Die beiden US-Profis Will Vorhees (links) und Kasey Hill kehren am Freitag in ihre Heimat zurück. Nach dem vorzeitigen Saisonende in der ProA werden ihre Dienste nicht länger benötigt.

Die beiden US-Profis Will Vorhees (links) und Kasey Hill kehren am Freitag in ihre Heimat zurück. Nach dem vorzeitigen Saisonende in der ProA werden ihre Dienste nicht länger benötigt.

Foto: Mareike Scheer

Die beiden US-Profis Will Vorhees (links) und Kasey Hill kehren am Freitag in ihre Heimat zurück. Nach dem vorzeitigen Saisonende in der ProA werden ihre Dienste nicht länger benötigt.

Heute

„Massive Probleme“ für die Eisbären Bremerhaven

Als zweitbestes Team die Saison zu beenden, ist eigentlich ein Grund zur Freude. Strahlende Gesichter sucht man bei den Eisbären Bremerhaven in diesen Tagen dennoch vergeblich. Das von der Zweiten Basketball-Bundesliga am Dienstag offiziell verkündete Saisonende, mit dem die ProA auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert, trifft den Erstliga-Absteiger hart. „Uns fehlt dadurch ein hoher sechsstelliger Betrag“, erklärt Wolfgang Grube, Hauptgesellschafter der Eisbären.

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Den Eisbären gehen nicht nur die Einnahmen aus zwei ausstehenden Hauptrunden- und mindestens zwei Playoff-Heimspielen in der Stadthalle durch die Lappen. Auch die Verträge mit Sponsoren sind so gestaltet, dass für das Erreichen der Meisterrunde Prämien fällig gewesen wären – ob diese jetzt noch fließen werden, ist höchst fraglich. Grube sieht sich in seiner Kritik, die er schon zu Erstliga-Zeiten der Eisbären an den Liga-Verantwortlichen geäußert hat, bestätigt: „Die Clubs sind viel zu abhängig von den Zuschauereinnahmen, es fehlen TV-Gelder. Davor habe ich immer gewarnt.“

Gespräch im Kreis der Gesellschafter

Der Unternehmer sieht „ganz schwere Zeiten für den Profisport“ aufziehen und erwartet von der ProA Flexibilität, was zum Beispiel die Standards betrifft – in zwei Jahren sollen die Zweitligisten ebenso wie die Erstligisten über ein positives Eigenkapital verfügen. Wie die Eisbären mit den wirtschaftlichen Herausforderungen des vorzeitigen Saisonendes umgehen werden, will Grube noch in dieser Woche im Kreis der Gesellschafter besprechen.

In den Genuss eines Eisbären-Heimspiels werden die Basketball-Fans in dieser Saison nicht mehr kommen. Der Spielbetrieb in der ProA wird nicht wieder aufgenommen.

In den Genuss eines Eisbären-Heimspiels werden die Basketball-Fans in dieser Saison nicht mehr kommen. Der Spielbetrieb in der ProA wird nicht wieder aufgenommen.

Foto: Lothar Scheschonka

Traum vom Wiederaufstieg nicht aufgeben

Angesichts der finanziellen Situation ist es unwahrscheinlich, dass die Eisbären auf ihrem Aufstiegsrecht bestehen werden, das ihnen am Montag bei der ProA-Tagung in Frankfurt zugestanden worden war. Das sieht auch Geschäftsführer Nils Ruttmann so und erinnert daran, dass die Eisbären wohl auch ohne Corona-Krise darauf verzichtet hätten, einen Lizenzantrag für die 1. Liga zu stellen – die Frist dafür läuft noch bis zum 15. April. Auf ein kleines Wunder hofft dagegen Michael Mai, der den Traum vom Wiederaufstieg noch nicht aufgeben will. „Für Bremerhaven wäre das toll. Ich weiß, dass es noch viele offene Fragen gibt. Aber ich finde, dass wir das versuchen sollten. Wir haben die Chance, es besser zu machen als in den vergangenen Jahren“, sagt der Eisbären-Trainer.

Noch oft um die Playoffs kämpfen

Die „massiven Probleme“, die Ruttmann mit Blick auf die Einnahmeverluste beklagt, erschweren auch die Kaderplanung für die kommende Saison. Dabei waren die Eisbären so früh wie schon lange nicht mehr in Vertragsgespräche mit Spielern eingestiegen, die gehalten werden sollen. „Das ist jetzt erst mal eingefroren“, erklärt Ruttmann. Dennoch wird Mai in seiner Funktion als Cheftrainer und Sportdirektor noch in dieser Woche mit allen Profis Saisonabschlussgespräche führen, bevor am Freitag die drei Amerikaner Kasey Hill, Rohndell Goodwin und Will Vorhees via Amsterdam in die Heimat zurückfliegen werden. „Es gibt ein paar Jungs, von denen ich hoffe, dass ich auch in Zukunft mit ihnen zusammenarbeiten werde“, betont Mai. Denn der 45-Jährige hat trotz des aktuellen Rückschlags weiter hohe Ziele mit den Eisbären: „Wir werden in den nächsten Jahren noch oft um die Playoffs kämpfen.“

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