Die Marine erprobt zurzeit die unbewaffnete Hubschrauberdrohne Sea Falcon.

Die Marine erprobt zurzeit die unbewaffnete Hubschrauberdrohne Sea Falcon.

Foto: Kroencke/obs/Presse- und Informationszentrum AIN

Die Marine erprobt zurzeit die unbewaffnete Hubschrauberdrohne Sea Falcon.

Heute

Nordholz bekommt einen Hubschrauber ohne Piloten

Es sieht aus wie ein übergroßer Modellhubschrauber, doch es handelt sich um ein militärisches Einsatzgerät: ein unbemanntes Luftfahrzeug (Unmanned Aircraft System, UAS). Etwa vier Meter lang und 1,40 Meter breit ist der Sea Falcon (Seefalke), der beim Marinefliegergeschwader in Nordholz stationiert werden soll.

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Auch Techniker und Bedienpersonal werden von den Marinefliegern gestellt. Sie werden in Linköping und Hultsfred in Schweden ausgebildet.

Derzeit wird das unbemannte Flugsystem, das auf Basis der Hubschrauberdrohne Skeldar V-200 des schwedischen Herstellers UMS Skeldar beruht, noch vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) sowie der Marine auf Herz und Nieren getestet. „Erst nach erfolgreicher Prüfung und dem Nachweis des sicheren Betriebs wird das Gerät an die Marine zur Nutzung und an die Marineflieger zum Betrieb übergeben“, sagt Stabsbootsmann Sascha Jonack, Pressebootsmann der Marineflieger in Nordholz.

Einsatz auf neuen Korvetten

Stationiert werden sollen die UAS zwar in Nordholz, zum Einsatz kommen sie aber auf den neuen Korvetten der Marine vom Typ K130. Der Sea Falcon werde der fliegende Sensor der Korvetten auf See sein, erläutert Jonack. Als Erstes soll das Luftfahrzeug auf der Korvette „Braunschweig“ zum Einsatz kommen, wie das Bundeswehr-Journal berichtete. Mit der Sea Falcon sollen „Radarkontakte in einer Entfernung von bis zu 40 Nautischen Meilen (entspricht 74,08 Kilometern) aufgeklärt und identifiziert werden“, schreibt die Zeitschrift. Für eine Bewaffnung ist das UAS nicht ausgelegt.

Eine besondere Herausforderung ist laut Angaben des BAAINBw das Funktionieren der automatischen Start- und Landefähigkeit bei einer Windstärke von 20 Knoten und einem Seegang bis zu Stufe 3. Die Integration einer Hubschrauberdrohne auf den Schiffen sei technisch anspruchsvoll, heißt es vom BAAINBw: „Wir schließen damit eine Fähigkeitslücke.“ Das Nordholzer Personal sei von Beginn des Projekts am Einführungs- und Erprobungsbetrieb beteiligt gewesen, erzählt Jonack.

Wie die Bordhubschrauber vom Typ Sea Lynx wird auch die Sea Falcon inklusive Personal temporär auf das jeweilige Schiff verlegt und dort organisatorisch zugeordnet. „Die Verlegung erfolgt auf dem Landweg“, berichtet Jonack.

Der Einsatz erfolgt übrigens ausschließlich auf See: „Der satellitengestützte und ,globale‘ Betrieb von Land aus – wie es beispielsweise die Amerikaner mit strategischen Drohnen durchführen – ist weder geplant noch technisch beim Sea Falcon möglich“, betont der Pressebootsmann. Deswegen sei der Betrieb im Nordholzer Luftraum auch nur zu Ausbildungszwecken beabsichtigt. „Das wird aber erst ab 2024 realisierbar sein“, teilt Jonack mit.

Die Tests nahe Putlos in der Hohwachter Bucht wurden vom Deck der Korvette "Braunschweig" durchgeführt.

Die Tests nahe Putlos in der Hohwachter Bucht wurden vom Deck der Korvette "Braunschweig" durchgeführt.

Foto: Kroencke/obs/Presse- und Informationszentrum AIN

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