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Erweiterte Maßnahmen in China: Die Zahl der Ansteckungen ist am heutigen Freitag stark gestiegen. Auch in Deutschland sind die Menschen alarmiert.

Erweiterte Maßnahmen in China: Die Zahl der Ansteckungen ist am heutigen Freitag stark gestiegen. Auch in Deutschland sind die Menschen alarmiert.

Foto: Li Jianan

Heute Coronavirus

Coronavirus: Isolierte Familie sorgt für wilde Gerüchte

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Im Hafen sei ein Schiff wegen des Coronavirus an die Kette gelegt, drei Besatzungsmitglieder auf der Isolierstation im Reinkenheider Klinikum und dort die ganze Notaufnahme stillgelegt – das Schreckensszenario machte am Freitag in der Stadt die Runde. Nur ein Fünkchen Wahrheit steckte in dem Gerücht.

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Wilde Gerüchte in Reinkenheide

In der Notaufnahme des Reinkenheider Krankenhauses hatte sich am Donnerstagnachmittag eine Frau gemeldet und den Verdacht geäußert, sie könne vom Virus befallen sein. Die Familie soll Anfang Januar in Asien gewesen sein.

Bei derartigen Meldungen wird sofort ein von den Gesundheitsbehörden vorgesehener und festgelegter Ablauf in Gang gesetzt: Federführend ist das Gesundheitsamt, das von der Klinik am späten Donnerstag informiert wurde, dass die Frau, deren Ehemann und die kleine Tochter, die sie in die Notaufnahme begleitet hatten, vorsorglich isoliert worden seien. Die Regeln sehen in einem solchen Fall auch vor, dass sich das Krankenhaus für die Aufnahme weiterer Notfallpatienten bei der Rettungsleitstelle abmeldet. Das soll am Donnerstag eine Stunde lang der Fall gewesen sein.

Nährboden für Gerüchte

Den Gerüchten hat das Verfahren offenbar den Boden bereitet. Am Morgen machte das Gerücht die Runde, mehrere Chinesen seien erkrankt, dann kam mit der Spätschicht die Schifffahrt ins Spiel, schließlich wurde verbreitet, alle Unternehmen im Hafen seien informiert worden, die Nachricht solle aber geheim gehalten werden.

Derartige „Katastrophenszenarien“ entbehrten jeder Grundlage, sagte Magistratssprecher Volker Heigenmooser. Fakten zu einer möglichen Coronaviruserkrankung in Bremerhaven und speziell in den Häfen würden „transparent und vollständig kommuniziert“. Im Hafen liege nicht einmal ein Schiff, das aus dem Risikogebiet nach Bremerhaven gefahren sei, sagte ein Seehafen-Gesundheitsaufseher vom hafenärztlichen Dienst.

Das Gesundheitsamt sei sich von Anfang an relativ sicher gewesen, dass es sich bei der erkrankten Frau nicht um eine Infektion mit dem Coronavirus handele, hieß es. Die Frau soll vor mehr als einem Monat nach Deutschland zurückgekehrt sein, die Inkubationszeit für die Lungenkrankheit liege aber bei zwei Wochen. Trotzdem sehe das Verfahren entsprechende Vorkehrungen vor.

Das entsprechende Laborergebnis lag schließlich am späten Freitag vor, die Isolierung der Familie wurde aufgehoben. „Bei allen Proben, die von einem spezialisierten Labor in Bremen untersucht wurden, waren die Ergebnisse negativ“, teilte der Magistrat mit. Den aktuellen Fall habe das Gesundheitsamt aber zum Anlass genommen, mit den Kliniken und dem Rettungsdienst noch einmal über Abstimmungen und das Vorgehen in solchen Fällen zu sprechen.

Hafen: Keine Angst vor Coronavirus

Das Coronavirus ist auch für sie zum Thema geworden: Hafenärztin Christine Beykirch und Seehafen-Gesundheitsaufseher Niels Andersen.

Das Coronavirus ist auch für sie zum Thema geworden: Hafenärztin Christine Beykirch und Seehafen-Gesundheitsaufseher Niels Andersen.

Foto: Arnd Hartmann

Der Taxifahrer hat sich und dem Seemann als seinen Fahrgast zur Sicherheit einen Mundschutz „verordnet“. Der Mann hustet, die Nase läuft, er fühlt sich nicht wohl. Die Fahrt geht zur Hafenärztin – aber die gibt Entwarnung: Eine Erkältung beschäftigt den Seemann, nicht das Coronavirus.

Christine Beykirch bewertet das Risiko, dass die gefährliche Lungenkrankheit mit einem Schiff aus Übersee nach Bremerhaven kommen könnte, als ziemlich gering. Die Seefahrt von Asien dauere länger als jede Inkubationszeit, sagt die Ärztin. Zudem sei Bremerhaven nur selten der erste europäische Häfen, in dem die Schiffe festmachten. „Natürlich sind wir aufmerksamer als sonst“, sagt Beykirch aber auch. Doch die Reedereien hätten ihre Besatzungen sehr gut informiert über das Virus, habe sie festgestellt. Und die Überwachung sei generell gut.

Für den Notfall gepackt: Hafenärztin Christine Beykirch zeigt ihre Diagnostiktasche, gefüllt mit Stetoskop, Impfstoffen und Blutdruckmessgerät.

Für den Notfall gepackt: Hafenärztin Christine Beykirch zeigt ihre Diagnostiktasche, gefüllt mit Stetoskop, Impfstoffen und Blutdruckmessgerät.

Foto: Arnd Hartmann

Um Gesundheit und Hygiene auf Schiffen kümmert sich Beykirch mit einem Team von sieben Seehafen-Gesundheitsaufsehern. Jeden Tag fahren bis zu 30 Schiffe die Weser hinauf, und spätestens 24 Stunden vor der Ankunft muss jeder Kapitän die Gesundheitserklärung für seine Besatzung an den hafenärztlichen Dienst übermittelt haben. Nach einer Risikobewertung wird festgelegt, welchen Frachter die Aufseher besuchen, im Durchschnitt werde jedes dritte Schiff einer Visite unterzogen.

Gesundheit und Hygiene

Aber es gehe längst nicht nur um die Gesundheit der Besatzung, sondern auch um die Hygiene an Bord, den Zustand der Schiffsapotheke und die Qualität des Trinkwassers. Gearbeitet wird an sieben Tagen in der Woche und in Schichten rund um die Uhr. „Keine zehn“, sagt die Hafenärztin über die Zahl der Infektionskrankheiten, die durchschnittlich im Jahr der Pflicht gemäß von Schiffen gemeldet werden. Wenn Matrosen oder Offiziere ansonsten ärztliche Hilfe brauchen, dann gehe es häufiger um Ekzeme an den Händen, um Fußpilz oder wegen des Stresses an Bord um Bluthochdruck. Im Winter aber auch um Erkältungskrankheiten.

Wer hustet, wird schon schief angeschaut zurzeit.
Niels Andersen, Gesundheitsaufseher

„Wer hustet, wird schon schief angeschaut zurzeit“, hat Gesundheitsaufseher Niels Andersen beobachtet, aber die größere Sorge ums Virus gehe dabei sicher von Land aus als auf See, sagt er. Schiffagenten und Unternehmen aus dem Hafen hätten sich bereits informiert über Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit dem Coronavirus. Weil die Hafenärztin auch für die reisemedizinische Beratung im Land Bremen und entsprechende Impfungen zuständig ist, klingelt bei ihr jetzt aber auch deshalb häufiger das Telefon. Touristen und Geschäftsreisende, die eigentlich nach China wollten, fragten um Rat. Die Hafenärztin weiß von abgesagten Urlaubsreisen. Ein Anrufer meldete Beykirch aber auch schon, er habe auf der Straße einen Chinesen gesehen, der gar nicht gut ausgesehen habe...


Hygiene bei Erkältungen

  • Schnupfen und Husten sind typische Krankheitszeichen vieler Atemwegsinfektionen. Beim Husten und Niesen werden über Speichel und Nasensekret Krankheitserreger versprüht und können so übertragen werden.
  • Einfache Hygieneregeln, andere nicht anzustecken:
  • Wer niesen oder husten muss, sollte das nicht in die Hand hinein, sondern die Armbeuge vor Mund und Nase halten.
  • Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich Hände waschen und Desinfektionsmittel benutzen.
  • Halten Sie Abstand von anderen Personen und drehen Sie sich weg.
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