Hornveilchen dürfen bereits jetzt – möglichst in Kübeln – an die frische Luft.

Hornveilchen dürfen bereits jetzt – möglichst in Kübeln – an die frische Luft.

Foto: Oliver Henrikson

Heute

Startschuss für die Gartensaison

Es ist Zeit. Zeit für Frühlingsgefühle. Manchen Pflanzenfreund dürfte es bereits in den Händen kribbeln: Jetzt beginnt die Zeit zum Säen, Pflanzen und Graben. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl sehen Garteninhaber schon bald die ersten grünen Triebe auf ihrer Scholle. Was es dabei zu beachten gilt, weiß Garten-Experte Oliver Henrikson.


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Henrikson ist Fachberater beim Bezirksverband der Gartenfreunde und ein wandelndes Garten-Lexikon obendrein. Aber auch demjenigen, der noch Meilen von erwähnenswertem Fachwissen in Sachen Pflanzen-Hege-und-Pflege entfernt ist, dürfte klar sein, dass der optimale Start in die Garten-Saison ganz unten beginnt. Am Boden nämlich: „Um den Boden vorzubereiten, ist jetzt noch die Zeit, falls noch nicht geschehen, alten Kompost auf Gemüse- und Staudenbeete zu verteilen“ rät Henrikson.

Rasen jetzt vertikutieren

Für einen saftig-grünen Rasen lassen sich momentan ebenfalls die optimalen Weichen stellen: „Der Rasen kann, wenn er nicht zu nass ist, jetzt vertikutiert werden. Vorher sollte man ihn auf rund fünf Zentimeter schneiden.“ So weit, so gut. Für ein optimales Ergebnis benötigt der Rasen, sagt Henrikson, danach noch einen Schluck aus der Dünger-Flasche. „Bei dieser Frühjahrsdüngung sollte man einen Dünger mit Langzeitwirkung bevorzugen. Auch kann es notwendig sein, den Rasen zu kalken, um die Neubildung von Moos zu unterbinden beziehungsweise zu erschweren.“ Doch Obacht: „Wichtig ist hierbei, vorher den pH-Wert des Bodens zu bestimmen. Für Rasen ist ein pH-Bereich zwischen 5,5 und 7,5 ideal – also im leicht sauren bis neutralen Bereich.“

Ist der Boden erstmal „bezugsfertig“ können jetzt die ersten Aussaaten ins Freiland beginnen: „Zum Beispiel Spinat, Erbsen, Möhren, Schnittsalat oder Radieschen“, zählt der Fachmann auf. „In den Gartenmärkten sind erste, vorgezogene, Pflanzen erhältlich. Auf die Beete können schon Salate oder Kohlrabi, Steckzwiebeln, Schalotten, Knoblauch ausgebracht werden.“ Die etwas empfindlicheren Kulturen wie beispielsweise Mangold dürfen auch bereits gepflanzt werden, allerdings nur in Hochbeete. Und: „Hier gilt es, den Wetterbericht zu beachten. Bei sinkenden Temperaturen sollte alles mit Vlies abgedeckt werden.“ Kräuterfreunde können sich jetzt schon beim Pflanzen von Zitronenmelisse oder Liebstöckel austoben.

Tomaten, Gurken und Co. zieht Oliver Henrikson in Minigewächshäusern auf der Fensterbank vor.

Tomaten, Gurken und Co. zieht Oliver Henrikson in Minigewächshäusern auf der Fensterbank vor.

Foto: Lammers/Archiv

Im Hochbeet haben empfindlichere Pflanzen genug Wärme, was ihnen den Auszug ins Freie ermöglicht.

Im Hochbeet haben empfindlichere Pflanzen genug Wärme, was ihnen den Auszug ins Freie ermöglicht.

Foto: Henrikson

Alle wärmeliebenden Kulturen wie beispielsweise Tomaten, Gurken, Bohnen haben jedoch noch Hausarrest: „Sie dürfen erst rausgepflanzt werden, wenn es nicht mehr friert.“

Grünes Licht gibt es dagegen schon für den Auszug der ersten Frühkartoffeln in die Beete: Sie dürfen ab Mitte bis Ende April in die Erde. „Die Frühkartoffeln aber lieber ein paar Zentimeter tiefer setzen, damit sie gegen kalte Nächte geschützt sind“, rät Henrikson. Gute Nachrichten auch für all jene, die sich bereits auf die leckeren, roten Früchtchen freuen, die sich im Frühsommer gerne auf Kuchen und Vanilleeis-Bergen tummeln: „Erdbeeren dürfen nun gepflanzt werden.“

Und was ist mit den optischen Leckerbissen, in Form von Frühlingsblumen? „Die jetzt im Handel erhältlichen Blumen können in Kübel gepflanzt werden, brauchen aber unter Umständen noch Schutz bei fallenden Temperaturen“, rät Henrikson. Richtige Sommerblumen wie Verbenen, Tagetes, Männertreu, Zinnie, Petunie sollten dagegen erst Mitte Mai ihr „Coming out“ haben.

Teilung wirkt oft Wunder

Perfekt hingegen ist der April für das Teilen von Stauden, sagt der Fachberater: „Einfach mit dem Spaten die Stauden in mehrer kleine Stücke teilen und verpflanzen. Gerade bei blühfaulen Pflanzen wirkt die Teilung oftmals Wunder, da diese angeregt werden, neue Wurzeln und Triebe zu bilden und es mit einem sehr reichlichen Blütenflor im Sommer danken.“ Apropos Blütenflor: Wer jetzt von duftenden Rosen im Sommer träumt, kann dieses Erlebnis nun gründlich vorbereiten, indem er sie beschneidet. Aber auch erst dann, wenn es nicht mehr friert.

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