Hochgewachsene Buchen säumen einen Teil des Siebenbergensweg neben der Jahnwiese und dem angrenzenden Sportplatz.

Hochgewachsene Buchen säumen einen Teil des Siebenbergensweg neben der Jahnwiese und dem angrenzenden Sportplatz.

Foto: Arnd Hartmann

Hochgewachsene Buchen säumen einen Teil des Siebenbergensweg neben der Jahnwiese und dem angrenzenden Sportplatz.

Heute

Baumpflege ist kein Pappenstiel

Dass sich das Sportamt um abgeknickte Äste und durstige Solitärbäume kümmern muss, klingt erst einmal ungewöhnlich – vor allem dann, wenn es doch auch ein Gartenbauamt gibt. Doch in der Stadt Bremerhaven ist es seit einigen Jahren so geregelt, dass das Sportressort für die Botanik auf und neben den städtischen Sportanlagen zuständig ist. In Zeiten des Klimawandels wird das zu einer kostspieligen Sache: 45.000 Euro Mehrkosten wurden dafür in den Haushalt 2020/21 eingestellt.

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„Wir hoffen, dass die Politik das genehmigt“, sagt Jens Ennen, Abteilungsleiter im Sportamt. Die Haushaltsberatungen laufen noch. 45.000 Euro „on top“, das ist kein Pappenstiel. Doch für das Sportamt ist dieser zusätzliche Bedarf zwingend erforderlich. „Aus unserem normalen Budget können wir das nicht aufbringen. Das ginge sehr zu Lasten der Sportförderung“, erklärt Ennen. Und einfach zurückgestellt werden könne die Baumpflege ebenfalls nicht. „Hier geht es um die Sicherheit der Sportler, aber auch um die von Passanten.“ Denn: Viele Bäume wachsen dicht an Straßen und Spazierwegen.

Dass Sportanlagen „schön grün“ sind, ist für Ennen eine Grundvoraussetzung. „Man soll sich da ja wohlfühlen.“ Früher wurden die Sportplätze mit Bäumen von der Umgebung abgegrenzt, weil diese für Windschutz sorgten. „Deshalb wurden sie oft zu eng nebeneinander gepflanzt.“ Ein Umstand, der die Pflege jetzt immer schwieriger werden lässt.

Fachmann muss her

Der Klimawandel habe in den vergangenen Jahren für lange Trockenphasen gesorgt, aber auch für starke Stürme aus ungewohnten Richtungen und zu Zeiten, in denen die Bäume noch belaubt sind und damit eine größere Angriffsfläche bieten. Dies alles sorge für Schäden, die das Sportamt aufgrund der „Verkehrssicherheitspflicht“ beseitigen müsse. „Hierfür braucht man Experten“, betont Ennen. Die Sportplatzpflege habe man an die Vereine abgegeben, für die Bäume müsse aber ein Fachmann her, „schon aus Umweltschutzgründen“. So einen Fachmann gibt es im Sportamt in der Person eines Gärtnermeisters, zudem fänden Kontrollfahrten mit dem Gartenbauamt statt. „Vieles können wir daher selber machen“, sagt Ennen. „Aber eben nicht alles.“ Der finanzielle Mehraufwand, um allen Anforderungen einigermaßen nachkommen zu können, sei mit 45.000 Euro gerade gedeckt, heißt es in der Begründung im Rahmen der Haushaltsberatungen.

Außerdem benötigt das Sportamt für die Bewässerung der Sportplätze ebenfalls einen „Extra-Posten“ im neuen Haushalt: 54.000 Euro sind dafür veranschlagt worden – ebenfalls Geld, das im Sportetat nicht übrig ist.

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