Ästhetisch und funktional: Anlieger Michael Bühre und Hund Harry sind mit den neuen Straßenlaternen an der Langen Straße zufrieden.

Ästhetisch und funktional: Anlieger Michael Bühre und Hund Harry sind mit den neuen Straßenlaternen an der Langen Straße zufrieden.

Foto: Lammers

Heute

Neue Laternen erhalten wieder eine historische Anmutung

Da verfinsterten sich die Mienen einiger Anwohner der Langen Straße mächtig, als die schönen historisch anmutenden Straßenlaternen abgebaut und gegen moderne Lampen in Tablettform ausgetauscht wurden. Die waren ihnen aus verschiedenen Gründen schnell ein Dorn im Auge. Für Licht am Ende des Tunnels sorgte schlussendlich das Amt für Straßen- und Brückenbau.


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„Mein Kollege schaute aus dem Fenster und sah, wie Arbeiter die schönen ovalen Straßenlampen abbauten“, berichtet Rechtsanwalt Michael Bühre. Allgemeines verwundertes Augenreiben bei sämtlichen Kanzlei-Mitarbeitern. Was hatte es damit auf sich? Und vor allem, was kommt jetzt? Fragen, die sowohl der Lauf der Dinge, als im Folgenden auch der Kontakt mit dem Amt für Straßen- und Brückenbau beantworten sollte.

Historischer Charakter

Und vor denen auch Einzelhändler und Anlieger Stephan Schulze-Aissen stand. „Ich blickte von unserem Geschäft aus auf die Straße und beobachtete die Demontage der Straßenlaternen“, erzählt er. Die hatte Schulze-Aissen vor rund 25 Jahren mit anderen Mitgliedern der Interessengemeinschaft Lange Straße ausgesucht. Denn deren Form hatte genau jenen historischen Charakter, der sich in der Langen Straße noch an diversen Stellen findet und den Mitgliedern der Interessengemeinschaft besonders am Herzen liegt – beispielsweise in Gestalt der Alten Kirche, der Alten Privilegierten Apotheke, der Alt-Leher Schule, dem ehemaligen neogotischen Hannoverschen Amtshaus und dem Elternhaus von Ehrenbürger und Chemie-Nobelpreisträger Adolf Butenandt. Dieses beheimatet heute unter anderem die Kanzlei von Bühre und dessen Partner.

Für Licht am Ende des Tunnels sorgte schlussendlich das Amt für Straßen- und Brückenbau.

Für Licht am Ende des Tunnels sorgte schlussendlich das Amt für Straßen- und Brückenbau.

Foto: Lammers

Während sich Schulze-Aissen besonders daran störte, dass mit dem Austausch der Straßenlaternen die ästhetische Kompatibilität der Straßenlaternen mit dem gesamten Straßenbild flöten ging, ärgerte sich Bühre vor allem auch über den Verlust an Leuchtkraft, der mit den neuen Lampen einherging. „Wenn ich abends noch mit meinem Hund draußen war, fiel mir immer wieder auf, wie miserabel der Gehweg durch die neuen Lampen ausgeleuchtet war“, sagt Bühre. „Wenn ich aus dem Küchenfenster schaute, habe ich mich manchmal gefragt, ob da draußen überhaupt Licht an ist“, sagt Bühre, der nicht nur in der Langen Straße arbeitet, sondern auch wohnt. „Im Prinzip haben die neuen Lampen vor allem die Parkbuchten ausgeleuchtet, nicht aber die Fußwege.“

Bühre recherchierte beim zuständigen Amt für Straßen- und Brückenbau, und tatsächlich sollte durch die neuen Straßenlaternen auch die sogenannte Licht-Verschmutzung, also ein durch Licht-Emissionen verursachter Mangel an Dunkelheit mit der Folge von negativen Auswirkungen auf die Natur vermieden werden. Das war jedoch nicht der maßgebliche Grund für den Austausch der Lampen, sondern: „Der Beleuchtungsvertrag mit dem ursprünglichen Anbieter SWB hatte geendet und die Ausschreibung hatte zu einem neuen Vertrag mit dem Unternehmen Enercity aus Hannover geführt“, berichtet Bühre. „Die haben den Zustand der Beleuchtung in der Stadt geprüft und gegebenenfalls Erneuerungen in Angriff genommen.“

Ersatzteile gab es nicht

So zum Beispiel in der Langen Straße. „Dort waren zahlreiche Lampen defekt“, berichtet Enno Wagener, Leiter des Amtes für Straßen- und Brückenbau. Ersatzteile gab es nicht. Was also tun? „Enercity bot uns die später montierten Standard-Leuchten an.“ Deren Einbau rief dann Schulze-Aissen und Bühre auf den Plan.

Ihr Veto wurde gehört, ernst genommen und umgehend nach einer Lösung gesucht. „Wir haben die Arbeiten sofort ruhen lassen. Gemeinsam haben wir eine Lampenform gefunden, die den alten historischen Leuchten sehr ähnlich ist“, ist auch Wagener froh über die schnelle Einigung. Eine Musterlampe wurde bereits montiert, weitere Exemplare des Modells sind bestellt und werden demnächst die Lange Straße illuminieren.

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