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Die Kronos-Pier (im Vordergrund vor dem Steelwind-Anlieger) ist sanierungsbedürftig. Die gut 50 Jahre alte Betonkonstruktion ist marode.

Die Kronos-Pier (im Vordergrund vor dem Steelwind-Anlieger) ist sanierungsbedürftig. Die gut 50 Jahre alte Betonkonstruktion ist marode.

Foto: Lennart Edel

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Stadt Nordenham will Pier verkaufen

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Seit mehr als zwei Jahren dümpelt das Thema Sanierung des Kronos-Anlegers nun schon vor sich. Mittlerweile zeichnet sich eine neue Lösung ab. Mehrere Privatunternehmen interessieren sich dafür, die Pier zu übernehmen und zu betreiben. Die wird zwar ausschließlich von Kronos Titan genutzt, gehört aber der Stadt Nordenham.

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Der Nordenhamer Stadtrat hatte nach langen Diskussionen schon die Mittel freigegeben für die Sanierung. Es geht um insgesamt 9 Millionen Euro einschließlich Planungskosten und Zinsen, die Kronos innerhalb von zehn Jahren über die Pacht zurückzahlen würde. Kronos hat 1969 die Produktion in Blexen aufgenommen, also vor gut 50 Jahren. So alt ist auch der Anleger. Und der ist inzwischen dringend sanierungsbedürftig. Kronos wird über die Pier mit den erforderlichen Rohstoffen versorgt: dem Erz Ilmenit aus Norwegen und Schwefelsäure.

Bereithaltung der Hafeninfrastruktur

Die Stadt hat den Anleger seinerzeit aus Gründen der Wirtschaftsförderung auf eigene Kosten bauen lassen. Seitdem steht Kronos auf dem Standpunkt, dass es auch Aufgabe der Stadt sei, den Anleger zu erhalten. Die vor gut zwei Jahren zunächst von der SPD-Fraktion vorgetragene Auffassung, dass Kronos für die Sanierung des Kronos-Anlegers selbst aufkommen sollte, wurde von dem Titandioxid-Produzenten kategorisch zurückgewiesen. Kronos vertritt die Auffassung, dass die Bereithaltung der Hafeninfrastruktur nicht Aufgabe des Unternehmens sei.

Private Interessenten

Der Konflikt wurde beigelegt, auch weil Kronos sich bereit erklärte, die städtische Investition über die Pacht zügig zurückzubezahlen. Die Stadt hat die erforderlichen Mittel in den Haushaltsentwurf eingestellt. Doch es ist gut möglich, dass die Stadt das Geld gar nicht wird investieren müssen. Denn es gibt private Interessenten.

Verkauf europaweit ausschreiben

Bürgermeister Carsten Seyfarth spricht auf Anfrage der Kreiszeitung von mehreren Interessensbekundungen. Nun kann die Stadt den Anleger nicht einfach verkaufen. Sie muss den Verkauf europaweit ausschreiben. Das wird derzeit vorbereitet. Dabei lässt sich die Stadt von einem Fachanwalt beraten. Gut möglich, dass sich in der Nordenhamer Hafenkulisse auf diesem Weg ein neuer Anbieter etabliert.

Schuldenberg in den 1970er Jahren

Üblicherweise wird die Hafeninfrastruktur von den Bundesländern bereitgestellt. Doch in Nordenham gibt es, außer dem kleinen Großensieler Hafen, keinen Landeshafen. So ist die Stadt mehrfach eingesprungen, hat unter anderem den Drehwippkran der Midgard finanziert und auch den RoRo-Anleger bei Premium Aerotec. Zu einem finanziellen Debakel geriet für die Stadt die Finanzierung der Hafeninfrastruktur für Asbestos in den 1970er Jahren. Nach zehn Jahren verabschiedete sich das Unternehmen schon wieder aus Nordenham, und die Stadt blieb auf einem Berg Schulden sitzen. Dieser Anleger gehört längst der Midgard.

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