Ob es in diesem Jahr noch Footballspiele mit den Seahawks im Nordseestadion geben wird, ist mehr als fraglich.

Ob es in diesem Jahr noch Footballspiele mit den Seahawks im Nordseestadion geben wird, ist mehr als fraglich.

Foto: Ralf Masorat

Ob es in diesem Jahr noch Footballspiele mit den Seahawks im Nordseestadion geben wird, ist mehr als fraglich.

Heute

Seahawks schreiben Saison noch nicht ab

Für sein erstes Jahr bei den Bremerhaven Seahawks hatte sich James Joseph „JJ“ Fayed so viel vorgenommen. „Es hätte eine magische Saison werden können, das habe ich gefühlt. Die Jungs haben hart gearbeitet und meine Spielphilosophie immer besser verstanden. Und dann kam das Corona-Virus“, sagt der neue Headcoach der OSC-Footballer. Ob der Vizemeister der Regionalliga Nord in diesem Jahr eine reguläre Drittliga-Saison spielen kann, ist angesichts der durch die Pandemie erzwungenen Einschränkungen sehr fraglich.

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„In Amerika sagt man: Wenn du Gott lachen hören willst, erzähle ihm von deinen Plänen“, hat sich Fayed, der gerne und viel lacht, auch in der Football-Pause seinen Humor bewahrt. Der Nachfolger des langjährigen Cheftrainers Mike Böhlken bleibt optimistisch, obwohl das letzte Mannschaftstraining noch vor der Kontaktsperre im März stattgefunden hat. Auf Taktik-Schulungen über Video hat Fayed seitdem bewusst verzichtet: „Ich habe entschieden, dass wir komplett herunterfahren.

Football war doch das Letzte, was die Jungs in dieser Situation im Kopf hatten. Sie sollten sich darauf konzentrieren, gesund zu bleiben und sich um ihre Familien zu kümmern.“ Erst in der kommenden Woche werden die Seahawks mal wieder online zu einer Video-Konferenz zusammenkommen - auch in der Hoffnung, dass der Trainingsbetrieb im Mai allmählich wieder aufgenommen werden kann. Unter welchen Bedingungen das möglich sein könnte, ist eine Frage, über die sich auch Fabian Fuß den Kopf zerbricht.

Seine erste Saison als Headcoach der Bremerhaven Seahawks hatte sich JJ Fayed anders vorgestellt.

Seine erste Saison als Headcoach der Bremerhaven Seahawks hatte sich JJ Fayed anders vorgestellt.

Foto: Arnd Hartmann

Der Sportdirektor der Seahawks sichtet mit Interesse Meldungen, dass zum Beispiel die Schwäbisch Hall Unicorns unter strengen Auflagen wieder in Kleingruppen von bis zu fünf Spielern trainieren können - allerdings fällt der deutsche Vizemeister unter die Ausnahmeregel für Profisportler.

So richtig kann sich Fuß, der sich einen leichteren Einstand als Sportdirektor gewünscht hätte, noch nicht vorstellen, wie im Vollkontaktsport Football Abstandsregeln eingehalten werden könnten: „Das ist nicht so produktiv, wenn man Spielzüge nicht üben kann. Gerade Laufspielzüge, wo auch mal 15 Spieler auf fünf Quadratmetern zusammenkommen.“ Selbst in Schwäbisch Hall seien wohl nicht mehr als Bewegungsübungen drin, vermutet Fuß: „Sachen, die man eigentlich im Winter macht. Aber die Hauptsache ist, dass man überhaupt wieder was machen kann.“

Schnelle Entscheidung

Der American Football-Verband Deutschland will zumindest den Versuch unternehmen, die Saison in der German Football League (GFL) und in der German Football League 2 (GFL2) zu retten. Wie ist in den Spielklassen darunter aussieht, ist dagegen unklar. „Es gibt viele Gerüchte. Man hört von einer wertungsfreien Saison, in der es nur Freundschaftsspiele geben soll. Ich weiß nicht, ob das eine Lösung wäre. Warum soll man eine Saison spielen, wenn man nicht die Chance hat aufzusteigen?“, sagt der Seahawks-Sportdirektor, der die Hoffnung auf Football im Nordseestadion noch nicht aufgegeben hat.

Klar sei aber, dass eine Entscheidung möglichst schnell - Anfang Mai - fallen müsse, um die Clubs vor finanziellen Schäden zu bewahren. So hat Fuß gemeinsam mit Trainer Fayed den neuen Quarterback Hunter Moore informiert, dass die Krise Folgen für ihn haben könnte. „Wenn es keine Spiele gibt, werden wir ihn nach Hause schicken müssen“, verdeutlicht Fuß.

Die Ziele

Dabei sind die Seahawks mit ihrem neuen Spielmacher, den das Team sofort als Führungsspieler akzeptiert habe, sehr zufrieden. „Er ist ein toller Junge, wir wollen lange mit ihm zusammenarbeiten“, sagt Fayed. Der neue Headcoach sieht Moore als einen Baustein, um den Seahawks eine Identität zu geben: „Jede Stadt hat ihre eigene Identität. Und die sollte das Team widerspiegeln. Wir wollen physischen Football spielen, hart in der Defense und smart in der Offense.“ Das sind Ziele, an denen Fayed über die Corona-Krise hinaus festhalten will.

Die Saison

Eigentlich wären die Bremerhaven Seahawks bereits in die Saison gestartet, am vergangenen Samstag hätte das Spiel beim früheren deutschen Meister Hamburg Blue Devils auf dem Spielplan gestanden. Doch die Saison ist bis wegen Corona zum 30. Mai unterbrochen.

Der bayerische American-Football-Verband hat sich bereits dazu entschieden, die Saison in allen Ligen ab der Regionalliga abzusagen. Die Auf- und Abstiegsregelung wird außer Kraft gesetzt.

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