Auf Hinweisschildern an der Autobahnauffahrt Elsdorf ist die Erweiterung des Login-Parks schon Realität. Die neuen Unternehmensansiedlungen an der Autobahn sind einer der Boom-Faktoren in der Gemeinde.

Auf Hinweisschildern an der Autobahnauffahrt Elsdorf ist die Erweiterung des Login-Parks schon Realität. Die neuen Unternehmensansiedlungen an der Autobahn sind einer der Boom-Faktoren in der Gemeinde.

Foto: Albers

Auf Hinweisschildern an der Autobahnauffahrt Elsdorf ist die Erweiterung des Login-Parks schon Realität. Die neuen Unternehmensansiedlungen an der Autobahn sind einer der Boom-Faktoren in der Gemeinde.

Leben

Bürgermeister: „Die Gemeinde Elsdorf boomt“

Für Bürgermeister Andreas Bellmann ist Elsdorf derzeit ein Dorf, das boomt. Neue Firmen werden im nächsten Abschnitt des Login-Parks an der Autobahn 1 angesiedelt, dadurch wird der Arbeitskräftebedarf enorm steigen. Mit Sieks Weg entsteht ein weiteres Baugebiet. Im Gespräch mit Andreas Kurth äußert sich der Ratsvorsitzende auch zur IGS in Zeven - die er als die geeignete Schule für die Elsdorfer Kinder bezeichnet.

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Andreas Bellmann, das merkwürdige Corona-Jahr ist vorbei. Wie war 2020 - abgesehen von der Pandemie - für die Gemeinde Elsdorf? Ich starte mal bei mir persönlich, weil ich das besonders gemerkt habe. Als Bürgermeister habe ich viele Kontakte zu Menschen, zu Vereinen, überall in der Gemeinde. Es macht mir immer viel Spaß, überall präsent zu sein. Und seit Beginn der Corona-Pandemie war nichts mehr. Keine öffentlichen Veranstaltungen, wir sind nicht mehr zum Gratulieren zu den Geburtstagen der älteren Mitbürger gegangen. Man wurde nirgendwo mehr eingeladen, alles ist ausgefallen, das war schon eine ungewöhnliche Zeit.

Einen Jahresrückblick ohne das Thema Corona kann man also gar nicht machen? Nein, das geht einfach nicht. Für einen Bürgermeister, ob hauptberuflich oder ehrenamtlich, das ist völlig gleich, hat sich das echt dramatisch geändert. Kein Schützenfest, keine Elsdorfer Pokalwoche, keine Vereinsversammlungen. Bei solchen Gelegenheiten habe ich viele Menschen getroffen, man konnte sich austauschen, Ideen weitergeben. Im Sommer gab es ja die kurze Lockerung, aber jetzt sind wir wieder da, wo wir am Anfang der Pandemie waren.

Für Bürgermeister Andreas Bellmann ist Elsdorf derzeit ein Dorf, das boomt.

Für Bürgermeister Andreas Bellmann ist Elsdorf derzeit ein Dorf, das boomt.

Foto: privat

Also hat der Bürgermeister viel in seinem Gemeindebüro gesessen und telefoniert? Richtig. Ich habe auch viel über Mail und Whatsapp kommuniziert, oft ging es ja gar nicht anders.

Politisch hat der Kindergarten in Elsdorf im Blickpunkt gestanden? So ist es. Wir haben unseren Altbau renoviert und saniert, das muss in diesem Jahr noch fertiggestellt werden. Und wir haben auch noch ziemlich groß angebaut. Da hatten wir uns gefreut, das öffentlichkeitswirksam vorzustellen. Aber es ging dann nicht. Kurz vor dem Lockdown wollten wir eigentlich mit der Zevener Zeitung ein Foto machen, aber das sah einfach noch nicht gut aus. Wir haben das einstimmig angeschoben im Rat, und es ist einfach schade, dass wir das Resultat nicht der Öffentlichkeit präsentieren können. Es ist ein toller Anbau geworden, und die Feier wird nachgeholt, sobald das möglich ist.

Die Schulen sind zwar nicht in der Zuständigkeit der Gemeinden, aber Elsdorf ist betroffen: Es hat Turbulenzen um die Frage gegeben, warum zu viele Eltern ihre Kinder nicht nach Zeven, sondern zur KGS nach Sittensen schicken? Dass kann Ihnen doch als Politiker, der auch schon in der Samtgemeinde aktiv war, nicht gefallen? Natürlich nicht. Wir haben die IGS neu gebaut, und das Ziel war und ist, ein gutes Angebot für die Kinder aus der Samtgemeinde Zeven zu haben. Das wieder zu drehen ist wichtig, aber nicht einfach. Es geht ja nicht nur um Elsdorfer und Gyhumer Kinder, Heeslingen ist auch sehr stark betroffen. Wir müssen wieder dahin kommen, dass die Eltern sagen, wir haben Vertrauen in die IGS, unsere Kinder sollen nach Zeven. Das ist einfach noch nicht gelungen, das muss man ganz ehrlich so sagen.

Was kann die Politik denn dafür unternehmen, auch Sie als Elsdorfer Bürgermeister? Als Bürgermeister kann ich mit den Eltern sprechen, und ihnen sagen, das ist eine gute Schulform, die wir da haben. Wir haben uns das ja damals lange überlegt. Aber ich weiß von vielen Eltern, dass sie das nicht so sehen. Die sehen diese offene Schulform nicht als das passende Angebot für ihre Kinder. Das liegt sicherlich auch daran, dass wir hier eine recht konservative Gesellschaft haben. Die Eltern haben Schwierigkeiten mit den neuen Strukturen, das ist das ganz große Problem. Wir haben uns als Politik entschieden, das Geld zu investieren und diese Schule zu bauen, also müssen wir auch dafür sorgen, dass diese Schule nicht nur akzeptiert, sondern auch genutzt wird.

Das gilt ja umso mehr, als es demnächst noch einige Neubürger in Elsdorf geben wird. Wie weit ist das Baugebiet Sieks Weg gediehen, und wie geht es danach weiter? Sieks Weg wird Mitte 2021 an den Start gehen, da werden wir so um die 25 bis 30 Bauplätze haben. Das ist für Elsdorf eine gute Zahl. Und besonders gut ist, dass wir dann nicht ausverkauft sind, sondern es mit einem weiteren Baugebiet noch mehr Möglicheiten gibt. Die Interessenten rufen schon an, möglicherweise machen wir eine Verlosung wie in Heeslingen.

Elsdorf boomt ja förmlich, oder? Der zweite Teil des Login-Parks wird in Angriff genommen, was haben wir da zu erwarten? Dort sollen 250 bis 300 Arbeitsplätze neu entstehen? Es stimmt schon, die Gemeinde Elsdorf boomt derzeit so richtig. Die Zahl der neuen Arbeitsplätze stimmt so auf jeden Fall, aber wir haben noch mehrere Interessenten für das neue Areal. Da sind noch ein paar Herausforderungen zu meistern. Es geht um Lärm und andere Fragen, und wir werden wohl gemeinsam mit dem Käufer der Fläche einen Vorhaben-bezogenen Bebauungsplan entwickeln. Und auf der anderen Seite der Autobahn ist ja auch noch Wohnungsbau geplant.

Ist es denn denkbar, dass noch weiter geplant wird, wenn der Login-Park voll ist? Beispielsweise in Richtung Burg Elsdorf? Da ist ja schon etwas in Planung. Die Fläche bis zur ehemaligen Brennerei wird von einem Investor beplant. Wir könnten von der Autobahn aus betrachtet vielleicht noch hinter Nörpel und Ikea eine Erweiterung planen. Da ist noch etwas Platz, der Bedarf ist ungebrochen.

Den Arbeitskräftebedarf kann Elsdorf als Gemeinde ja gar nicht decken, oder? Nein, es ist schon gut, dass über eine Buslinie nach Scheeßel geredet wird. Von dort werden sicherlich einige Arbeitskräfte kommen müssen. Diese Buslinie ist für uns also echt wichtig.

Hätten sie sich eine derart dynamische Entwicklung träumen lassen, als Sie Bürgermeister geworden sind? Da fällt doch eine erneute Kandidatur im Herbst leicht, oder? Nein, auf keinen Fall habe ich das erwartet. Der Login-Park hat sich schon überaus positiv entwickelt. Zur Kommunalwahl: Ich werde im Herbst wieder antreten, davon gehe ich fest aus. Für den Gemeinde- und den Samtgemeinderat.

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