Das Zevener Hallenbad soll nach dem Wunsch von Samtgemeinde-Bürgermeister Henning Fricke bald Geschichte sein. Er geht davon aus, dass bis zur Wahl im September einen Ratsbeschluss zum Neubau eines Hallenbades geben wird.

Das Zevener Hallenbad soll nach dem Wunsch von Samtgemeinde-Bürgermeister Henning Fricke bald Geschichte sein. Er geht davon aus, dass bis zur Wahl im September einen Ratsbeschluss zum Neubau eines Hallenbades geben wird.

Foto: Harder-von Fintel

Das Zevener Hallenbad soll nach dem Wunsch von Samtgemeinde-Bürgermeister Henning Fricke bald Geschichte sein. Er geht davon aus, dass bis zur Wahl im September einen Ratsbeschluss zum Neubau eines Hallenbades geben wird.

Leben

Vor der Wahl wird es einen Beschluss zum Bad Zeven geben

Die politische Agenda der Fraktionen im Rat der Stadt Zeven wird von einigen wichtigen Themen dominiert. Im Gespräch mit Andreas Kurth äußert sich Bürgermeister Henning Fricke zum Dauerbrenner Hallenbad, zum Zevener Bildungsweg und zur Zukunft der Feuerwehren.

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Reizthema und Chefsache Hallenbad: WFB-Ratsherr Hans Günter Krauskopf sieht genug Standorte für einen Neubau. Sie auch? Immer lauter wird ein Finanzierungskonzept gefordert, dabei haben die vier Mitgliedsgemeinden doch mehr Geld als genug im Säckel. Warum wird also diese Gemeinschaftsaufgabe nicht auch gemeinsam gestemmt? Wann geht es endlich voran? Grundsätzlich mache ich keine Grundstücksangelegenheiten öffentlich. Wenn es gute Vorschläge aus der Politik gibt, werden wir die prüfen. Natürlich führe ich bereits Verhandlungen und werde im ersten Halbjahr ein geeignetes Grundstück präsentieren. Zur Finanzierung muss ich sagen, dass wir natürlich nicht die gesamten Kosten schon auf dem Bankkonto liegen haben, sondern wir werden dafür auch Kredite aufnehmen. In der heutigen Zeit ist es jedoch kein Problem, einen Kredit in einer Größenordnung von 20 Millionen Euro oder geringer aufzunehmen, da man heute fast keine Zinsen zahlt. Die Finanzierung erfolgt über die Samtgemeinde-Umlage. Ich finde, dass alle Kommunen mit der Höhe der jetzigen Samtgemeinde-Umlage leben können. Ob es in den nächsten Jahren auch so sein wird, das muss sich zeigen. Ich gehe davon aus, dass es noch vor der Wahl im September einen Ratsbeschluss geben wird, damit wir die weiteren Schritte auf dem Weg zu einem neuen Hallenbad unternehmen können.

Zum Zevener Bildungsweg: Die Oberstufe ist endlich genehmigt. Aber wie soll die Schule überleben, wenn die Kinder aus Ihrem Wohnort Heeslingen und auch aus Elsdorf und Gyhum weiter in Scharen nach Sittensen strömen? Was macht der Zevener Samtgemeinde-Bürgermeister, abgesehen von salbungsvollen Worten, um endlich mehr Kinder aus der Samtgemeinde in die eigene Schule zu bekommen? Nachdem der Oberstufenantrag genehmigt wurde, können wir Perspektiven aufzeigen. Der Zevener Bildungsweg ist im Bildungssektor in Niedersachsen wegweisend. Die Zusammenarbeit zwischen dem Kivinan-Bildungszentrum und der IGS, die sich nicht nur auf die Oberstufe, sondern auch auf die Sekundarstufe I bezieht, ist ein ganz wichtiger Schritt. Wir wollen viele Schüler dafür gewinnen, in der Region eine Ausbildung im handwerklichen oder technischen Bereich zu beginnen, oder nach dem Absolvieren der Oberstufe in einem dualen Studium unseren Unternehmen hier weiter zur Verfügung zu stehen. Hier können wir durch qualitativ hochwertigen Unterricht und die gute Verzahnung mit dem Kivinan-Bildungszentrum wirklich punkten. Das wird sich auf Dauer auch positiv auswirken, denn jeder Schüler, der die IGS besucht, kann sich sicher sein, dass sein Weg nicht nach Klasse 10 dort endet, sondern weiterführen kann zum Abitur, oder aber auch schon im Vorwege zum Kivinan-Bildungszentrum, um dort eine gute Berufsausbildung, einen guten Start in das Berufsleben zu bekommen. Wir haben mit dem Zevener Bildungsweg ein Instrument an die Hand bekommen, das wir jetzt mit Leben füllen werden, was auch viele Eltern dazu bringen wird, ihre Kinder an der IGS anzumelden.

Auch Eltern aus Elsdorf, Gyhum und Heeslingen? Ja. Gerade in diesen Bereichen merken wir, dass die Abwanderung häufig mit der Oberstufe in Zusammenhang stand. Viele Eltern wollen ihren Kindern bei Bedarf ermöglichen, eine Oberstufe zu besuchen. An der IGS war das bislang nur mit einem Schulwechsel nach Klasse 10 möglich. Andere Schulformen hatten Vorteile, indem sie ihre Oberstufe schon im eigenen Hause haben. Diesen Nachteil beseitigen wir jetzt, damit werden wir auch viele Eltern überzeugen.

Das am Klostergang geplante Kultur- und Bildungszentrum (KuBiZ) wird von allen Fraktionen als wichtiges Projekt hervorgehoben. Warum werden die Bürger an der Planung nicht beteiligt? Warum wird das nicht im Schul- und Kulturausschuss öffentlich diskutiert? Immerhin sind Volkshochschule und Bibliothek zentrale Institutionen für die Bürger. Grundsätzlich hat die Samtgemeinde Zeven die Nutzungen im Rat beschlossen. Das Kultur- und Bildungszentrum ist in der Tat eines der wichtigsten Projekte im Bereich der Kultur. Ich glaube, jeder ist sich dessen bewusst, dass die Kulturarbeit mit der Volkshochschule, mit der Bibliothek und dem Museum Kloster Zeven ein wichtiger Standortfaktor ist. Jeder kennt die Situation am Klostergang. Wir haben ein Gebäude, das unter Ensembleschutz der Denkmalschutzbehörde steht. Und da sollen die neuen Nutzer einziehen. Das Gebäude kann nicht vergrößert werden, sondern nur der vorhandene Platz kann auf die Nutzer aufgeteilt werden. Wir haben dazu einen Antrag nach dem Städtebauförderprogramm gestellt. Ein entsprechender Planungswettbewerb ist gestartet. Mit Ergebnissen ist im Sommer zu rechnen. Im ersten Schritt des Verfahrens, das wir der Politik dargestellt haben, sind verschiedene Architekten ausgewählt worden, die eine innere Beplanung des Gebäudes vornehmen. Wichtiger ist im Verlauf des Verfahrens, einen passenden Entwurf mit den Nutzern und den politischen Gremien zusammen auszuwählen. Und hier gibt es die Beteiligung der Politik und der Öffentlichkeit, indem man nämlich diese Vorschläge der Architekten bewertet, und in dieser Bewertungskommission findet sich neben den Nutzern auch die Politik wieder, und in der Fachjury auch namhafte Architekten, die auch darüber zu urteilen haben, welcher Konzeptvorschlag von den Architekten der beste ist.

Feuerwehr kostet nicht nur, Feuerwehr bringt uns viel Sicherheit. Und diese Sicherheit muss gewährleistet sein, und die darf auch Geld kosten.

Die Feuerwehren sind wichtig, kosten aber auch viel Geld. Das Feuerwehr-Gutachten liegt vor. Wird es, wie dort angeregt, Zusammenlegungen oder Statusänderungen der kleinsten Ortswehren geben? Insbesondere im Gebiet der Stadt Zeven scheint es da Handlungsbedarf zu geben. Grundsätzlich spreche ich nicht davon, dass Feuerwehren zusammengelegt werden. Das ist auch keine Kernaussage des Feuerwehrbedarfsplanes. Der Plan zeigt uns, in welchen Bereichen welche Feuerwehren aktiv sein können. In der Stadt Zeven gibt es Bereiche, die besser abgedeckt sind. Richtig ist, dass in dem Feuerwehrbedarfsplan auch davon gesprochen wird, dass Feuerwehren mit besonderen Aufgaben versehen werden. Das finde ich einen sehr guten Ansatz, der uns ja von der Politik auch immer wieder aufgegeben worden ist. Gerade die Freiwillige Feuerwehr Zeven, als Schwerpunktwehr der Samtgemeinde Zeven, ist außerordentlich stark mit Einsätzen belastet. Wenn an dieser Stelle eine Unterstützung durch andere Ortsfeuerwehren stattfinden kann, kann ich das nur ausdrücklich begrüßen. Aber alles in allem muss ich sagen, Feuerwehr kostet nicht nur, Feuerwehr bringt uns viel Sicherheit. Und diese Sicherheit muss gewährleistet sein, und die darf auch Geld kosten.

Sind denn die von mehreren Fraktionssprechern geforderten oder angeregten Spezialisierungen ein Weg für die Zukunft für die kleineren Ortswehren? Ich glaube, das macht Sinn. Und das hat das Gutachten auch belegt, dass es da Möglichkeiten gibt. Das kann allerdings auch immer nur in Zusammenarbeit mit den Ortsfeuerwehren erfolgen. Insbesondere mit dem Gemeindebrandmeister sind dort Abstimmungen notwendig. Jede Feuerwehr, die mit einer besonderen Aufgabe belegt werden soll, muss auch die entsprechende Ausstattung und das entsprechende Equipment dafür erhalten. Aber das ist ein langer Weg, und wir wollen uns gerne auf diesem Weg machen, aber immer in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren.

An- und Umbau Gosekamp-Grundschule: Die Mensa entspricht nicht mehr den Vorschriften. Angesichts der vielen Projekte muss die Schule warten, so ist aus den Fraktionen zu hören. Wie sieht das der Bürgermeister? Ich muss Ihnen ganz klar widersprechen. Die bauliche Situation der Mensa oder besser gesagt der Mensaküche ist nicht optimal. Wir wissen, dass wir dort einen Bedarf haben, der zu einer räumlichen Veränderung führen muss. Das ist aber keinesfalls so schlimm, dass wir dort die Nutzung untersagen müssen. Das ist auch in Gesprächen mit den zuständigen Mitarbeitern des Landkreises Rotenburg aufgeführt worden. Ein Betrieb, ein Weiterbetrieb der Mensa ist immer möglich. Wir haben coronabedingt Einschränkungen, hier können wir aber auch Lösungen anbieten, um auch in diesem Bereich eine Entzerrung vorzunehmen. Anbaumaßnahmen gehen wir natürlich auch an. Hier brauchen wir allerdings noch etwas Zeit, um entsprechende Architektenaufträge zu erteilen. Aber das ganze Verfahren ist in Absprache mit der Schulleitung vorgenommen worden und findet natürlich auch seinen Weg in die Verwaltungsabläufe. Ich kann jetzt nicht versprechen, dass es hier schon bald einen Projektstartbeschluss geben wird, aber zumindest die Vorplanungen werden aufgenommen, sodass man über diese Vorplanung auch eine erste Kostenschätzung erhält, und auch eine Größenordnung und ein Gefühl für dieses gesamte Projekt.

In neuen Teil des Login-Parks in Elsdorf wird davon ausgegangen, dass dort bis zu 300 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dafür sind doch gar keine freien Arbeitskräfte in der Samtgemeinde vorhanden? Das ist ein wiederkehrendes Thema, was uns in allen Gesprächen mit den Unternehmen immer wieder begleitet. Wir haben hier im Bereich der Samtgemeinde Zeven ein größeres Angebot an Arbeitsplätzen, als wir an Arbeitskräfte haben. Das heißt, wir sind auf Einpendler angewiesen. Viele dieser Einpendler kommen mit dem eigenen Pkw, oder, wo es möglich ist, auch mit dem öffentlichen Personennahverkehr. Viele Firmen, die sich hier bei uns ansiedeln, sprechen uns deshalb auch direkt darauf an, dass das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs verstärkt ausgebaut werden muss, damit man hier auch weitere Arbeitskräfte für die Region Zeven gewonnen werden können.. Ein wichtiger Punkt, den wir von der Verwaltung auch weiter verfolgen, wo uns auch die Wirtschaft unterstützt, ist die Initiative, dass man mit den Schulen zusammen Schüler findet, die auch bereit sind, eine handwerkliche oder technische Ausbildung hier vor Ort durchzuführen. Dieses Potenzial, an jungen Menschen möchten wir zukünftig in unserer Region halten.

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