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Mit ihrer „Zukunftsplattform“ will die Stadt Geestland künftig 2000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Mit ihrer „Zukunftsplattform“ will die Stadt Geestland künftig 2000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Foto: Uwe Anspach/dpa

Heute

Gemeinsam Emissionen senken: Die Stadt Geestland wird aktiv

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2000 Tonnen. Schon die nackte Zahl klingt ambitioniert. So viel C02 will das Netzwerk „Zukunftsplattform“ pro Jahr einsparen. Die Stadt Geestland möchte mit dem Projekt Unternehmen dazu animieren, Ideen auszutauschen, wie sie ihre CO2-Emissionen senken können. Denn die Zeit drängt. Das wurde einmal mehr deutlich bei der Auftaktveranstaltung in Bad Bederkesa: Dr. Klaus Grosfeld, Klimaforscher am Alfred-Wegener-Institut, sprach vor gut 30 Gästen über die Folgen des Klimawandels. Und mahnte: „Wir müssen handeln und zwar jetzt.“

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Die Krawatte, für die sich Andreas Bruske an diesem Abend entschieden hat, erinnert ein bisschen an einen Regenbogen. Dass er den schrillen Schlips ganz bewusst gewählt hat, erklärt der Inhaber der Solarenergie-Firma ad fontes gleich zu Anfang seiner Begrüßung: „Jeder dieser blauen, weißen und rötlichen Streifen steht für die Durchschnittstemperatur eines Jahres – von 1850 bis heute.“

Die Klimastreifen („warming stripes“) auf dem Stoff sollen fassbar machen, was für viele Menschen noch immer abstrakt ist. Die Temperatur auf der Erde steigt. Und: Der Klimawandel ist keine Erfindung, sondern ganz real.

Mehr als Symbolwirkung

Während Bruskes Krawatte reine Symbolwirkung hat, will das neue Netzwerk „Zukunftsplattform“ konkret etwas verändern, betont Geestlands Bürgermeister Thorsten Krüger: „Unsere Unternehmen verfolgen bereits einige gute Ansätze in Sachen Klimaschutz. Dieses Wissen wollen wir verbreiten und Best-Practice-Beispiele austauschen, damit jeder für sich guckt: Was kann ich in meinem Betrieb tun, um Emissionen zu senken?“

Wir erleben immer mehr Klimaextreme.
Dr. Klaus Grosfeld, Klimaforscher am Alfred-Wegener-Institut

2000 Tonnen weniger CO2 pro Jahr, das Ziel steht. Um das zu erreichen, setzt Krüger auf die Innovationskraft der regionalen Wirtschaft. „Über den Klimawandel brauchen wir nicht diskutieren, den haben wir“, macht der Bürgermeister deutlich, gibt aber zu bedenken: „Deutschland kann den Klimawandel nicht alleine gestalten, aber wir können Vorbild sein.“ Beim Thema Klimaschutz, betont Krüger, wünsche er sich vor allem mehr Beteiligung der ländlichen Kommunen, denn: „Dort leben zwei Drittel der Menschen.“

Eine Webseite zum Informationsaustausch

Für das Projekt „Zukunftsplattform“ hat die Stadt Geestland eine Webseite in Auftrag gegeben, auf der die Unternehmen ihre Ansätze zur Senkung der CO2-Emissionen miteinander teilen können. „In einigen Wochen wird sie an den Start gehen“, kündigt Britta Murawski an, die sich bei der Stadt um Nachhaltigkeitsmanagement kümmert.

Dr. Klaus Grosfeld, Klimaforscher am Alfred-Wegener-Institut (Mitte), mahnt in seinem Vortrag über den Klimawandel dringenden Handlungsbedarf an. Bürgermeister Thorsten Krüger (SPD, links) und Andreas Bruske, Geschäftsführer von ad fontes, wollen nun die „Zukunftsplattform“ vorantreiben.

Dr. Klaus Grosfeld, Klimaforscher am Alfred-Wegener-Institut (Mitte), mahnt in seinem Vortrag über den Klimawandel dringenden Handlungsbedarf an. Bürgermeister Thorsten Krüger (SPD, links) und Andreas Bruske, Geschäftsführer von ad fontes, wollen nun die „Zukunftsplattform“ vorantreiben.

Foto: Hinkelmann

Im vergangenen Jahr hatte Geestland das Projekt beim Ideenwettbewerb „Land schreibt Zukunft“ vorgestellt. Aus insgesamt 200 Bewerbern wählte der Rat für Nachhaltige Entwicklung 16 Gewinnerprojekte aus. Darunter auch Geestlands „Zukunftsplattform“. „Damit bekommen wir eine Förderung über 50000 Euro“, freut sich Murawski.

Experte warnt: „Klimasystem aus den Fugen geraten“

Um den Unternehmern die Brisanz des Themas zu verdeutlichen, hatte die Stadt einen Experten eingeladen: Dr. Klaus Grosfeld vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven.

Was der Klimaforscher über die Folgen des Klimawandels erzählt, klingt düster: „Wir erleben immer mehr Extreme: Waldbrände, Dürre, niedrige Wasserstände, Überschwemmungen.“ Das Klimasystem, sagt der Experte, ist aus den Fugen geraten. Das liege auch an der Bevölkerungsexplosion. Es werde immer mehr Energie für immer mehr Menschen benötigt: „1927 lebten zwei Milliarden Menschen auf der Welt. In weniger als 100 Jahren hat sich diese Zahl vervierfacht.“

Leugnen des Klimawandels ist törricht

All denen, die den menschengemachten Klimawandel leugnen, entgegnet Grosfeld: „Es gibt Beweise. Wir sehen den Klimawandel bei Eisbohrungen in der Antarktis oder auch bei der Untersuchung von Tiefseekorallen.

“ Irgendwann zwischen 2030 und 2070 könnte die Arktis im Sommer eisfrei sein. „Für viele scheint die Arktis weit weg. Doch Tatsache ist, dass wir näher am Polarkreis liegen als an Barcelona.“

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