Maja Trage-Twelkmeyer will sich für die Interessen der Kinder einsetzen.

Kaputtes auf dem Spielplatz oder Probleme in der Familie: Maja Trage-Twelkmeyer will sich für die Interessen der Kinder einsetzen.

Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Kaputtes auf dem Spielplatz oder Probleme in der Familie: Maja Trage-Twelkmeyer will sich für die Interessen der Kinder einsetzen.

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Bremerhaven hat eine neue Kinderbeauftragte

Die Wippe ist schon seit Wochen kaputt. Nirgends kann man beim Skaten Fahrt aufnehmen, und ist es eigentlich erlaubt, dass Muttis neuer Lebenspartner sich überall einmischt? Fragen, die Kindern und Jugendlichen zentnerschwer auf den schmalen Schultern liegen können. Maja Trage-Twelkmeyer will ihnen die Last abnehmen. Als Kinderbeauftragte der Stadt.

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Das Dienstzimmer von Maja Trage-Twelkmeyer sieht so ganz und gar nicht aus, wie man sich ein Dienstzimmer im Allgemeinen vorstellen könnte. Die Wände sind bunt. Die Bilder, die daran hängen, ebenfalls. In der kleinen Sitzecke nimmt man gerne Platz. Und auch der Mindestabstand zwischen den Stühlen und dem Schreibtisch der Kinderbeauftragten bedeutet noch lange nicht, dass deswegen ein Abstand zwischen dem, was auf den Kinderseelen brennt und der Aufmerksamkeit der 47-Jährigen besteht.

Ein Sprachrohr sein

„Ich will das Sprachrohr für Kinder und Jugendliche sein“, bringt diese ihre Mission auf den Punkt. Die Sorgen und Nöte ihrer jungen Klientel hinausposaunen? „So, ungefähr“, sagt Maja Trage-Twelkmeyer und lacht. Überhaupt: Die gelernte Sozialarbeiterin strahlt, wenn sie davon berichtet, wie und wo sie sich künftig für die jüngsten Bremerhavener einsetzen wird. „Ich werde die Anliegen, mit denen die Kinder und Jugendlichen zu mir kommen, weitergeben in sämtliche Gremien und Ausschüsse, die damit im Zusammenhang stehen und dafür sorgen, dass sie gehört werden“, kündigt sie an.

Bremerhaven hat eine neue Kinderbeauftragte

Foto: Andrea Lammers

Damit auch möglichst viele ihrer jungen „Mandanten“ zu ihr finden, ist das Büro der Kinderbeauftragten nun im Dienstleistungszentrum (DLZ) Grünhöfe angesiedelt. Über viele Jahre fanden Kinder und Jugendliche in der Seestadt „ihre“ Kinderbeauftragte, Karin Pomplun, im Columbus-Center. „Ich bin hier im DLZ sehr gut zu finden“, ist Maja Trage-Twelkmeyer überzeugt. „Die Busverbindung ist gut, und im Umfeld befinden sich viele Träger und Anlaufstellen, die ohnehin häufig von Familien aufgesucht werden.“

Wenn den jungen Menschen etwas unter den Nägeln brennt, möchte ich ihnen auch als Lotsin dienen.
Maja Trage-Twelkmeyer

Die gute Infrastruktur sei auch eine gute Voraussetzung, um für die jungen Menschen zu netzwerken. „Wenn den jungen Menschen etwas unter den Nägeln brennt, möchte ich ihnen auch als Lotsin dienen“, sagt die Kinderbeauftragte. „Ich versuche auch, ihnen kompetente Ansprechpartner für die jeweiligen Sachlagen zu vermitteln.“

Dreh- und Angelpunkt all ihres Tuns: „Die in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Kinderrechte.“ Deswegen endet das Unterstützungsangebot von Maja Trage-Twelkmeyer auch längst nicht bei den Fragen, in denen Kinder Experten in eigener Sache sind, wie sie es nennt. In Fällen also, wo sie bestimmte öffentliche Rahmenbedingungen kritisieren – zum Beispiel fehlende oder verrottete Spielplätze, ein mangelhaftes Freizeitangebot oder Vermüllung.

In den Gesprächen geht es auch um private Fragen

Maja Trage-Twelkmeyer berät die Kinder auch bei deren ganz privaten Fragen: „Wenn ein Kind wissen möchte, ob es eigentlich okay ist, wenn die Mama in seinem Handy stöbert“, erläutert sie. „Oder wenn der neue Lebenspartner der Mutter völlig neue Regeln für das Familienleben aufstellt.“ Vollkommen vertraulich, versteht sich. „In allen Fällen setze ich mich für die jungen Menschen ein. Aber natürlich kann auch ich nicht zaubern, um alle Wünsche zu erfüllen.“ Aber es versuchen, das will Maja Trage-Twelkmeyer, sagt sie und lächelt augenzwinkernd.

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