Gartenbauamtsdezernent Dr. Ulf Eversberg freut sich über die Wiederentdeckung der über lange Jahre im Verborgenen liegenden Findlinge im Speckenbütteler Park.

Gartenbauamtsdezernent Dr. Ulf Eversberg freut sich über die Wiederentdeckung der über lange Jahre im Verborgenen liegenden Findlinge im Speckenbütteler Park.

Foto: Lammers

Gartenbauamtsdezernent Dr. Ulf Eversberg freut sich über die Wiederentdeckung der über lange Jahre im Verborgenen liegenden Findlinge im Speckenbütteler Park.

Heute

Rätselhafte Findlinge im Speckenbütteler Park

Ganz sacht trudeln dicke Schneeflocken vom Himmel. Legen sich auf den Hügel aus Granit. „Wasser“ steht darauf. Warum nur? Und wo kommen dieser und die fünf weiteren Findlinge im Speckenbütteler Park eigentlich her? Fragen, die sich auch das Gartenbauamt stellte, nachdem eine Spaziergängerin auf die im Gestrüpp versteckten Steine aufmerksam gemacht hatte.

Kreis-Icon-Nordstern

Rita Kaminiarz staunte nicht schlecht, als sie die mysteriösen Findlinge bei einem ihrer Spaziergänge durch den Speckenbütteler Park entdeckte. In direkter Nähe zum Bootsteich. Inmitten eines wild verwachsenen Areals neben dem Bootshaus. „Als ich sie dort sah, habe ich mich natürlich gefragt, was sie zu bedeuten haben“, berichtet sie.

Eine Frage, die sich auch Gartenbauamtsdezernent Dr. Ulf Eversberg (Grüne) stellte, als er von dem merkwürdigen Fund hörte. Flugs machte er sich daran, das Rätsel zu lüften. „Ich war von vier beschrifteten Steinen ausgegangen. Und dachte sofort daran, dass die Beschriftungen mit den vier Elementen zu tun haben könnten“, sagt Eversberg. Doch dem war nicht so. Eine Begehung später war klar, dass es sich sogar um sechs Steine handelte, die dort im Verborgenen lagen. Ebenfalls deutlich erkennbar: Jemand hatte sie irgendwann bearbeitet.

Auf jedem Stein findet sich eine Inschrift: „Park“, „Weite“, „Wiese“, „Stein“, „Wald“, „Wasser“. „Die Steine passen mit diesen Beschriftungen sehr schön in den Park“, waren sich Eversberg und der Leiter des Gartenbauamtes, Thomas Reinicke, einig. Ebenso darüber, dass sie wieder gut sichtbar im Park aufgestellt werden sollten.

Um die Frage ihrer Herkunft zu klären, setzte sich Eversberg mit einem ehemaligen Gartenbauamtsleiter in Verbindung. Tatsächlich: „Dr. Jürgen Milchert konnte mir Auskunft geben“, sagt Eversberg. Milchert hatte das Gartenbauamt in der Zeit von 1989 bis 1997 geleitet. Seitdem hat er eine Professur an der Universität Osnabrück inne. „Milchert erzählte mir, dass die Findlinge vor etwa 35 Jahren bei Grabungsarbeiten zur Umgestaltung des Parks gefunden worden seien“, berichtet Eversberg. Bevor sie dort gestrandet waren, hatten sie einen weiten Weg hinter sich: „Die Findlinge stammen aus Skandinavien und kamen mit den Gletschern der Eiszeit vor vielleicht 12.000 Jahren zu uns. Als sich das Eis zurückzog, blieben die Steine zurück.“ Milchert habe die Idee gehabt, sie beschriften zu lassen und mit den Begriffen eine Verbindung zum Park zu verdeutlichen. Danach seien sie in einer Linie vom Bootsteich über das Gelände, an dem heute das Weidenschloss steht, bis zum Schmetterlingshügel aufgestellt worden.

Steine wieder aufgestellt

Apropos Schmetterlingshügel. Ebenso wie die Steine ist auch der Schmetterlingshügel ein wenig in den Hintergrund gerückt. „Auf einen Schmetterlingshügel gehören auch Schmetterlinge. Wir werden prüfen, ob die Pflanzen dort auch solche sind, die Schmetterlinge anziehen“, sagt Eversberg.

Die Steine jedenfalls wurden mittlerweile wieder in der Flucht aufgestellt, in der sie sich befanden, nachdem Milchert sie hatte beschriften lassen. Zwei Steine müssten noch miteinander vertauscht werden, damit sie wieder in der ursprünglichen Reihenfolge „Park“, „Weite“, „Wiese“, „Wasser“, „Wald“ und „Stein“ stehen. Die ist allerdings nicht in Stein gemeißelt: „Wir überlegen noch, ob wir sie dem Sonnenstand des Frühlingsbeginns entsprechend anordnen.“

Aber warum waren sie so lange in der Versenkung verschwunden? „Als das Weidenschloss gebaut wurde, hatte man sie an die Seite geräumt“, weiß Eversberg. Und dort lagen sie dann, bis Rita Kaminiarz ihren Dornröschenschlaf aufdeckte.

nach Oben