„Eigentlich müsste ich mir wünschen, dass wir möglichst früh ausscheiden. Geld verdienen wir ab jetzt nicht mehr“, sagt Pinguins-Geschäftsführer Hauke Hasselbring (rechts).

„Eigentlich müsste ich mir wünschen, dass wir möglichst früh ausscheiden. Geld verdienen wir ab jetzt nicht mehr“, sagt Pinguins-Geschäftsführer Hauke Hasselbring (rechts).

Foto: Scheer

„Eigentlich müsste ich mir wünschen, dass wir möglichst früh ausscheiden. Geld verdienen wir ab jetzt nicht mehr“, sagt Pinguins-Geschäftsführer Hauke Hasselbring (rechts).

Heute

Pinguins-Manager mit den Playoffs im Zwiespalt

Nur noch ein Sieg trennt die Fischtown Pinguins in der Deutschen Eishockey-Liga vom erstmaligen direkten Einzug ins Playoff-Viertelfinale. Am Freitag (19.30 Uhr, Eisarena) steigt das Endspiel gegen Verfolger ERC Ingolstadt. Gewinnen die Pinguins, ist ihnen vor dem letzten Spieltag ein Platz unter den Top sechs nicht mehr zu nehmen. Die Fans fiebern der Endrunde bereits entgegen. Pinguins-Manager Hauke Hasselbring befindet sich mit Beginn der Playoffs allerdings im Zwiespalt.

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„Eigentlich müsste ich mir wünschen, dass wir möglichst früh ausscheiden. Geld verdienen wir ab jetzt nicht mehr“, sagt der Manager der Fischtown Pinguins. In der kommenden Saison soll es deswegen eine wichtige Änderung bei den Saisonkarten geben.

Die Pinguins haben mehr als 3000 Saisonkarten verkauft, die auch für alle Playoffspiele gelten. Zusätzliche Spiele nach der Hauptrunde bringen also kaum Mehreinnahmen. Aber zusätzliche Kosten.

Minusgeschäft in den Playoffs?

„Man kann sagen, dass wir mit einem Heimspiel in den Playoffs gerade so viel Geld einnehmen, dass wir die Fixkosten zum Beispiel für Hallenmiete, Security und so weiter und die nächste Auswärtsfahrt davon bezahlen können. Wenn es blöd läuft und wir mehr Auswärtsspiele haben oder Siegprämien dazukommen, kann es ein Minusgeschäft werden“, sagt der „Herr der Zahlen“ bei den Pinguins.

Aber natürlich ist Hasselbring nicht nur Kaufmann, sondern in erster Linie Fan. Und deswegen schiebt er lachend hinterher: „Keine Angst, ich werde nie in die Kabine gehen und sagen: Ihr müsst heute verlieren‘. Wenn die Mannschaft Erfolge feiert, sind das Probleme, die ich herzlich gerne löse.“ Egal, ob die Pinguins früh ausscheiden oder bis ins Finale kommen. Die Saison werde der Club mit einer „schwarzen Null“ abschließen, verspricht der 50-Jährige.

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Etat wird wohl stagnieren

Hasselbring ist seit dem 1. Mai 2013 alleiniger Geschäftsführer der Pinguins. In seiner Amtszeit haben die Pinguins den Etat jedes Jahr ein wenig gesteigert. Zuletzt auf gut 4,5 Millionen Euro. Langsam aber, so Hasselbring, sei die Grenze erreicht. Er nimmt nicht an, dass in der kommenden Saison ein weiteres Plus möglich ist.

„Mit Covestro fällt der Ligasponsor weg. Die Partnerschaft hat jedem Club rund 150.000 Euro eingebracht. Bisher ist kein Nachfolger gefunden worden“, sagt er. Und für einen kleinen Club wie die Pinguins sei es schwer, solche Summen an anderer Stelle zu erwirtschaften. Knapp 200 regionale Sponsoren hat der Club. Sicher seien einige bereit, ihr Sponsoring zu erhöhen. Große Mehreinnahmen seien dadurch aber nicht zu erzielen.

Ticketpreise sollen erhöht werden

Nachdem die Ticketpreise in der vergangenen Saison nicht verändert worden waren, soll es zur neuen Saison eine Preiserhöhung geben, kündigte Hasselbring an. Diese solle aber moderat ausfallen, versprach der Pinguins-Geschäftsführer.

Und eine weitere wichtige Änderung für die Fans wird kommen: In der Saisonkarte sollen nur noch die ersten beiden Playoffspiele inklusive sein. Jede weitere Partie müssten die Fans dann zusätzlich bezahlen.

„Das klingt erst einmal dramatisch, ist es aber nicht. In unseren erfolgreichen ersten drei Jahren in der DEL hatten wir sechs Playoff-Heimspiele. Die Fans hätten also insgesamt nur zwei Spiele zusätzlich bezahlen müssen“, sagt Hasselbring und hofft auf Verständnis. Für den Club hat die Umstellung den Vorteil, dass bei einem größeren sportlichen Erfolg auch größere zusätzliche Einnahmen erzielt werden. Und Hasselbring könnte diesen Erfolg dann auch uneingeschränkt genießen.

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