sieben Clubs, die sich den Spielbetrieb aus finanziellen Gründen nicht mehr leisten können und daher in die Sommerpause gehen, wurden mit einem kleinen Bonbon vertröstet. Einen Absteiger wird es nicht geben – als Tabellenletzter hätten eigentlich die Hamburg Towers in die ProA absteigen müssen.

Im Januar war der Antrag eines Clubs, den Abstieg auszusetzen, auf einer BBL-Tagung noch durchgefallen. Doch jetzt ist es so, dass es beim Kreis von aktuell 17 Erstligisten bleibt – noch ohne die Aufsteiger Chemnitz und Bremerhaven, die an die Tür klopfen.

Ungerader Spielplan

Für Nils Ruttmann sind die eher skeptischen Einlassungen des BBL-Chefs noch kein Grund zum Schwarzmalen. „Ich glaube, dass sich unser Auftrag nicht verändert hat. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und uns bestmöglich auf alle Optionen vorbereiten“, sagt der Eisbären-Geschäftsführer, der Lizenzanträge für die BBL und die ProA eingereicht hat. Ein Spielbetrieb mit 19 Mannschaften sei sicher nicht optimal, aber aus Ruttmanns Sicht auch kein Problem: „Die BBL hat ja gezeigt, dass sie auch mit 17 Mannschaften einen ungeraden Spielplan basteln kann, weil Nürnberg keine Lizenz bekommen hat. Das wäre darstellbar.“

Angesichts der wirtschaftlichen Verwerfungen, die die Corona-Pandemie bei den Clubs ausgelöst hat, könne die Ligengröße noch nebensächlich werden: „Im September sind die Sorgen vielleicht ganz andere als die, dass man 19 Clubs hat. Da könnte es dann eher darum gehen, ob alle Clubs noch dabei sind.“

Eine völlig neue Situation

Überhaupt sei das Lizenzierungsverfahren für die BBL noch weit weg, die bisherigen Standards wurden ausgesetzt, neue Richtlinien sollen bis spätestens Ende Juni vorliegen – davon könnten die Eisbären profitieren. Ruttmann geht davon aus, dass sich durch die Corona-Krise „die Sportlandschaft in Deutschland nachhaltig verändern wird“.

Der Versuch der BBL, die Saison 2019/2020 mit einem anderen Modus und kleinerer Teilnehmerzahl zu retten, sei dafür ein gutes Beispiel. „Vor drei Monaten hätte niemand über so etwas auch nur nachgedacht. Es ist überall angekommen, dass wir eine völlig neue Situation haben. Und für diese gibt es kein Patentrezept“, sieht der Eisbären-Geschäftsführer in den BBL-Plänen einen kreativen Lösungsansatz.

Hohe Ansprüche

Bei dem Versuch, vom Saisonende im Handball und Eishockey zu profitieren und sich als zweite Kraft hinter „König Fußball“ zu positionieren, müssten Chancen und Risiken aber genau abgewogen werden, warnt Ruttmann. Das trifft vor allem auf das Hygienekonzept, das die BBL im Gegensatz zur Deutschen Fußball Liga (DFL) erst noch entwickeln muss: „Es muss funktionieren und sicher sein. Das wird kein Selbstläufer, die Genehmigung aus der Politik zu erhalten.“ Auch an den Wettbewerb müssten laut Ruttmann hohe Ansprüche gestellt werden – einige Clubs haben ihre Amerikaner bereits vor Wochen nach Hause geschickt: „Es gibt eine Menge Fragen, die noch geklärt werden müssen.“

Kreis Icon Seepferdchen

Über den Autor

nach Oben
Du schaust dir gerade an.
  • Autor kontaktieren