Harald Graw flüchtete im Januar 1945 als knapp Fünfjähriger mit seiner Familie aus Elbing, der uralten westpreußischen Hansestadt am Frischen Haff, nach Westen. Das alte Familienalbum hütete seine Großmutter die ganze Flucht über.

Harald Graw flüchtete im Januar 1945 als knapp Fünfjähriger mit seiner Familie aus Elbing, der uralten westpreußischen Hansestadt am Frischen Haff, nach Westen. Das alte Familienalbum hütete seine Großmutter die ganze Flucht über.

Foto: Lothar Scheschonka

Harald Graw flüchtete im Januar 1945 als knapp Fünfjähriger mit seiner Familie aus Elbing, der uralten westpreußischen Hansestadt am Frischen Haff, nach Westen. Das alte Familienalbum hütete seine Großmutter die ganze Flucht über.

Leben

Knapp dem Inferno von Dresden entgangen

Als ein russischer Panzerwagen durch die Stadt rollt, weiß Margarethe Graw: Nichts wie weg. Es ist Montagabend, der 22. Januar 1945. Schneesturm. Eisschollen bedecken das Frische Haff. Alle im Mietshaus in Elbing, der alten Hansestadt, sind panisch in Aufbruch. „Eine Mieterin hatte meiner Mutter gesagt, am nächsten Morgen fahre ein Militär-Laster Richtung Westen, wir könnten mit“, erzählt 75 Jahre später Harald Graw, was er einst aus dem Mund seiner Mutter und älteren Schwester erfahren hatte. „Wir haben am 23. Januar unsere Heimat verlassen. Acht Wochen später kamen wir in Dorum an.“

Kreis-Icon-Nordstern
Behutsam blättert der heute 80-Jährige im zerschlissenen Album voll vergilbter Fotos . „Meine Mutter hat es auf der Flucht gehütet.“ Szenen seiner unbeschwerten Kindheit in Elbing, am Ostseestrand von Kahlberg. Eine Kindheit, die jener frühe Januarmorgen jäh unterbricht. „Wir hatten die Kinderschlitten voller Gepäck dabei. Ich habe an dem Tag wohl ständig nach meinem Vater gerufen und geweint.“ Doch Papa Paul ist nicht im Familientreck, er arbeitet auf der Schichau-Werft in Elbing, „er baute mit an Kriegsschiffen.“ Erst zwei Monate später sollte Paul Graw per Schiff in Cuxhaven landen.

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