Ein Gemälde

Die großformatige „Kirschernte“ (vor 1905) von Dora Hitz ist eine ländliche Szenen, die die Künstlerin wie die Impressionisten in Farbflecken auflöst.

Foto: Nationalgalerie

Die großformatige „Kirschernte“ (vor 1905) von Dora Hitz ist eine ländliche Szenen, die die Künstlerin wie die Impressionisten in Farbflecken auflöst.

Heute

Der lange Weg zur Anerkennung

Frauen schaffen es nur nackt ins Museum. Das behaupten die Guerilla Girls. Sie zählten 2011 in einem der angesagtesten Häuser der Welt nach, dem Metropolitan Museum in New York. Und kamen zu dem Schluss: Bei 85 Prozent der dort ausgestellten Aktbilder haben Frauen Modell gestanden, aber nur 5 Prozent der dort vertretenen Künstler waren weiblich. Mit der Schau „Kampf um Sichtbarkeit“ in der Nationalgalerie dürften die Aktivistinnen zufrieden sein: 43 Künstlerinnen, fast alle vergessen, haben es mit ihren Werken endlich vom Depot in die heiligen Ausstellungshallen geschafft.

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Kunst war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Männersache. Die Zahlen, die die Kuratoren Yvette Deseyve, Spezialistin für Bildhauerinnen, und Ralph Gleis für die Berliner Nationalgalerie vorlegen, sind noch beschämender als die aus New York. 4000 Werke der Sammlung stammen von Männern, nur 80 von Frauen, das sind gerade mal 2 Prozent. Deswegen ist die aktuelle Ausstellung längst überfällig. Einerseits. Andererseits ist es traurig, dass wir im Jahr 2020 nicht weiter sind. Noch immer erscheint es notwendig, Malerinnen und Bildhauerinnen aus unterschiedlichen Zeiten nur deshalb in einer Schau zu versammeln, weil sie dasselbe Geschlecht haben. Sie gehören nicht selbstverständlich in den kunsthistorischen Kanon, vor allem weil der „Kampf um Sichtbarkeit“ lange gegen die Museen geführt werden musste. Die Herren Direktoren kauften lieber Werke von Männern als von Frauen an. Wenn sie dann einmal eine Arbeit von Friederike O’Connell oder Paula Monjé erwarben, verschwand die im Depot und wurde gar nicht erst im Museum gezeigt. Selbst als Paula Monjé sich in einem Brief an den Direktor 1911 bitterlich darüber beklagte, dass ihr „Schützenfest im 16. Jahrhundert“ nicht ausgestellt wurde – das war eigentlich die Bedingung für ihre Schenkung gewesen – änderte sich nichts.

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