Ein unscheinbarer grauer Kasten mit spektakulärer Technik: An Bord des Wracks der „Seuten Deern“ und zuvor im Bangert-Bau stellt das Deutsche Schifffahrtsmuseum den 3-D-Scanner und die Firma vor, die das gesamte Schiff dreidimensional an vier Milliarden Punkten vermisst. Foto Scheschonka

Ein unscheinbarer grauer Kasten mit spektakulärer Technik: An Bord des Wracks der „Seuten Deern“ und zuvor im Bangert-Bau stellt das Deutsche Schifffahrtsmuseum den 3-D-Scanner und die Firma vor, die das gesamte Schiff dreidimensional an vier Milliarden Punkten vermisst. Foto Scheschonka

Foto: Lothar Scheschonka

Ein unscheinbarer grauer Kasten mit spektakulärer Technik: An Bord des Wracks der „Seuten Deern“ und zuvor im Bangert-Bau stellt das Deutsche Schifffahrtsmuseum den 3-D-Scanner und die Firma vor, die das gesamte Schiff dreidimensional an vier Milliarden Punkten vermisst. Foto Scheschonka

Heute

Vier Milliarden Schüsse auf die „Seute Deern“

Die Vermessung der Welt – in einem Tag, in vier Milliarden „Schüssen“. Laserlicht-Schüsse, abgefeuert binnen Sekunden auf eine maritime Welt, die dem Untergang geweiht war. Zum Jahrestag des „Untergangs der ,Seuten Deern‘“ am kommenden Sonntag präsentiert das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) vor großem Medienaufgebot an Bord, wie das Schiff vor dem Abwracken noch Zentimeter für Zentimeter dreidimensional erfasst wird. Doch ihre letzten Geheimnisse gibt die „verdeubelte Deern“ auch dem High-Tech-Scanner noch nicht preis.

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In die tiefsten „Eingeweide“ im ausgebrannten Bauch der hölzernen Bark, in die kein Licht dringt, bloß der Schimmel – unter dem Ladedeck zum Beispiel, in den Raum zwischen Innen- und Außenwand oder auch im Unterwasserschiff, das jetzt im Sand eingebuddelt liegt – dringt der Laserstrahl-Scanner genau so wenig vor wie der menschliche Blick. „Erst im Zuge des Rückbaus können wir auch mit dem Gerät dort hin und vermessen“, erklärt Dr. Lars Kröger. Der Projektleiter des DSM für den Museumshafen schwärmt zwischen dem noch erhaltenen Steuerruder draußen und den immer noch brenzlig muffelnden Holzkohle-Ruinen drinnen von dieser Technik, die „ein mehrschichtiges Dokumentationssystem“ und damit ein „Raumbuch“ erstellt, das auch in Jahrzehnten noch wie ein Lexikon-Nachschlagewerk „Fragen beantworten können wird, die wir heute noch gar nicht kennen“. Vor allem nach der Konstruktionsweise vor 100 Jahren, wo und warum welche Schraube oder sonstigen Bauteile verwendet wurden. „Denn die Original-Konstruktionspläne gibt es nicht mehr. Erst wieder vom Umbau in den 1930er Jahren zur Dreimastbark.“

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