Sigrid und Dan Alexander haben im November 2019 Sarasota, Florida, besucht.

Sigrid und Dan Alexander haben im November 2019 Sarasota, Florida, besucht.

Foto: Alexander privat

Sigrid und Dan Alexander haben im November 2019 Sarasota, Florida, besucht.

Heute Grußbrücke

Hagelsturm, Hurrikane, Corona und ein neuer Präsident

Auf eine liebgewonnene Tradition möchten wir auch in diesem Pandemie-Jahr nicht verzichten: die Grußbrücke. Alle Jahre wieder erscheint zum Fest der Liebe eine Sonderbeilage mit ihren Berichten in der NORDSEE-ZEITUNG – und auch auf NORDERLESEN könnt ihr sie entdecken. Dan und Sigrid Alexander aus Colorado und Marion Morgan aus Florida erzählen von ihrem Jahr in den USA.

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Kapitel in diesem Artikel

2020 unter dem Motto„Do it yourself“

Man kann das Jahr vergleichen mit einem hypothetischen „2020 – The Movie“, ein Film, den man freiwillig nicht verlassen kann. Wir hoffen auf ein positives und gesundes 2021! Corona, Unruhen mit Brandstiftung, Plünderungen, Toten und Verletzten in mehreren Städten; Präsidentschaftswahlen; Naturkatastrophen von Hurrikans zu Waldbränden, unter anderem in Kalifornien und auch wieder bei uns in Colorado, haben dieses Land auf die Probe gestellt.

Für Dan und mich bedeutete es, geplante Urlaube von Familie und Freunden aus Bremerhaven erst einmal zu verschieben. Der für April dieses Jahres geplante Besuch bei unserer Enkelin an der Uni in Tallahassee, Florida, wird nun – hoffentlich – unsere Teilnahme an ihrer Graduation im April 2021 sein. Auch das Datum ist von der Uni bereits einmal verschoben worden; für 2021 fällt dort der „Spring Break“ aus. Und auch der Besuch unseres Enkels – der erste Flug allein zu Oma und Opa in Colorado – wird bis auf weiteres verschoben.

Projekte in Haus und Garten werden angepackt

Wir haben das Jahr zum größten Teil mit Projekten im Haus und Garten verbracht. Freiwillig und unfreiwillig. Ein erneuter katastrophaler Hagelsturm sorgte dafür, dass wir ein neues Dach (aber diesmal aus einem neueren Material, das erst wenige Jahre auf dem Markt ist), neue Regenrinnen und einen neuen Hausanstrich brauchten. So langsam sind wir Profis und stehen anderen gern mit Rat zur Verfügung!

Auch Landschaftsbetriebe hatten in diesem Jahr gut zu tun. Wir haben zwei größere Bäume entfernen lassen und mussten einige Wochen auf Termine warten. In hiesigen Baumärkten war so einiges ausverkauft und auch die Angestellten wussten nicht, wann Nachschub kommt. Da „vacation“ nicht möglich war, haben viele „stay-cation“ zu Hause organisiert, meist in Form von „Do-it-yourself“-Projekten.

Sigrids Tätigkeit bei der Staatsanwaltschaft lief im Juli wieder an. Es ist immer noch ein Auf und Ab mit der Belegschaft im Büro. Wenn die Corona-Fallzahlen steigen, wird stets auf 50 Prozent Belegschaft im Büro reduziert; der Rest arbeitet von zu Hause. Vorgeschrieben ist das Tragen von Masken in sogenannten „common areas“ wie Fluren, Fahrstühlen, Pausenräumen, etc. Am eigenen Schreibtisch darf man sie abnehmen. Auch auf der Straße und in Geschäften werden noch Masken getragen, und bisher haben wir selbst keine Auflehnung dagegen beobachtet.

Geschäfte sind geöffnet – aber mit Auflagen

Unser Gouverneur wie auch Bürgermeister in Colorado lehnen komplette „Lockdowns“ ab; sie belasten die Wirtschaft und die Psyche der Menschen. Es ist schwierig, bezüglich der Fallzahlen und Beschränkungen auf dem Laufenden zu bleiben. Fast jede Woche gibt es neue Meldungen von Infektionen in Schulen, die wieder schließen und Fernunterricht erteilen. Einige Schulen, wie auch die, die unser Enkel in Florida besucht, überlassen es den Eltern, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken oder am Fernunterricht teilnehmen lassen.

Sämtliche Geschäfte, Fitnesszentren, Banken, etc. sind geöffnet, allerdings mit Auflagen. Man hat auch den Eindruck, dass die Menschen nicht mehr so verunsichert oder ängstlich sind wie am Anfang der Pandemie. Man weiß, wie man vorbeugen bzw. sich schützen kann, und diverse Medikamente sind bereits mit Erfolg eingesetzt worden. Unser Sohn verglich die Risiken der Pandemie mit Punkten bei Weight Watchers: Man hat eine bestimmte Anzahl von Risiko-Punkten und benutzt sie für Aktivitäten, die einem wichtig sind.

Dan und Neffe Tony im Oktober 2020.

Dan und Neffe Tony im Oktober 2020.

Foto: Alexander privat


Besuch mit großen Pick-up-Truck

Nach mehreren Monaten Aufschub kam unser Neffe Tony Mitte Oktober für zwei Wochen zu Besuch. In texanischem Stil kam er mit seinem großen Pick-up-Truck vorgefahren. Eine schöne Abwechslung, ihn hier zu haben. Da er und Dan begeisterte „Do-it-yourselvers“ sind, geht nie der Gesprächsstoff aus und es werden Verbesserungsprojekte initiiert, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie brauchten! Ein Plus für Sigrid war, dass Tony gerne und sehr gut kocht.

Beim Schreiben dieses Beitrags steht der Sieger der Präsidentschaftswahl offiziell noch nicht fest. In einigen Staaten wird noch gezählt; Alaska, zum Beispiel, hat erst am 11. November Resultate veröffentlicht. Auch der vorgeschriebene „recount“ in Staaten, wo die Ergebnisse knapp sind, hat noch nicht begonnen. Und die Wahlmänner und -frauen des Electoral College werden erst Mitte Dezember abstimmen. Für Nicht-Amerikaner ein kompliziertes System, aber es läuft alles so, wie es die US-Verfassung vorschreibt.

Wahlbeteiligung bemerkenswert hoch

Die Wahlbeteiligung war bemerkenswert rege und überdurchschnittlich hoch. Ein großer Prozentsatz der Amerikaner hat per Briefwahl gewählt und viele Staaten waren mit dem Auszählen überfordert. „Early in-person voting“, meist 15 oder 27 Tage vor dem offiziellen Wahltag, ist in vielen – aber nicht in allen – Staaten möglich; jeder Staat hat da seine eigenen Regeln. Ausgezählt werden auch die sogenannten „absentee ballots“ von US Bürgern (Militär und Zivil), die im Ausland leben. Was die Präsidentschaftswahl auch in diesem Jahr wieder gezeigt hat, ist, dass es für Wahlen auf nationaler Ebene ein einheitliches System geben sollte. Zurzeit hat jeder einzelne Staat seine eigenen Regeln; so als ob 50 Länder ihre eigenen Wahlen abhalten.

Trotz der Pandemie und den resultierenden Einschränkungen an Aktivitäten ist dieses Jahr doch schnell rumgegangen. Ganz herzliche Weihnachts- und Neujahrsgrüße an Birgit und Horst Brauckhof. Wir hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr... Florida oder Colorado!? Ganz liebe Grüße gehen auch an Sabine sowie an Sandra, Jörn und Helga in Bremen. Herzliche Grüße auch an unsere treuen Freunde Ute und Michael Kieselhorst (der Besuch wird nachgeholt!), Christa und Mattis Borr in Hamburg, sowie an Barbara und Peter Weppner und Nina, Mehmet und Emily Terkes. Wie schön, dass es WhatsApp gibt, so dass man schnell liebe Grüße und Fotos austauschen kann!

Wir wünschen allen ein gesegnetes Fest und senden die besten Wünsche für ein gesundes, glückliches und friedvolles neues Jahr. Haltet die Ohren steif und bleibt gesund!

Dan & Sigrid Alexander
Colorado Springs, Colorado

Zwei unvergessliche Monate mit der Schwester

Im Januar dieses Jahres kam Besuch aus Bremerhaven. Wir hatten strahlenden Sonnenschein und verbrachten unvergessliche Stunden mit meiner lieben Schwester Karin Müller und Erhard Vogel. Die zwei Monate sind viel zu schnell vergangen. Wir haben eine sechstägige Schiffsreise gemacht, diese führte uns unter anderem nach Mexiko und Belize. Es war einfach toll. Kommt recht bald wieder, ihr Lieben, damit wir die nächste Reise auch gemeinsam machen können. Wir vermissen euch.

Eine schöne Erinnerung: Don und Marion Morgan beim Captains-Abend auf dem Kreuzfahrtschiff.

Eine schöne Erinnerung: Don und Marion Morgan beim Captains-Abend auf dem Kreuzfahrtschiff.

Foto: privat

Dieses Jahr haben wir wieder zwei Hurrikans überstanden. Sie haben hier großen Schaden angerichtet. Wir hatten fünf Tage lang keinen Strom, und es sind viele Bäume umgeknickt. Wir benötigen ein neues Dach und die Decken in der Wohnung müssen alle neu gemacht werden. Aber wir haben es überstanden und das Leben geht weiter.

Don und ich waren im August für drei Tage in Las Vegas, Nevada. Fast die ganze Stadt besteht aus Casinos, es war unglaublich. Don und ich wünschen euch allen ein frohes Weihnachtsfest sowie ein gesundes, neues Jahr. Besondere Grüße gehen an meine liebe Schwester Karin Müller und Erhard Vogel. Grüße auch an Familie Winfried Zimmer, Gaby Mellissa, Patti, Nina und Kinder.

So sah es nach einem Hurrikan auf der Straße aus. Viele Bäume sind umgestürzt.

So sah es nach einem Hurrikan auf der Straße aus. Viele Bäume sind umgestürzt.

Foto: privat

Ebenfalls an Connie Niemayer, Jens Brederock und Daniela, Gerd Söchtig, Andreas und Nicole, Reinhold und Ilse Meinking, Marion Skotarzak und Patric. Familie Uli und Renate Redmann, Heiner Adolf, Dietmar und Manuela Sowinky, Ernst Paper, Uwe Ree, Cap. Heinrich und Hannelore, Familie Wolfgang und Carla Kreuzmann, Traude Beutler, Ilse Wachmann, Günter und Ilse Zahlten, Dieter Fulle und Ilse und Marion Örtel.

Ein schönes Weihnachtsfest wünschen wir meinen lieben Freundinnen, die mich auch nach 62 Jahren nicht vergessen haben. Danke für eure Anrufe und Karten und Freundschaft, Ilse Traude, Carla, Ilse, Marion und Ilse Breier. Don und meine Kinder schließen sich diesen Wünschen an.

Frohe Weihnachten, ihr Lieben, wir werden an euch denken.

Marion Morgan (geb. Brederode)
7120 Pennington Dr.
Pensacola, Florida 32526, USA

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