Am Totensonntag gedenken viele Menschen ihrer Verstorbenen in der ruhigen Atmosphäre eines Friedhofes und neuerdings auch immer häufiger in der eines Friedwaldes.

Am Totensonntag gedenken viele Menschen ihrer Verstorbenen in der ruhigen Atmosphäre eines Friedhofes und neuerdings auch immer häufiger in der eines Friedwaldes.

Foto: obs/FriedWald GmbH/FriedWald/Thomas Gasparini

Am Totensonntag gedenken viele Menschen ihrer Verstorbenen in der ruhigen Atmosphäre eines Friedhofes und neuerdings auch immer häufiger in der eines Friedwaldes.

Heute

Dem Tod ins Auge sehen

Für manche eine regelmäßige Gepflogenheit, für andere eher die Ausnahme: der Besuch des Friedhofes. Am Totensonntag werden die Ruhestätten stärker zum Ziel von Spaziergängern. Eine gute Gelegenheit, sich auch über die eigene Endlichkeit Gedanken zu machen. Dazu gehören auch ganz weltliche Dinge wie die Bestattungskosten.

Kreis-Icon-Nordstern

„Die Kosten für die eigene Beerdigung wollen viele nicht ihren Erben hinterlassen“, weiß Roland Stecher, Spezialist für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Bremen. „Eine einfache Bestattung kostet schnell 3000 bis 5000 Euro.“ Was also tun, wenn man den Fall der Fälle vorbereiten will? „Natürlich ist auch der Tod ein Geschäft, bei dem man zwischen Angeboten auswählen kann“, sagt Stecher. Sein Tipp: „Zuerst sollte man sich einen Eindruck von den anfallenden Ausgaben verschaffen: Das sind die Kosten für den Bestattungsunternehmer, für die Erledigung von Formalitäten, das Waschen, Einkleiden und Überführen des Leichnams und für den Sarg.“

Und nicht zu vergessen: die Abgaben für die Kommune, wie Grabnutzungs- und Bestattungsgebühren. Hinzu kommen die Todesanzeige, Totenbriefe, Blumen beziehungsweise Kränze und die Bewirtung nach der Beisetzung. „Später fallen dann Kosten für Grabpflege und eventuell für einen Grabstein an.“ Stecher rät, Unternehmen vor Ort zu vergleichen. Es könne daraufhin sinnvoll sein, einen bestimmten Betrag Monat für Monat anzusparen und auf ein Geldmarkt-, Festgeld- oder einen Banksparplan einzuzahlen. „So sorgt man mit kleinen Raten über einen längeren Zeitraum vor und legt das Geld gezielt beiseite. Allerdings liegen die Zinsen für solche Anlagen momentan oft unter der Inflationsrate“, sagt der Experte.

Blick auf die Kündigungsmöglichkeiten

Wichtig ist es außerdem, vor Abschluss eines solchen Anlagevertrags einen Blick auf die Kündigungsmöglichkeiten zu werfen, wenn das Geld kurzfristig benötigt wird. „Man sollte prüfen, ob bei langer Laufzeit des Vertrags ein Zugriff mit eventuellen Zinsabschlägen jederzeit möglich ist“, gibt Stecher zu bedenken. Und: „Wenn man einen solchen Sparplan für seine Beerdigung einrichten will, sollte man das schriftlich und im Todesfall gut erreichbar festhalten.“

Ebenfalls aus Sicht Stechers eine gute Vorsorgemöglichkeit: Bei einem Bestattungsunternehmen einen Bestattungsvorsorgevertrag abschließen, in dem man auch gleich die Form der Bestattung und andere Einzelheiten festhalten kann. „Es wird eine Summe für diese Leistungen festgelegt. Wenn man das Geld schon zur Verfügung hat, kann man es sofort einzahlen“, sagt der Finanz-Spezialist und warnt: „Das Geld keinesfalls auf das Konto des Bestatters einzahlen, auch wenn er sagt, es werde sicher angelegt. Man sollte nur auf ein Treuhandkonto einzahlen – zum Beispiel bei der ‚Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG‘, damit bei einem etwaigen Konkurs des Bestatters das Geld nicht verloren geht.“ Man könne auch ein Sparbuch mit Sperrvermerk einrichten, das auf den eigenen Namen für Rechnung eines Dritten – also des Bestattungshauses – laufe.

Je älter, desto teurer

Eine weitere Möglichkeit der Vorsorge bieten auch Sterbegeldversicherungen als eine Form der Kapital-Lebensversicherung mit einer Summe zwischen 4000 und 10000 Euro. „Fast alle Lebensversicherer haben solche Policen im Angebot. Die Prämien sind zwar, auf den Monat gesehen, recht gering, die Auszahlungen sind aber auch nicht gerade hoch“, sagt Stecher.

„Im Rentenalter oder kurz davor sollte man keine Sterbegeldversicherung abschließen“, rät er. Denn die Höhe des Versicherungsbeitrags richte sich auch nach der Wahrscheinlichkeit des Ablebens. „Je älter jemand ist, desto höher ist dieses Sterblichkeitsrisiko – und damit der Beitrag. Gerade bei Älteren sind schnell mehr Beiträge geflossen als die Hinterbliebenen im Todesfall erhalten“, gibt er zu bedenken.

nach Oben