Die Freude ist groß: Marco Blome (rechts) und Mohamed Zaher vom Weser-Boxring-Vorstand freuen sich darauf, wieder öffnen zu dürfen.

Die Freude ist groß: Marco Blome (rechts) und Mohamed Zaher vom Weser-Boxring-Vorstand freuen sich darauf, wieder öffnen zu dürfen.

Foto: Lothar Scheschonka

Heute

Boxer kehren aus zehnwöchiger Corona-Zwangspause zurück

Nach zehn Wochen erzwungenen Stillstands können es Marco Blome und Mohammed Zaher kaum erwarten, dass es wieder losgeht. Die beiden Macher des Weser-Boxrings Bremerhaven (WBR) können am Donnerstag wieder Mitglieder zum Training begrüßen, die sich seit dem 13. März wegen der Corona-Auflagen allein fit halten mussten. „Wir sind motiviert und euphorisch“, sieht der WBR-Vorsitzende Blome der Rückkehr in den Trainingsbetrieb in bester Stimmung entgegen.

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Allerdings gelten auch im Boxsportcenter in Bürgerpark-Süd die vom Bremer Senat beschlossenen Auflagen für Hallensportarten. So müssen Blome und Zaher dafür sorgen, dass die Aktiven umgezogen zum Training erscheinen und ohne Umweg über die Duschen wieder den Heimweg antreten.

Acht Boxer

Über die Trainingsteilnahme sind Listen zu führen, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können. Trainingsgeräte müssen regelmäßig desinfiziert werden, Fenster und Türen sind wegen der Frischluftzufuhr offen zu halten. Und um die Abstandsregel von 1,5 Metern einhalten zu können, dürfen in der großen Halle des WBR höchstens acht Boxer zur selben Zeit trainieren – vorher haben sich dort bis zu 50 Sportler getummelt.

„Wettkampfsimulationen sind überhaupt nicht erlaubt, um Kontakt zu vermeiden. Auch der Klönschnack nach dem Training fällt aus“, sagt Blome. Cheftrainer Zaher ist dennoch zuversichtlich: „Ich erwarte einen Ansturm. Es gibt viele Leute, die wieder Sport machen wollen.“

Höhepunkt des Jahres

Die zehnwöchige Trainings- und Wettkampfpause ist für den WBR eine große Herausforderung gewesen. Vor allem die Absage des traditionellen Kampftages am Karfreitag, der erstmals seit den 1960er Jahren ausfallen musste, sei finanziell ein Schlag gewesen, sagt Blome: „Gerade die Karfreitagsveranstaltung ist für uns der Höhepunkt des Jahres, da ist die Kolbhalle immer voll.

Das hat sich von den Einnahmen her immer gelohnt.“ Der WBR-Vorsitzende geht aber davon aus, dass noch in diesem Jahr wieder vor Publikum geboxt werden kann – die nächste Veranstaltung ist für Sonnabend, 6. Juni, angesetzt. „Dieser Termin ist sicherlich noch zu früh, aber wir denken auch über Alternativen nach, zum Beispiel Freiluft-Boxen. Das hatten wir schon mal vor der Sail auf dem Zettel“, berichtet Blome.

Trainingslager im Ausland

Erfreulich sei, dass die Mitglieder dem Verein die Treue gehalten hätten. „Es gab Kündigungen im zweistelligen Bereich, aber damit muss man in so einer Situation wohl leben“, sagt Blome, der gemeinsam mit Zaher einen Plan geschmiedet hat, wie die Einbußen aufgefangen werden können. „Auch wenn das für uns eine Menge zusätzlicher Arbeit bedeutet, werden wir in den Sommerferien durchgehend geöffnet haben“, blickt der Cheftrainer nach vorne.

Zaher freut sich, dass neben den zahlreichen Breitensportlern auch die 16-köpfige Elite-Gruppe wieder in den Ring steigen darf: „Wir haben noch ein bisschen was vor in diesem Jahr.“ So will der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) im September die deutschen Meisterschaften in Villingen-Schwenningen ausrichten, für die sich sieben WBR-Kämpfer qualifiziert haben. Um mit seinen Schützlingen optimal vorbereitet zum Schlagabtausch mit der nationalen Konkurrenz fahren zu können, denkt Zaher über ein Trainingslager im Ausland nach.

Auch das Äußere der Boxsporthalle soll sich verändern. In den kommenden Wochen wird die Werbung entfernt.

Auch das Äußere der Boxsporthalle soll sich verändern. In den kommenden Wochen wird die Werbung entfernt.

Foto: Lothar Scheschonka

Dank der Unterstützung der Gewoba, des Sportamts und von Seestadt-Immobilien wird das Boxsportcenter in den nächsten Wochen ein moderneres Gesicht erhalten. So wird die Glasfront an der Georg-Herwegh-Straße von den Werbefolien befreit, um den Blick auf das Geschehen im Inneren der Halle zu ermöglichen. „Man soll auch sehen, dass es eine Boxhalle ist“, erklärt Zaher, von dem diese Idee stammt. Zudem wird es einen neuen Namen geben – aus dem Boxsportcenter wird das BoxGym.

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