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Eisbären

Die Eisbärenbabys im Zoo am Meer Bremerhaven wachsen rapide: Mittlerweile wiegen die Jungtiere vier Kilogramm.

Foto: Zoo am Meer

Heute Eisbären im Zoo

Bremerhavens Eisbärchen: Ganz schön groß geworden

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Schwarze Knopfaugen, weißes flauschiges Fell, einen dicken Bauch: Mittlerweile können sich die Zwillinge nicht mehr im Fell von Mutter Valeska verstecken. Aus den 600 Gramm leichten Jungtieren in Meerschweinchenformat sind Vier-Kilo-Bären mit einer Länge von Mamas Vorderpfote geworden. Die ersten wackeligen Gehversuche liegen hinter ihnen. Noch halten sich Mutter und Bärenkinder in der Wurfhöhle auf. Mindestens zwei Monate kann es noch dauern, bis die drei im Eisbärengehege zu sehen sein werden. Erst muss der Nachwuchs Treppen steigen lernen.

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Was in der Wurfhöhle passiert

„Es ist alles super“, fasst Zoodirektorin Heike Kück zusammen. Sie verfolgt den neuen Eisbärennachwuchs täglich über ihren Monitor im Büro auf dem Mobiltelefon. Der Größenunterschied zwischen den beiden Tieren ist geblieben. „Wahrscheinlich ist das größere Tier ein Männchen“, vermutet Kück. Mehr als vermuten kann sie es nicht. Noch bis Anfang März wird sich der erste persönliche Kontakt zum Eisbärennachwuchs hinziehen. Wie gebannt versuchen die Zoomitarbeiter deshalb, über die beiden in der Wurfhöhle installierten Kameras herauszufinden, welches Geschlecht die beiden Tiere haben. „Ich dachte vor kurzem, ich hätte das größere Tier als Männchen identifiziert“, sagt Kück, „aber dann war es doch nur ein Stück der Streu.“

Es bleibt also spannend: Erst wenn Mutter Valeska die Wurfhöhle verlässt, kann sie von ihrem Nachwuchs getrennt werden. Wann das sein wird, entscheidet die Bärin selbst. Kück: „Wenn sie nach Monaten wieder Hunger spürt, wird sie gegen den Schieber zur Wurfhöhle bollern.“ Dahinter liegt der Backstage-Bereich: Hier warten ein Schwimmbad, leckere Weidenzweige und frisches Obst. Seit dem Betreten der Wurfhöhle hat Valeska dann mehr als 100 Kilogramm Gewicht verloren. Sie muss sich erst einmal wieder ans Essen gewöhnen.

Anfang März gibt es den ersten Kontakt

Bei einem von Valeskas ersten Ausflügen wird sich hinter ihr der Schieber schließen. Erst dann können sich die Zoomitarbeiter und der Tierarzt das erste Mal dem Nachwuchs nähern. Nach der ersten Untersuchung wird endlich feststehen, welches Geschlecht die Zwillinge haben – und der Namenswettbewerb kann beginnen. Auf die Bären warten ebenfalls das erste Wiegen, Impfungen und eine Wurmbehandlung.

Die Entwicklung der beiden neuen Bären ist dem Alter angemessen – alles wie bei den beiden älteren Schwestern Lale (6 Jahre) und Lili (4 Jahre): „Ich habe extra noch einmal die alten Bilder herausgeholt und verglichen“, sagt Heike Kück. „Quicklebendig“, fasst sie zusammen. Inzwischen machen die Zwillinge die ersten Gehversuche. Noch etwas wackelig und mit dem einen oder anderen Stolperer. Noch etwa eine Woche, schätzt Kück, dann werden beide mobiler und fangen an, ihre Umgebung zu erkunden. Dann wird sich zeigen, ob sie kleine Draufgänger sind wie Schwester Lale oder es eher etwas ruhiger angehen lassen wie Lili.

Eisbären

Der Eisbärennachwuchs mit Mama Valeska.

Foto: Zoo am Meer

Die Zwillinge kuscheln miteinander

Einen Unterschied zu den beiden Schwestern gibt es jetzt schon: Mittlerweile ist es in der Wurfhöhle ruhig, wenn Mutter Valeska ihre Kinder allein lässt, um etwas zu trinken. Die Zwillinge kuscheln sich aneinander und schlummern einfach ein. „Bei den beiden Einzelkindern war dann immer Terz“, berichtet Kück. Damit meint sie das ohrenbetäubende Quieken, mit dem die Tiere nach der Mutter rufen. Bis alle drei Tiere im Eisbärengehege zu sehen sein werden, kann es noch etwa zwei Monate dauern. Erst muss der flauschige Nachwuchs Treppensteigen lernen. Bis dahin können Eisbärenfans die Zwillinge in der Zooschule über die Live-Kameras beobachten.

Bis etwa Mitte 2021 werden die beiden Jungtiere im Zoo bleiben, dann werden sie von Mutter Valeska vertrieben. „Das ist auch in der freien Wildbahn so“, bestätigt Heike Kück. Dann werden die Zwillinge in einen anderen Zoo umziehen. Der Zoo am Meer hat nur Platz für ein Paar Eisbären – das sind Mutter Valeska und Vater Lloyd, der momentan die Stellung auf der Eisbärenanlage hält. Wohin der Nachwuchs kommt, entscheidet der Zoo am Meer mit dem Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Eisbären. Die großen Schwestern Lale und Lili leben gemeinsam im niederländischen Zoo Emmen.

Die häufigsten Fragen zu den Eisbärchen

Wie geht es den Bremerhavener Eisbären-Zwillingen? Mittlerweile sind die beiden kleinen Eisbären 54 Tage alt, können hören, riechen und die ersten Milchzähne kommen durch. Deutlich sichtbar ist auch ihre zunehmende Mobilität. Noch stehen sie ziemlich wackelig auf den Beinen. Bis sie sicher laufen können, werden noch ein paar Tage vergehen. Immer häufiger sitzt Valeska beim Säugen. Die beiden Jungtiere sitzen währenddessen vor ihr an der Brust.

Haben die Tierpfleger Kontakt zu Valeska und dem Jungtier? Nein, seit Mitte November 2019 hat kein Tierpfleger mehr den Stall betreten. Die Überwachung erfolgt nur über Kameras, auch für jedermann in der Zooschule zu beobachten. Etwa Anfang März werden die Jungtiere mit der Mutter die Höhle verlassen, sie aber in der ersten Zeit danach immer noch als Rückzugsort nutzen. Erst wenn die Höhle im April endgültig verlassen wird, kann sie gereinigt werden. Valeska frisst seit November nichts mehr und bedient sich nur einmal täglich an einer Tränke.

Wann können die Besucher das Jungtier sehen? Mutter und Jungtiere bleiben noch bis Ende März in der Wurfhöhle. Zurzeit beginnen die Jungtiere zu laufen und irgendwann folgen sie Valeska in den Backstage-Bereich, so dass wir sie sehen können. Im März müssen die Jungtiere hinter den Kulissen Wasser kennenlernen und sicher eine Treppe steigen können, bevor sie sich auf der Außenanlage unbeschwert bewegen können. Das wird, wenn die Entwicklung weiterhin so gut verläuft, Anfang April sein.

Bleiben die Jungtiere in Bremerhaven? Nein. Der Zoo am Meer hat nur Platz für ein Paar Eisbären und das sind Valeska und Lloyd. Etwa Mitte 2021 werden die Jungtiere von der Mutter Valeska vertrieben. Dann müssen sie getrennt werden und wechseln in einen anderen Zoo. In der Wildbahn werden die Jungtiere etwa eineinhalb bis zwei Jahre von der Mutter geführt und danach massiv vertrieben.

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Nicole Böning
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Nicole Böning

Online-Redakteurin

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