Gerda Nitschke erholt sich nach ihrer Corona-Impfung im Ruheraum des Impfzentrums.

Gerda Nitschke erholt sich nach ihrer Corona-Impfung im Ruheraum des Impfzentrums.

Foto: Andrea Lammers

Gerda Nitschke erholt sich nach ihrer Corona-Impfung im Ruheraum des Impfzentrums.

Heute

So läuft es im Impfzentrum Bremerhaven

Entspannt sitzt Gerda Nitschke (93) im Ruheraum des Impfzentrums. Wenige Minuten ist es her, dass sie gegen Corona geimpft wurde. Ob sie Angst vor der Impfung hatte? „Ich habe in meinem Leben schon ganz anderes überstanden“, sagt die Seniorin. Sie lächelt, ist froh, der Pandemie bereits ein klein wenig die Stirn geboten zu haben.

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Gleich wird ihr Sohn sie nach Hause fahren, erzählt Gerda Nitschke munter. Sie ist eine von rund 3400 Bremerhavenern im Alter ab 85 Jahren, die in diesen Tagen Post vom Bürger- und Ordnungsamt im Briefkasten hatten. Darin enthalten: die Einladung zur Impfung gegen Covid-19. „Rund 40 Prozent der Angeschriebenen haben sich bereits angemeldet“, weiß Jens Cordes, Leiter der Projektgruppe Impfzentrum. Und: „Es ist erstaunlich, mit welch vorbildlicher Disziplin sich die meisten Senioren mit dem Thema auseinandergesetzt haben.“

Mehr als 300 Senioren pro Woche im Impfzentrum

Während mobile Impfteams die Bewohner der zwölf Seniorenpflegeeinrichtungen in der Seestadt versorgen, kommen zwischen 300 bis 350 Senioren derzeit pro Woche ins Impfzentrum, um sich gegen Corona schützen zu lassen. Bei den Senioren, die zu Hause gepflegt werden, gibt es allerdings Verzögerungen: Die zur Verfügung stehenden Impfstoffe besitzen nicht die Beschaffenheit, im aufbereiteten Zustand transportiert zu werden, räumt Cordes ein. „Das ist ein logistisches Problem.“ Entsprechend geeignete Stoffe müssten noch zugelassen werden.

Während sich Gerda Nitschke bei einem Wasser von der Impfung erholt, nimmt Sicherheitsmann Gundram Keßenich vor dem Eingang einen Mann am Rollator in Empfang, zeigt ihm und seiner Tochter, wo sie hinmüssen. Der Parkplatz ist nur einen Steinwurf entfernt. Und, so Jacqueline Stransky vom Organisationsteam: „Während der Impfaktion kostenfrei zu nutzen.“ Wer den Eingang beobachtet, der sieht immer wieder augenscheinlich Hochbetagte mit häufig ebenfalls bereits ergrauten Begleitpersonen. „Es sind häufig die Kinder, die ihre Eltern unterstützen“, so auch der Eindruck von Jacqueline Stransky. Ein Grund dafür, warum das Zentrum auch an den Wochenenden geöffnet ist: „Wir möchten berufstätigen Begleitpersonen bei den Terminen entgegenkommen“, sagt Cordes.

So ähnlich könnte es aussehen, wenn Johanniter Jan Lückert seine Kollegin Britta Schönfeld impfen würde. Doch sie ist noch nicht an der Reihe. Zurzeit verhilft der Ehrenamtliche noch den Menschen über 85 zu einer Impfung.

So ähnlich könnte es aussehen, wenn Johanniter Jan Lückert seine Kollegin Britta Schönfeld impfen würde. Doch sie ist noch nicht an der Reihe. Zurzeit verhilft der Ehrenamtliche noch den Menschen über 85 zu einer Impfung.

Foto: Lammers

Für die kommenden drei Wochen sind unterdessen bereits alle Termine ausgebucht. Die werden über das Impfcall-Center vergeben. So steht es auch in dem Anschreiben, dass die Senioren zugeschickt bekommen haben. Wer sich nicht per Internet anmelden möchte, kann das unter der bundesweiten Telefonnummer 116117. „Ratsam ist es, bei dem Telefonat auch gleich die Postleitzahl zur Hand zu haben, die nach Aufforderung über die Tastatur des Telefons eingegeben werden muss“, rät Jacqueline Stransky. Dann werden die Anrufer nach Namen, Geburtsdatum und persönlichem Zahlencode gefragt. Der Code steht auf der Einladung. Im Gegenzug gibt es Termine für die erste und die zweite Impfung.

Taxi auf Landeskosten

Ist der Termin gekommen und niemand in der Nähe, der wie der Sohn von Gerda Nitschke, den Transport gewährleisten kann, sollen Senioren auf Landeskosten ein Taxi für den Transport rufen können. Allerdings gibt es noch Gespräche über den genauen Ablauf der Finanzierung. Alle Versicherten der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK), die schwerbehindert sind oder die Pflegegrade drei bis fünf besitzen, bekommen in diesen Tagen sogar entsprechende Taxi-Gutscheine von der Kasse zugeschickt, so Pressesprecher Jörn Hons.

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Damit sie am Zielort für den entscheidenden Pieks vorbereitet sind, empfiehlt Jan Lückert, ehrenamtlicher Helfer bei den Johannitern, einen Zwiebel-Look zu tragen: „Eine Strickjacke und etwas Kurzes drunter.“ Damit die Senioren die Prozedur auch sonst gut überstehen, warten Leihrollstühle, Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen, allgegenwärtige Barrierefreiheit und viele Helfer, die mit Rat und Tat unterstützen. Fazit von Gerda Nitschke: „Das hier ist alles in bester Ordnung.“

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