Langjährige Ratspolitiker im Endspurt

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Jürgen Schlüterbusch (rechts), CDU, Hagen: Jürgen Schlüterbusch aus Lehnstedt ka...
Jürgen Schlüterbusch (rechts), CDU, Hagen: Jürgen Schlüterbusch aus Lehnstedt kann auf eine Karriere in der Politik zurückschauen, die fast so lang ist wie die von SPD-Kollege Hardy Köhler. Vor rund 25 Jahren ist der Landwirt in den Gemeinderat Wulsbüttel eingestiegen, später dann in den Samtgemeinderat. Der 64-Jährige, der auch Ortsvorsteher und Feuerschutzausschussvorsitzender ist, hat sich nun dazu entschieden, alle Ämter abzugeben. Sein Erfolgsrezept beschreibt er so, wie ihn viele wahrnehmen: „Ich bin immer ehrlich gewesen. Ich bin keiner, der umfällt“, sagt Schlüterbusch in dem Wissen, dass man damit auch anecken kann. Die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung sei ihm immer wichtig gewesen. Sein besonderes Augenmerk liegt auf der Feuerwehr. Als ehemaliger Ortsbrandmeister setzte er sich dafür vehement ein. Zuletzt habe sich viel zum Positiven entwickelt, in den Bereichen Feuerwehr und Kitas seien die richtigen Pflöcke eingeschlagen worden, lobt der Christdemokrat. Besondere Freude bereitet Schlüterbusch der Blick auf den Nachwuchs. „Die jungen Leute müssen jetzt ran“, sagt er. Das sei in der Politik wie im Arbeitsleben, findet der 64-Jährige. Zudem hofft er, dass auch einer seiner Söhne dieses Jahr in die Politik einsteigt.

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Claus Götjen ist in der Mitte. Claus Götjen, CDU, Beverstedt: „Ich höre definiti...
Claus Götjen ist in der Mitte. Claus Götjen, CDU, Beverstedt:
„Ich höre definitiv auf. Irgendwann muss Schluss sein“. Diese Worte von Claus Götjen zu hören, konnte sich kaum einer vorstellen. Den leidenschaftlichen Vollblut-Politiker kennt fast jeder im Kreis. Seit 1981 ist er in der Politik – erst auf Gemeinde- und später auf Kreisebene. Der 73-Jährige hat mehr als die Hälfte seines bisherigen Lebens in der Kommunalpolitik verbracht. Sein Rezept ist die Bürgernähe. „Man muss sein Ohr bei den Menschen haben“, sagt der Lunestedter. Götjen hatte ein Gespür dafür, was sich die Bürger wünschen. Die letzten Monate in der Politik will er dafür sorgen, dass die freiwilligen Leistungen für Jugend, Sport und Senioren nicht gekürzt werden. Außerdem will er sich für das Kultur-Dorfzentrum in Bokel engagieren und für den Erhalt des Lubibades in Lunestedt. Vom Nachwuchs wünscht sich der 73-Jährige, dass sich dieser doch auch in anderen Dingen so organisiert und einsetzen möge, wie er es für Glasfaser getan habe. „Man kann vieles erreichen, wenn man für etwas brennt.“ Mit diesem Feuer will Götjen jetzt abseits des Gemeinderates für die Interessen der Senioren kämpfen. Sein letztes Projekt, eine Bahnbrücke in Lunestedt, müssen nun andere vollenden.

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Rita Dehn, Bürgerfraktion, Sievern:  Gedankenaustausch und Teamarbeit mit dem Or...
Rita Dehn, Bürgerfraktion, Sievern:
Gedankenaustausch und Teamarbeit mit dem Ortsrat war und ist Rita Dehn wichtig. Die Sievernerin spricht aus Erfahrung: Seit 1991 ist sie Mitglied im Ortsrat, seit 2006 hat sie sich im Rat der Stadt Langen eingesetzt, nach der Fusion im Rat der Stadt Geestland. Seit 2006 ist Rita Dehn Ortsbürgermeisterin. „Wir haben gemeinsam die Baulandausweisungen vorangetrieben und Angelegenheiten, die zur Unterhaltung von Straßen, Wegen, Gräben und Friedhof nötig sind.“ Auch die Unterstützung der Vereine habe sie im Blick behalten. „Komplexe Zusammenhänge aufgrund der städtischen Satzungen konnten gemeinsam mit der Verwaltung vermittelt werden“, freut sich die 68-Jährige. Bei Ortsratssitzungen seien regelmäßig 40 Zuhörer anwesend. „Dieses Interesse ist ermutigend.“ Im Endspurt will Dehn die Glasfaserverkabelung finalisieren, will Bauland am Sohlacker ausweisen, eine Kooperation mit dem Landkreis für das Landschaftsschutzgebiet Pipinsburg organisieren und Jüngere für den Ortsrat gewinnen. „Als Ortsbürgermeister erhält man von den Bürgern viel Unterstützung“, erklärt Dehn mit Blick auf ihren Nachfolger, dem sie bei der Einarbeitung zur Seite stehen werde.

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Hardy Köhler (rechts). Foto Archiv Seit 1986 ist Hardy Köhler für die SPD im Sam...
Hardy Köhler (rechts). Foto Archiv Seit 1986 ist Hardy Köhler für die SPD im Samtgemeinderat in Hagen. Der Rechtenflether ist inzwischen auch weit über „seinen“ kleinen Weserort hinaus bekannt. Die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag vom berühmten Rechtenflether Dichter Hermann Allmers hätten einen schönen Abschluss auch seiner politischen Karriere bedeutet. Denn Köhler hat sich schon für das Allmers-Haus eingesetzt. Doch derzeit ist unsicher, was überhaupt stattfinden kann. Der 67-Jährige blickt trotzdem zufrieden auf seine Jahre in der Politik zurück. Sein Erfolgsrezept sei es gewesen, weniger Reden zu schwingen, sondern sich persönlich für die Menschen einzusetzen. „Das geht von kaputter Straßenbeleuchtung bis hin zu verlandeten Gräben“, erklärt Köhler. Jetzt hat er im Ort einen Nachfolger gefunden, der künftig Rechtenfleth und die Marsch im Rat vertreten soll. Köhler befürchtet, dass der Nachwuchs leider wenig gestalterischen Spielraum haben werde. Die finanziellen Möglichkeiten seien wegen der Pandemie erst einmal schlechter. „Meine Idee war, ein Hotel an der Weser zu bauen“, sagt er. Auch wenn das nie gelang, so erreichte der Vorsitzende des Sozialausschusses doch viel für Rechtenfleth und die Gemeinde.

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Karin Albohm kandidiert nicht mehr fürs Amt der Ortsbürgermeisterin in Ringstedt...
Karin Albohm kandidiert nicht mehr fürs Amt der Ortsbürgermeisterin in Ringstedt. Foto Schoener

Karin Albohm, CDU, Ringstedt:
Wenn Karin Albohm – seit 2011 für die CDU Ortsbürgermeisterin in Ringstedt – auf ihr Wirken zurückblickt, dann ist sie froh, „dass in unserem Dorf einiges auf den Weg gebracht“ werden konnte. Die 62-Jährige, seit 2006 im Ortsrat, denkt dabei unter anderem an den Bau des Feuerwehrhauses, den Umbau der alten Schule in eine moderne Kita, an den zweiten Abschnitt des Baugebiets Keilstraße, die Modernisierung der Friedhofskapelle, die Wiederherstellung der Mauer und die Instandsetzung der Wirtschaftswege. „Es ist schön, dass wir etwas für die Bürger erreichen konnten“, erklärt Albohm ihre Leidenschaft fürs Ehrenamt. Für den Endspurt bis zur Wahl will sie weitere Gewerbeansiedlungen in Ringstedt unter Dach und Fach bringen. „Die Gespräche laufen“, sagt die 62-Jährige, ohne Details nennen zu wollen. Albohm – seit 2006 Mitglied im ehemaligen Samtgemeinderat Bederkesa und dann im Stadtrat von Geestland – wünscht sich von ihrem Nachfolger, dass er Ringstedt mit seinen Ortsteilen Hainmühlen und Wüstewohlde im Blick behält. „Wichtig wäre es auch, die Infrastruktur durch die Ansiedlung von regenerativen Energien weiter voranzubringen“, so Albohm.

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Wilfried Geils. Foto Archiv Wilfried Geils, SPD, Beverstedt: Wilfried Geils hat ...
Wilfried Geils. Foto Archiv Wilfried Geils, SPD, Beverstedt:
Wilfried Geils hat eine Politiker-Karriere hingelegt, die immer von besonderem Weitblick geprägt war. Schon früh setzte sich der spätere stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Beverstedt im Ort Appeln für erneuerbare Energien ein, sogar ein Windpark ist entstanden. „Man muss etwas bewegen wollen, große Dinge anpacken. Jedes Jahr etwas tun“, beschreibt Geils sein Rezept. „Man darf aber auch nicht den Einsatz für Vereine, Kindergarten und Jugendraum vergessen.“ Geils ist als Ortsbrandmeister 1996 in die Politik gekommen, wurde 2001 Bürgermeister in Appeln. Seit 2003 ist er im Samtgemeinderat. Das „eine“ Projekt hat er im Endspurt nicht auf der Liste. Im Ausschuss für Bau und Umwelt, wo er Vorsitzender ist, wird die Prioritätenliste zum Straßenbau eine Rolle spielen. „Da wird in Wahljahren immer mehr als sonst aus den Orten gemeldet“, sagt er mit einem Schmunzeln. Für die Zukunft wünscht er sich, dass bei der Ratsarbeit immer die Sache im Mittelpunkt steht. Ganz besonders zufrieden ist er mit dem Nachwuchs in der Gemeinde. Jungen Politikern rät er, sich einen Coach zu suchen, einen erfahrenen Begleiter. „So hab ich das auch gemacht.“

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