Die Zuwanderungsmöglichkeiten am Beerster See sind vor allem für den Artenschutz des gefährdeten Aals interessant.

Die Zuwanderungsmöglichkeiten am Beerster See sind vor allem für den Artenschutz des gefährdeten Aals interessant.

Foto: Pleul/dpa

Die Zuwanderungsmöglichkeiten am Beerster See sind vor allem für den Artenschutz des gefährdeten Aals interessant.

Heute

Nachhaltige Befischung am Beerster See

Eine nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände im Bederkesaer See hat sich der Anglerverband Niedersachsen (AVN) auf die Fahnen geschrieben. Am 1. November vergangenen Jahres übernahm der in Hannover ansässige AVN die Pacht des Sees. Bei der Bewirtschaftung soll künftig auch neue Technik zum Einsatz kommen.

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Seit 1972 hatte die Fischerei und Räucherei Lasner den Bederkesaer See rund 47 Jahre lang bewirtschaftet. Nach dem Tod des Fischermeisters Harald Lasner stellte der Betrieb 2019 die Bewirtschaftung ein. Danach ruhte die Fischerei auf dem See. Verpächter ist das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg – Domänenamt Stade.

Die Bewirtschaftung aller Seen des AVN wird von Fischereibiologen wahrgenommen. Zuständig für den Bederkesaer See ist der Fischereibiologe Andreas Maday, der die fischereiwirtschaftliche Qualität des Sees insgesamt positiv beurteilt. Seiner Einschätzung nach macht die Anbindung des Sees an den Hadelner Kanal, die den Fischen als Zu- und Abwanderungsmöglichkeit dient, sowie seine unmittelbare Nähe zur Nordsee „insbesondere für den Artenschutz des gefährdeten Aals interessant“. Den von Fischermeister Lasner als „Brotfisch der Fischerei“ im Bederkesaer See bewerteten Aal werde der AVN „durch geeigneten Farm- und Glasaalbesatz fördern und somit zum langfristigen Arterhalt beitragen“.

Blick auf den Segelclub-Anleger im Bederkesaer See: Der Angelverband Niedersachsen ist Pächter des Gewässers und vergibt Erlaubnisscheine zum Fischen.

Blick auf den Segelclub-Anleger im Bederkesaer See: Der Angelverband Niedersachsen ist Pächter des Gewässers und vergibt Erlaubnisscheine zum Fischen.

Foto: Haastert

„Der in größeren Binnengewässern immer seltener gewordene oder gänzlich verschwundene Binnenstint kommt neben der Ukelei im Bederkesaer See noch in größeren Zahlen vor“, berichtet Maday. „Beide Arten stellen aufgrund ihrer schlanken Körperformen und geringen Gesamtlänge eine dauerhaft geeignete Nahrungsquelle für den Zander dar.“

Nährstoffreicher Flachsee

Maday geht von einem guten Fischbestand auch größerer Fische aus, weil der See ein nährstoffreicher Flachsee sei. „Andere niedersächsische Flachseen sind bekannt für ihre hohe Fischbiomasse.“ Auch die in letzter Zeit ruhende Fischerei dürfte sich auf den Bestand positiv ausgewirkt haben. Im Zuge des Fischereimanagements will der AVN künftig mittels regelmäßiger und repräsentativer Elektro- und Stellnetzbefischungen dynamisch auf Bestandsänderungen unter anderem mit Entnahme- und Schonzeitregelungen Einfluss nehmen, um gute Fischbestände und eine hohe Angelfischereiqualität zu gewährleisten.

„Den Aal werden wir durch geeigneten Farm- und Glasaalbesatz fördern und somit zum langfristigen Arterhalt beitragen“, sagt Andreas Maday, Fischereibiologe des AVN.

„Den Aal werden wir durch geeigneten Farm- und Glasaalbesatz fördern und somit zum langfristigen Arterhalt beitragen“, sagt Andreas Maday, Fischereibiologe des AVN.

Foto: pr

Im Interesse einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Fischbestandes – vor allem der Raubfische – und eines guten Laichbestandes hat laut Maday der AVN für den Bederkesaer See sogenannte Entnahmelimits und -fenster sowie Maximalmaße für die verschiedenen Fischarten festgelegt: So dürfen beispielsweise pro Tag zwei Hechte (50 bis 85 Zentimeter) und zwei Zander (50 bis 75 Zentimeter), pro Woche aber nur jeweils vier und Barsche nur unter 40 Zentimetern entnommen werden. Mit dieser Regelung sollen größere, für einen gesunden Fischbestand wichtige Laichtiere geschont werden.

Maday erläutert die Organisation des Angelbetriebes: Angler in nicht motorisierten Booten können den See außerhalb des Naturschutzgebietes befischen. Das Angeln vom Ufer ist an drei ausgewiesenen Stellen und somit auch für Karpfen- und Ansitzangler möglich. Erlaubnisscheine werden online über das Hejfish-System erworben. Maday empfiehlt den „unkomplizierten und spontanen“ Kauf über das Hejfish-System. Dieses System ermögliche zudem, dass Fänge direkt vor Ort eingetragen werden können und der Angler sich so Zeit und Geld beim Erstellen und Versenden der Fangstatistiken am Ende des Jahres spart. Die Angler seien nämlich verpflichtet, ihre Fänge (Menge und Größe je Fischart) an den AVN zur Auswertung für die Bewirtschaftung zu melden. Die Preise der Erlaubnisscheine sind für AVN-Mitglieder und Gastangler festgelegt: Die Jahreskarte kostet 35/100 Euro, die Wochenkarte 15/25 Euro und die Tageskarte 8/12 Euro.

Kontrolle per Smartphone

Zum Schutz vor Schwarzanglern, Missachtung der Gewässerordnung und anderen Vergehen werden Fischereikontrollen von Land aus und auf dem Wasser vorgenommen. Insgesamt elf ehrenamtlich tätige Kontrolleure verwenden dabei die Hejfish-Kontrolleurs-App. Mit dem Smartphone wird die Fischereierlaubnis des Anglers eingescannt und damit überprüft, ob er eine gültige Erlaubnis hat. Bei besonderen Vorkommnissen werden eventuelle Missstände und Verstöße registriert. „Dieses System erleichtert grundlegend die Fischereikontrollen und gewährleistet ein angenehmes Angelerlebnis“, lobt der Fischereibiologe.

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