Überweisungen werden bereits heute zum großen Teil über das Online-Banking abgewickelt.

Überweisungen werden bereits heute zum großen Teil über das Online-Banking abgewickelt.

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Überweisungen werden bereits heute zum großen Teil über das Online-Banking abgewickelt.

Heute

Bank der Zukunft: Filiale wird Kompetenzzentrum

Früher wurden alle Bankgeschäfte in der Filiale getätigt. In Zeiten des digitalen Wandels ist das längst überholt. Sowohl die Volksbank Bremerhaven-Cuxland als auch die Weser-Elbe Sparkasse (Wespa) haben deshalb bereits ihr Filialnetz angepasst. Aber auch weiterhin wird es Filialen geben, sagen beide Geldinstitute und werfen einen Blick auf die Bankgeschäfte der Zukunft.

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Die Bankkunden setzten heute schon auf viele Wege, um ihre Bank oder Sparkasse zu erreichen. „Ein Großteil unserer Kunden wählt bereits den Omnikanal“, sagt Julia Przybilowski, Sprecherin der Volksbank. Und dabei benutze er den für im Augenblick angenehmsten Weg, um seine Bankgeschäfte zu erledigen: per App, per Video-Chat, über Online-Banking, per Telefon oder eben in der Filiale.

Das bestätigt auch Wespa-Vorstandsvorsitzender Peter Klett: „In den weniger komplexen Fällen bevorzugen viele Kunden Kommunikationswege, die einfach, mobil und interaktiv sind. Deswegen wird der Rund-um-die-Uhr-Service über die digitalen Kanäle weiter an Bedeutung gewinnen.“ Schon jetzt sei die Internet-Filiale die größte Wespa-Filiale. Doch die klassische Geschäftsstelle habe auch eine hohe Bedeutung.

Die Filiale wird es weiterhin geben

Das persönliche Beratungsgespräch, der persönliche Kontakt – sind sich Volksbank und Wespa einig – bleibe sehr wichtig. „Die Filiale hat also weiterhin einen großen, wenn auch veränderten Stellenwert aus Sicht unserer Kunden und damit auch für uns“, sagt Przybilowski. Daher werde es auch weiterhin Geschäftsstellen geben, aber es bedürfe eben anderer Geschäftsstellen, die gezielt auf die Kundenwünsche angepasst seien. „Die Fläche wird weiter abgedeckt, allerdings mit einer geringeren Filialdichte“, betont die Volksbank-Sprecherin und verweist auf das neue Geschäftsstellenkonzept mit fünf Regionalmarktzentren, in denen alle Dienstleistungen angeboten werden, sowie darunter den Filialen mit abgestuften Leistungen.

Auch die Wespa will sich an die geänderten Ansprüche von Kunden hinsichtlich Service und Beratung anpassen. Man werde dort sein, wo der Kunde die Wespa brauche, erläutert Klett und führt aus: „Zukünftig wird es also Geschäftsstellen an gut erreichbaren Standorten geben, in denen die fundierte Beratung durch kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und nicht der reine Service im Vordergrund steht.“ Die Geschäftsstelle bleibe das Herzstück im Kontakt mit den Kunden – als „Dreh- und Angelpunkt für komplexe und spezielle Themen, bei denen ein hohes Beratungs-Know-how erforderlich ist“.

Auch in Zukunft benötigen Banken und Sparkassen Mitarbeiter

Das Geldinstitut der Zukunft wird nicht ohne Mitarbeiter auskommen. Im Gegenteil: „Auch in Zukunft werden noch viele Mitarbeiter benötigt“, sagt Przybilowski. Denn die Volksbank investiere an anderen Stellen in die Weiterentwicklung und Zukunft. „In diesen, teilweise neuen Bereichen werden wir weiterhin qualifiziertes und motiviertes Personal brauchen, um unsere Leistungen dort anbieten zu können, wo unsere Kunden sie abrufen möchten.“ Zudem sei der Wunsch nach persönlicher Beratung bei komplexen Beratungsthemen weiterhin groß, sodass sich nur der Kontaktweg – persönliche Beratung, Video- oder Telefonberatung – ändern werde.

Das bestätigt auch Klett: Auf der einen Seite sehe man, dass Wespa-Kunden bereits heute viele Services und Standarddienstleistungen gerne eigenständig medial nutzten. „Auf der anderen Seite werden wir auch in Zukunft hoch qualifizierte und kompetente Beraterinnen und Berater benötigen, die die Kunden bei komplexen Finanzthemen persönlich begleiten.“

Geldautomaten werden auch in Zukunft benötigt, aber wohl nicht mehr in dem Umfang wie heute

Die Corona-Krise habe das bargeldlose Bezahlverfahren vorangetrieben, berichtet Klett: „An unseren Automaten nehmen wir einen kontinuierlichen Rückgang der Bargeldabhebungen wahr. Im Vergleich zum Vorjahr haben im letzten Jahr rund eine Million (20 Prozent) weniger Verfügungen stattgefunden.“ Die Wespa geht davon aus, dass die Bedeutung von Bargeld weiter abnimmt. Man werde sich aber am Kundenverhalten orientieren. „Solange Bargeld benötigt wird, werden wir die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen“, macht Klett aber klar.

Das steht auch für die Volksbank außer Frage. Doch sie bestätigt ebenfalls den Trend, dass immer mehr Menschen Kartenzahlung nutzen und bevorzugen. Und, dass diese Entwicklung 2020 durch die Corona-Pandemie noch verstärkt wurde. „Trotz alledem werden unsere Geldautomaten gut frequentiert, sodass wir ab dem 1. Oktober zusätzlich zu unseren Geschäftsstellen noch sieben SB-Standorte betreiben werden und unsere Kunden weiterhin zwischen Bargeld und elektronischen Zahlungen wählen können“, sagt Przybilowski.

Überweisungen per Papierformular oder mit einem Überweisungsterminal in der Filiale haben keine Zukunft

„Die Überweisungsterminals und die Überweisungsträger sehen wir bei der Wespa aktuell als eine Art Übergangslösung für die Kunden, die heute noch keinen eigenen PC oder ein eigenes Smartphone haben und daher kein Online-Banking nutzen“, sagt Klett. In der nahen Zukunft würden sowohl Überweisungsterminals als auch Überweisungsträger sicherlich eine immer geringere Rolle spielen.

So sieht man es auch bei der Volksbank: „Aktuell nutzen viele unserer Kunden den bequemen und einfachen Weg, Überweisungen im Online-Banking durchzuführen“, berichtet Przybilowski. Somit werde es in Zukunft immer weniger Papierüberweisungen geben. Der Kunde wähle den für ihn bequemsten und sichersten Weg. Überweisungsterminals gebe es derzeit bei der Volksbank nicht und werde es auch zukünftig nicht geben.

Volksbank und Sparkasse werden weiterhin in der Region verwurzelt sein

„Als regionales Finanzinstitut sehen wir es als unsere Pflicht an, nah am Kunden und eng mit der Region verbunden zu sein“, betont Przybilowski für die Volksbank. Dazu gehöre Engagement für soziale, gemeinnützige, mildtätige Projekte sowie die Förderung des Sports, der Kultur und der Bildung vor Ort. „Alles, was wir unternehmen, orientiert sich an den Interessen unserer Kunden. Daraus werden wir auch in Zukunft die Kernaufgaben rund um die Bargeldversorgung, einer persönlichen Beratung und die Ausweitung der Online-Möglichkeiten ableiten.“

Und für die Wespa unterstreicht Klett: „Wir sehen uns auch zukünftig als Teil der Gesellschaft mit einem breiten regionalen Netzwerk.“ Dadurch könne man die Wirtschaft, Kultur und die Interessen der Menschen stärken. „Als wichtiger Wirtschaftsfaktor leisten wir einen Beitrag zu Wachstum, Innovation und sicheren Arbeitsplätzen in unserer Heimat. Zudem sehen wir uns als Lotse für unsere Kunden im Dschungel der komplexen Finanzthemen.“

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