Im Garten des Jugendhauses „Ourhouse“ in Bad Bederkesa soll auch ein Quadratmeter zur Blumeninsel werden. Dafür haben (von links) Leon Kernchen, Dominik Götz und Manfred Ahlers bereits gesorgt.

Im Garten des Jugendhauses „Ourhouse“ in Bad Bederkesa soll auch ein Quadratmeter zur Blumeninsel werden. Dafür haben (von links) Leon Kernchen, Dominik Götz und Manfred Ahlers bereits gesorgt.

Foto: Schröder

Im Garten des Jugendhauses „Ourhouse“ in Bad Bederkesa soll auch ein Quadratmeter zur Blumeninsel werden. Dafür haben (von links) Leon Kernchen, Dominik Götz und Manfred Ahlers bereits gesorgt.

Heute

Ein Quadratmeter für Artenvielfalt in Bad Bederkesa

Mit Feinwaage, Teelöffel, Papiertüten, Klebeband und jeder Menge Pulver sitzen Leon Kernchen und Dominik Götz im „Ourhouse“ neben der St. Jakobi-Kirche in Bad Bederkesa. Die beiden jungen Männer starten hier aber nicht gerade ihre kriminelle Karriere, sondern arbeiten akribisch für die Artenvielfalt: Ihre abgepackten Samentütchen sollen die Gärten vieler Konfirmanden erblühen lassen.

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Unter dem Motto „(M)Ein Quadratmeter für die Artenvielfalt“ können die Jugendlichen in ihrem Garten ein Stückchen Erde in ein Blütenmeer verwandeln. Diakon Manfred Ahlers hatte die Idee. Ein Radiointerview mit dem in Stade geborenen Naturfilmer und Moderator der ZDF-Reihe „Terra X“, Dirk Steffens, hat ihn sehr beeindruckt.

In diesem Gespräch berichtete Steffens, dass wir momentan das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier erleben. Dabei sei das Insektensterben eins der größten Probleme. „Und dann erzählte Steffens, dass es in Deutschland 17 Millionen private Gärten gebe. Wenn alle Eigentümer nur einen Quadratmeter insektenfreundlicher gestalten, wäre damit schon eine große Veränderung erreicht.“

Tütchen für 400 Gärten

Demnächst könnten im Cuxland in fast 400 Gärten Malve, Mohn, Mandelröschen und noch viel mehr erblühen. So viele Samentütchen füllen Leon Kernchen und Dominik Götz ab. „Wir sind mittlerweile im Flow“, sagt Leon, der genauso wie sein Gegenüber gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Evangelischen Jugend macht. Während er die Blumensamen mit einem Teelöffel abmisst und verpackt, kümmert sich Dominik um das Sojaschrot. „Genau zehn Gramm davon wiege ich ab und tüte es ein. Das Sojaschrot dient als Aussaathilfe. Weil er relativ hell ist, kann man dadurch auch gut erkennen, wo die Samenkörner gelandet sind.“

Mit den Samentütchen bekommen die Konfirmanden auch eine genaue Anleitung, wie sie das Insektenparadies anlegen. „Wenn sie Fotos vom fertigen Beet machen, können sie damit auch an einer Initiative der Stiftung von Dirk Steffens teilnehmen“, sagt Ahlers.

Dann geht es hinters Haus. Die Sonne scheint auf ein akkurat abgestecktes, quadratisches Stückchen schwarze Erde inmitten der Rasenfläche. Während die beiden FSJler den Boden noch mal von Steinen und abgestorbenem Moos befreien, schaut vom Nachbargrundstück ein Storch in seinem Nest zu. Gleich kommen die Blumensamen auf die Erde. Auf dass es im Juni dort nicht nur blüht, sondern auch summt und brummt.

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