Grünkohl mit Meerrettich-Soße: Susanne Peters demonstriert in ihrer Küche, wie lecker das harmoniert.

Grünkohl mit Meerrettich-Soße: Susanne Peters demonstriert in ihrer Küche, wie lecker das harmoniert.

Foto: Andrea Lammers

Grünkohl mit Meerrettich-Soße: Susanne Peters demonstriert in ihrer Küche, wie lecker das harmoniert.

Leben

Grünkohl geht auch ohne Fleisch

Norddeutsche essen im Winter mit Vorliebe deftige Hausmannskost – Grünkohl-Gerichte zum Beispiel. Traditionell mit viel Fleisch. Gleichzeitig entscheiden sich mittlerweile viele Menschen für eine fleischlose beziehungsweise fleischarme Ernährung. Dass sich dieser Trend durchaus mit Grünkohl und Co. vereinbaren lässt, weiß Gesundheitsberaterin Susanne Peters.

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In der Küche von Susanne Peters duftet es köstlich. Nach Meerrettich, nach Grünkohl und nach Butter. In einer Pfanne brutzeln kleine Pellkartoffeln vor sich hin, in einem großen Topf dampft Grünkohl. Das Rezept hat die leidenschaftliche Köchin während ihrer Ausbildung zur Gesundheitsberaterin gelernt. „Während des praktischen Teils war das. Zuerst war ich reichlich skeptisch über die Kombination von Meerrettich-Soße und Grünkohl“, sagt sie. Aber: „Diese verkochte Grünkohl-Pampe, wie wir sie so im Allgemeinen kennen, mochte ich eh nie besonders.“

Eine herzhafte Geschmacksexplosion

Was sie dann im Rahmen des Unterrichts auf dem Teller hatte, hatte damit dann rein gar nichts zu tun. „Der Grünkohl war noch bissfest“, beschreibt Susanne Peters ihre erste positive Überraschung. „Das schmeckte mir nicht nur erheblich besser, die Vitalstoffe bleiben auch viel besser erhalten.“ Eine herzhafte Geschmacksexplosion sei dann die Kombination mit der frischen Meerrettich-Soße gewesen.

Während sie davon erzählt, zerkleinert sie den frischen Meerrettich, der sein frisch-würziges Aroma schließlich in der Mehlschwitze entfaltet. In dem großen Topf gart derweil der Grünkohl. „Das Gericht ist so einfach gemacht und sehr gesund“, sagt Susanne Peters und verrät sodann wie: „Zunächst müssen Zwiebeln klein geschnitten und angedünstet werden. Dann kommen ganze Haferkörnerdazu.“ Die bekommt man, so Susanne Peters im Bio-Laden. Bevor sie sich zu den Zwiebeln gesellen dürfen, hat Susanne Peters sie kurz in Gemüsebrühe geköchelt. Ihr Vorteil: „Sie sind vollwertig und somit supergesund.“

Supergesund ist das Stichwort für Susanne Peters: „Ich war sehr stark an Rheuma erkrankt, als ich vor 35 Jahren anfing, mich vollwertig und fleischfrei zu ernähren“, berichtet sie. Im Zuge der Ernährungsumstellung sei es ihr zusehends besser gegangen. Irgendwann waren die Schmerzen weg, Susanne Peters konnte wieder in ihrem Beruf als zahnmedizinische Assistentin arbeiten. Außerdem bildete sie sich zur Gesundheitsberaterin weiter und begann, in der Volkshochschule Kurse für vollwertige Ernährung zu geben. „Bis Corona ausbrach“, sagt sie.

Dafür ist ihre Küche nach wie vor Schauplatz für ihr privates Kochen. Susanne Peters rührt den Grünkohl mit den Zwiebeln und den Hafenkörnern gründlich um. Gemüsebrühe, Kräutersalz, Pfeffer und ganze Senfkörner kommen noch hinzu. Dürfen insgesamt 20 bis 30 Minuten zusammen in dem großen Topf köcheln.

Aromatische Komposition

Eine aromatische Duftkomposition schwängert die Luft in der gemütlichen Küche. Die Pellkartoffeln brutzeln in der Pfanne, während Susanne Peters aus Butter, Mehl, Wasser und Sahne eine Mehlschwitze herstellt. Hinzu kommen der frische Meerrettich, ein Lorbeerblatt, etwas geriebene Zwiebel, klitzekleine Apfelfasern, eine Prise Kräutersalz, Zitronensaft und Honig.

„Wenn ich daran denke, wie oft ich mich bei Grünkohlwanderungen mit den gekochten Kartoffeln über Wasser gehalten habe“, sagt Susanne Peters verschmitzt und schüttelt mit dem Kopf. „Dabei ist es ganz einfach, vegetarische Grünkohl-Gerichte zu kochen, die sehr, sehr lecker und obendrein deftig sind.“ Denn auch wenn man aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen auf Fleisch verzichten wolle, das norddeutsche „National-Gericht“ sei ernährungs-physiologisch unschlagbar: „Grünkohl enthält viel Magnesium, Betakarotin, B-Vitamine, Vitamin C, Kalzium, Kalium und Phosphor“, zählt sie auf.

„Durch die Corona-Pandemie überdenken viele Menschen ihre Ernährung. Das Interesse an vegetarischen Gerichten stieg aber schon vorher an. Das habe ich in meinen Kochkursen gemerkt. Vielleicht gibt es nach Corona ja auch auf den Speisekarten für Grünkohlwanderer vegetarische Varianten“, sagt Susanne Peters und schmunzelt. Lecker ist die Variante der Gesundheitsberaterin allemal.

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