Auf den Link in einer SMS von zweifelhaften oder unbekannten Absendern tippt man besser nicht.

Auf den Link in einer SMS von zweifelhaften oder unbekannten Absendern tippt man besser nicht.

Foto: Klose/dpa, Verbraucherzentrale Bremen

Auf den Link in einer SMS von zweifelhaften oder unbekannten Absendern tippt man besser nicht.

Heute

SMS mit gefährlichem Inhalt

Shoppen im Internet hat während der Pandemie Hochkonjunktur. Gute Geschäfte versprechen sich aber auch Internet-Kriminelle, die zurzeit mit einer perfiden Masche an die Daten von Internet-Nutzern zu kommen versuchen: Per SMS kündigen sie ihren Opfern ein Paket an. Ein simpler Klick auf den angezeigten Link kann verhängnisvolle Folgen haben, warnt Nicole Mertgen-Sauer von der Verbraucherzentrale.

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„Seit zwei Wochen bekommen wir täglich Anfragen von Verbrauchern, wegen solcher SMS“, sagt die Rechtsreferentin der Verbraucher-Zentrale Bremen. Darunter seien auch etliche aus Bremerhaven. Ihr Mann habe gerade einen Tag zuvor eine solche Benachrichtigung auf seinem Handy gehabt. Der Inhalt kommt unverdächtig daher, schließlich bestellen aktuell sehr viele Kunden im Internet. „Ihr Paket ist da“, lautet somit eine Nachricht, die für viele Verbraucher zum Alltag gehört. So alltäglich diese Nachricht erscheinen mag, ein Umstand sollte Verbraucher sofort alarmieren: „Stutzig sollte man schon bei der SMS werden, denn Lieferanten haben oftmals nur die E-Mail-Adresse und nicht die Handynummer“, sagt die Verbraucherschützerin.

Mehrere SMS-Varianten

Aktuell werden beispielsweise SMS mit folgenden Inhalten versendet: „Ihr Paket wurde verschickt. Bitte überprüfen und akzeptieren Sie es. http://....duckdns.org“, und auch „Ihr Paket kommt an, verfolgen Sie es hier: http://******/t/?Tn2****“. „Zusätzlich tauchen in einigen SMS-Nachrichten nun die Namen von Firmen und Paketdienstleistern auf“, so Nicole Mertgen-Sauer über den Versuch der Cyber-Kriminellen, die Verbraucher in Sicherheit zu wiegen.

Nicole Mertgen-Sauer ist Referentin Recht/ Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Bremen.

Nicole Mertgen-Sauer ist Referentin Recht/ Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Bremen.

Foto: Gabriele Tinscher

Der harmlose, alltägliche Anstrich ihres Vorgehens scheint zu funktionieren und zahlreiche Arglose in die hinterlistige Falle zu locken, denn nicht ohne Grund setzen sich die Verbraucher-Schützer aktuell täglich mit den Folgen für die Verbraucher auseinander. „Klicken die Verbraucher auf den Link, wird der Handybildschirm nur kurz schwarz und scheinbar passiert nichts weiter. Doch im Hintergrund wird eine Schadsoftware installiert, die die gefährliche SMS von der Nummer des Telefons an unzählige weitere Nummern verschickt“, beschreibt Mertgen-Sauer, was nach dem Anklicken des vermeintlich harmlosen Links passiert.

Schadsoftware späht das Handy aus

„Diese Schadsoftware ermöglicht es den Angreifern, auch das Handy auszuspähen und zu kontrollieren.“ Praktisch bedeutet das, dass die Täter wichtige Daten, wie Passwörter und Kontaktdaten ausspähen und verwenden sowie kostenpflichtige Seiten nutzen können.

Damit Verbrauchern ein solches Szenario erspart bleibt, gilt also: „Auf keinen Fall auf den Link klicken.“ Und: „Beim Betriebssystem Android empfiehlt sich die Installation von Apps aus unbekannten Quellen zu deaktivieren, um damit das Laden von Schadsoftware zu verhindern“, rät Nicole Mertgen-Sauer. „Auf iPhones ist es ratsam, dringend ein Update auf iOS 14.4.2 durchzuführen.“

Hat man doch auf den Link geklickt, dann am besten das Smartphone in den Flugmodus schicken

Verbraucher sollten außerdem eine Drittanbietersperre einrichten. „Das schützt vor ungewollten Kosten auf der Handyrechnung. Eine interaktive Vorlage, die dazu an den Mobilfunkanbieter gesendet werden kann, gibt es auf den Seiten der Verbraucherzentralen.“

Und was ist zu tun, wenn man in die Falle getappt ist und den Link geklickt hat? „Das Wichtigste zuerst: Ruhe bewahren“, betont Nicole Mertgen-Sauer. „Dann sollte man auf jeden Fall das Smartphone in den Flugmodus versetzen, so wird der Versand weiterer SMS-Nachrichten verhindert.“ Danach am besten einen Virenscanner für das Handy herunterladen und das Smartphone auf Virenbefall überprüfen. Zusätzlich sollten die zuletzt installierten und unbekannten Apps deinstalliert werden.

Wenn all diese Maßnahmen nicht helfen, empfiehlt Nicole Mertgen-Sauer, das Smartphone auf Werkseinstellungen zurückzusetzen, auch wenn damit alle Fotos, Videos und anderen Daten verlorengehen. Allen betroffenen Verbrauchern rät sie, Strafanzeige bei der Polizei zu stellen.

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