Zuerst trägt Ingeborg Burghart die Form der Vogelmotive als Grundierung auf die Federn auf, bevor im nächsten Arbeitsgang die Details gemalt werden.

Zuerst trägt Ingeborg Burghart die Form der Vogelmotive als Grundierung auf die Federn auf, bevor im nächsten Arbeitsgang die Details gemalt werden.

Foto: Arnd Hartmann

Zuerst trägt Ingeborg Burghart die Form der Vogelmotive als Grundierung auf die Federn auf, bevor im nächsten Arbeitsgang die Details gemalt werden.

Heute

Kunst – ganz federleicht!

Ein winziger Piks – und die Spitze des Dorns färbt sich rot. Nicht von Blut. Von Farbe. Roter Ölfarbe. Zum Malen. Aber nicht mit Schwung: Ein Hundertstelgramm zu viel Druck auf der nadelfeinen Spitze, und das Kunstwerk ist hin. „Dann spreizt der Stachel beim Aufsetzen das zarte Federgeäst auseinander“, sagt Ingeborg Burghard. „Das hier wird der Umriss des Auges“, erklärt die Künstlerin – und zieht mit dem Stachel eines afrikanischen Stachelschweins eine haarfeine rote Spur über die graue Feder. Ein Turmfalke hat sie einst verloren. Jetzt malt die 71-Jährige sein Miniatur-Abbild aufs Gefieder.

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Behutsam, mit meditativer Ruhe legt sie Hand an den Dorn. Ohne diese Konzentration – fast wie beim „Mikado“-Spiel – käme keine filigrane Malerei aufs Gefieder. Federleicht und doch so schwer ist die Kunst, der sich Ingeborg Burghard verschrieben hat: Malen nach der Natur – auf der Natur. Statt auf Leinwand zaubert sie Bezauberndes auf Federn. Fast 1000 hütet sie in Klarsichthüllen – Relikte aus dem Keratinkleid der Blaustirnamazone, der Schleiereule, des Condors, des Perlhuhns, der Silbermöwe, des Kranichs, Falken, Dompfaffs, Milans, Basstölpels, Zaunkönigs oder Reihers... in zierlich beschrifteten, etikettierten Hüllen lagern sie: lange schmale Lanzetten. Kleine runde Blätter. Flaumige und starre, dicke, dünne, gespleißte und glatte, harte, weiche, weiß gesprenkelt, blau kariert, braun gestreift, lila schillernd... „Jede Feder ist an sich ja schon ein wundervolles Kunstwerk der Natur“, begeistert sich Ingeborg Burghard täglich aufs Neue an ihren Schätzen. „Wenn ich die noch alle bemalen will, brauch ich noch zehn Leben.“

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