Peter Prangels Passion ist die „Triola“: Ein Mittelding aus Zither, Harfe und Drehorgel. Da kann er stundenlang kurbeln, damit kleine Holzklöppel durch die Papier-Lochwalzen-Noten hindurch die Saiten anschlagen. „La Paloma“ schnarrt es dann heiser.

Peter Prangels Passion ist die „Triola“: Ein Mittelding aus Zither, Harfe und Drehorgel. Da kann er stundenlang kurbeln, damit kleine Holzklöppel durch die Papier-Lochwalzen-Noten hindurch die Saiten anschlagen. „La Paloma“ schnarrt es dann heiser.

Foto: Arnd Hartmann

Peter Prangels Passion ist die „Triola“: Ein Mittelding aus Zither, Harfe und Drehorgel. Da kann er stundenlang kurbeln, damit kleine Holzklöppel durch die Papier-Lochwalzen-Noten hindurch die Saiten anschlagen. „La Paloma“ schnarrt es dann heiser.

Leben

Verliebt ins Klirren und Schnarren der alten Triola

Der Zitteratismus hat ihn gepackt. In Händen, Ohren, Augen. In Mark und Bein und bis ins Herz scheppert das Klirren, das Schnarren, Röcheln, Flirren. „Das is’ Musik, was?“, seufzt Peter Prangel verklärt. Und kurbelt und kurbelt und kurbelt. „La Paloma ade“, klirrt es silbrig-heiser unter Prangels Pranke, anrührend brüchig und nervenzersägend scharf zugleich. Die historische „Triola“ ist so eine Art „Wolpertinger“ unter den Instrumenten. Nicht Zither, nicht Drehorgel, nicht Harfe. Aber von allen Dreien ein bisschen.

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Es pfeift aus dem letzten Loch, das seltene Gerät, das fast von selber Schmonzetten, Schlager, Opernarien, ja ganze Orchesterwerke aus seinen 25 Metallsaiten zaubert. Sofern Prangels rechte Hand ziemlich schnell ziemlich gleichmäßig die kleine Kurbel vorne dran dreht. Denn die bringt per Zahnrad eine Walze ins Rotieren, von der sich ein Streifen vergilbtes Spezialpapier abspult – voller Löcher. Löcher, durch die winzige Holzklöppel passen. Und so angeordnet sind, dass die Klöppel die Saiten unter ihnen anritzen – plinggg. Ein rauer Ton erzittert. Mehr mechanische Details würden vollends verwirren – immerhin gibt es noch ein paar andere Saiten, die keine Melodie spielen, sondern gleich ganze Akkorde. „Wollen Sie noch den ‚Dritten Mann‘ haben?“ Prangel spult den Albers-Schlager ab und legt eine andere Spule ein, kurbelt. „Dabbeldibba-duuu-badduuu“: Die vielleicht kultigste aller Filmmusiken, seit Orson Wells im Film von 1949 als „Harry Lime“ vom Wiener Zitherspieler Anton Karas musikalisch begleitet wurde.

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