Ihre dritte Saison im Profi-Lager hätte sich Anastasia Mickan anders vorgestellt. Die Corona-Pandemie hat ihre Saisonplanung auf den Kopf gestellt.

Ihre dritte Saison im Profi-Lager hätte sich Anastasia Mickan anders vorgestellt. Die Corona-Pandemie hat ihre Saisonplanung auf den Kopf gestellt.

Foto: Scheer

Ihre dritte Saison im Profi-Lager hätte sich Anastasia Mickan anders vorgestellt. Die Corona-Pandemie hat ihre Saisonplanung auf den Kopf gestellt.

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Anastasia Mickan ist die Vorhut der Hobby-Golfer

Die Golfer in Bremerhaven und im Landkreis können es kaum noch erwarten. Am Wochenende werden sie erstmals seit Wochen wieder ihre Runden drehen, denn die strengen Corona-Regeln sind für den Freiluft-Sport gelockert worden. Anastasia Mickan kann die Vorfreude der Golf-Szene gut nachvollziehen. Die 22-Jährige ist selbst erst seit ein paar Tagen wieder im Training – als Profi darf sie mit einer Ausnahmegenehmigung im Golfclub Bremerhaven spielen.

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Als Vorhut der vielen Hobby-Spieler der Region ist Mickan seit dieser Woche auf der Anlage im Bürgerpark unterwegs. „Das ist schon was anderes, als im Garten in ein Netz zu schlagen oder auf einer Matte das Putten zu üben. Auf dem Golfplatz kann man einfach viel mehr machen“, freut sich die ehemalige deutsche AK18-Jugendmeisterin. Unterstützung auf dem Weg zur Ausnahmegenehmigung erhielt sie von Sportdezernent Paul Bödeker (CDU), vom Bürger- und Ordnungsamt und vom Golfclub Bremerhaven.

Wegen der Corona-Krise konnte Anastasia Mickan einige Wochen nicht auf dem Platz trainieren. Als Profi-Golferin wurde der Bremerhavenerin jetzt eine Ausnahmegenehmigung für den Golfclub im Bürgerpark erteilt.

Wegen der Corona-Krise konnte Anastasia Mickan einige Wochen nicht auf dem Platz trainieren. Als Profi-Golferin wurde der Bremerhavenerin jetzt eine Ausnahmegenehmigung für den Golfclub im Bürgerpark erteilt.

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Mit Privatschlüssel auf den Platz

„Wir helfen einer jungen Profi-Golferin wie Anastasia natürlich gerne, damit sie auch in diesen schwierigen Zeiten weiter ihrem Beruf nachgehen kann. Die Kontakte zum Golfclub waren schon immer gut: Unser Golflehrer Oliver Kremer hat Anastasia ja auch im vergangenen Jahr beim Turnier in Bad Zwischenahn begleitet“, erklärt Thomas Koch. Der Clubmanager im Bürgerpark hat der Lokalmatadorin sogar einen Schlüssel für den Golfplatz gegeben, damit sie jederzeit trainieren kann. Dabei sind allerdings die geltenden Kontaktbeschränkungen zu beachten – Mickan darf von nicht mehr als einer Person begleitet werden, zudem muss Abstand gewahrt werden.

Mit vier Jahren den ersten Schläger in der Hand

Anastasia Mickan freut sich über die Unterstützung, die sie im Golfclub Bremerhaven von Golfpro Oliver Kremer (Mitte) und Clubmanager Thomas Koch (rechts) erhält.

Anastasia Mickan freut sich über die Unterstützung, die sie im Golfclub Bremerhaven von Golfpro Oliver Kremer (Mitte) und Clubmanager Thomas Koch (rechts) erhält.

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Das nimmt die Bremerhavenerin gerne in Kauf – Hauptsache, sie kann wieder Golf spielen. Bevor ihr die Ausnahmegenehmigung erteilt wurde, hatte sie mehrere Wochen nicht auf dem Platz trainieren können. „So eine lange Pause hatte ich wahrscheinlich noch nie. Selbst im Winter habe ich bei schlechtem Wetter ja immer auf der Driving Range trainiert“, erzählt Mickan, die bereits mit vier Jahren mit dem Golfen angefangen hat. Dass die erzwungene Auszeit ihrer Form nachhaltig geschadet haben könnte, glaubt die 22-Jährige nicht: „Ich denke, dass ich im Fitnessbereich deutlich besser geworden bin, weil ich mich darauf konzentrieren musste. Und es ist auch nicht so schlecht, die Bälle mal nur ins Netz zu schlagen, weil man sich so mehr auf die Technik konzentrieren kann.“

Abbruch des USA-Aufenthalts

Mickans Saisonplanung ist durch den Corona-Ausbruch mächtig durcheinandergewirbelt worden. Mitte März musste die Bremerhavenerin ihren USA-Aufenthalt wegen Corona vorzeitig abbrechen: „Das war schade, aber ich bin inzwischen froh, wieder bei der Familie zu sein. In Deutschland ist es einfach sicherer als in Amerika.“ Eigentlich hatte Mickan, die ihr drittes Jahr im Profi-Lager spielt, sogar vorgehabt, ein halbes Jahr in den USA zu bleiben, statt sich dort für die Turniere in Europa in Form zu bringen. „Ich wollte einfach mal eine Veränderung“, erklärt sie ihren Plan, sich mehr auf die Women’s All Pro Tour (WAPT) in Übersee zu konzentrieren.

Anastasia Mickan macht Übungen. Mit im Bild: Golfpro Oliver Kremer (Mitte) und Clubmanager Thomas Koch (rechts).

Anastasia Mickan macht Übungen. Mit im Bild: Golfpro Oliver Kremer (Mitte) und Clubmanager Thomas Koch (rechts).

Foto: Scheer

Wie es mit der Golfsaison weitergehen wird, steht noch in den Sternen. Einnahmen bei ProAm-Turnieren – dabei gehen Profis mit Amateuren an den Start – und auf der Tour zu erzielen, ist zurzeit nicht möglich. „Ich denke schon, dass es Richtung Sommer oder Herbst wieder möglich sein wird, Turniere zu spielen. Wenn wir keine Turniere spielen können, können wir auch kein Geld verdienen. Und das wäre natürlich bitter“, sehnt die Profi-Golferin aus der Seestadt ein Ende der Corona-Krise herbei. Bis es soweit ist, wird sie im Bürgerpark an ihren Schwächen arbeiten: „Leider verlief mein Putten im vergangenen Jahr nicht so, wie ich es mit vorgestellt habe.“

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