Eine amerikanische Familie steht vor einem Weihnachtsbaum.

Weihnachten kann kommen (von links): Doris Orvis’ Enkelinnen Kristina und Alayna, Tochter Jenna und Enkel JJ freuen sich schon.

Foto: privat

Weihnachten kann kommen (von links): Doris Orvis’ Enkelinnen Kristina und Alayna, Tochter Jenna und Enkel JJ freuen sich schon.

Leute Grußbrücke

Covid, Orkane und ein bisschen Hoffnung

Auf eine liebgewonnene Tradition möchten wir auch in diesem Pandemie-Jahr nicht verzichten: die Grußbrücke. Alle Jahre wieder erscheint zum Fest der Liebe eine Sonderbeilage mit ihren Berichten in der NORDSEE-ZEITUNG – und auch auf NORDERLESEN könnt ihr sie entdecken. Doris Orvis berichtet von einem turbulenten Jahr mit Covid, Orkan und Jobsverlust in Florida. Karin Skorupski aus New Hampshire hofft weiterhin auf ihren Besuch in Deutschland.

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Kapitel in diesem Artikel

Florida: „Sally“ zerstörte viele Häuser und eine Brücke

Merry Christmas and a Happy New Year an alle in Bremerhaven!

In diesem Jahr lief so ziemlich alles falsch. Es war ein Jahr, in dem zu viele Menschen starben, entweder durch Covid-19, durch Gewalttaten oder durch sehr wildes Wetter. Ich glaube, es wurde uns nichts erspart. Im Moment können wir uns in unserer Familie nicht zu sehr beschweren, da wir noch (von Altersbeschwerden einmal abgesehen) gesund sind.

Anfang des Jahres bekamen wir noch einen Teenager dazu: Eine unserer Enkelinnen wird bei uns bleiben, bis sie sich selbst unterstützen kann. So etwas passiert in unserem Land mehr und mehr. Kurz danach kam Covid-19 und wir waren alle für mehrere Wochen in Quarantäne. Zwei Cousins haben wir durch Covid-19 verloren. Es geschah in New York State in einem Altersheim, eines von denen, in das der Gouverneur die Covid-19-Infektiösen hinschickte. Es war schrecklich für die Bewohner der Heime. Im Moment warten viele auf einen Impfstoff, damit man wieder so halbwegs normal leben kann.

Meteorologe als Unheilsbringer

Mein Mann hat seine Arbeit verloren, da im Moment – wie schon im Sommer – keine Touristen kommen. Er bekam eine andere Stellung, die aber sehr viel geringer bezahlt wurde, was selbstverständlich viele Probleme mit sich gebracht hat. So geht es aber vielen Menschen in diesem Jahr. Viel Menschen leiden an Depressionen und werden mit der Isolation und der Ungewissheit, was die Zukunft bringt, nur schwer fertig. Wir dürfen aber nicht die Hoffnung verlieren, dass es bald wieder besser wird.

In unserer Gegend wurden wir auch von einem Orkan überrascht: „Sally“ sollte erst nach Louisiana, dann nach Mississippi, dann nach Alabama kommen, aber das war nicht ganz wahr. Sie landete in Süd-Ost-Alabama und kam genau über uns, da wir sehr nahe an der Alabama-Grenze leben. Wir hatten erhebliche Schäden, denn nicht viele Menschen waren auf diesen Orkan vorbereitet. Wir haben einen Meteorologen, der immer da ist, wo die Orkane landen. Wir alle halten die Augen auf, um zu sehen, wo der Meteorologe sich gerade aufhält. Denn dann wissen wir genau, wo der Sturm hinkommen wird. Keiner will diesen Jim Cantore in der Stadt haben, wenn ein Sturm im Golf oder im Atlantik angesagt ist. Viele warnen ihn auf Facebook mit Humor, dass er ja nicht in die Gegend kommen soll.

Eine Frau liegt verbuddelt am Strand von Santa Rosa Sound Beach.

Am Santa Rosa Sound Beach kann die Familie entspannen – Tochter Jenna wurde kurzerhand eingebuddelt.

Foto: privat

Orkan zerstört Häuser und Autos

Mehrere Menschen, die wir kennen, haben durch den Orkan ihr Haus und ihre Autos verloren. Die meisten haben ihre Zäune verloren oder ihre Dächer oder Dachziegel, aber viele andere hatten auch keinen Schaden. Diese und ähnliche Unwetter passieren in der ganzen Welt, egal, wo man hinzieht.

In diesem Jahr kann man nicht viel über einen Urlaub schreiben, da so viel geschlossen war. Es ist traurig und eigentlich recht langweilig und es tut mir für die Kinder so leid. Wir hatten öfters die ganzen Enkelkinder bei uns, damit sie im Pool schwimmen und spielen können. Wir gingen öfters zum Strand, was wundervoll war. Unsere Brücke, die zum Strand führt, ist nun aber kaputt. Nachdem sie gerade neu gebaut worden war, sind durch den Sturm 23 Brückenteile losgerissen und haben viel zerstört. Nun können wir nicht zum Strand, außer wir fahren weiter zu einer anderen Brücke.

Deutschlernen mit der Zeitung

Unser Trip nach Disney World musste wieder verschoben werden. Wir konnten aber endlich zu einer Trump-Rallye gehen, was wie immer sehr interessant war. Wir hatten eine einmalige Zeit und bekamen wieder Hoffnung für die Zukunft. Es waren Tausende von Menschen dort.

Ich lese Artikel der NORDSEE-ZEITUNG auf Facebook, um mein Deutsch zu verbessern – damit alles richtig ist, wenn ich schreibe. Aber vieles hat sich verändert, daher ist es ein bisschen komplizierter für mich. Ich weiß überhaupt nicht mehr, wo die Kommas hinmüssen... Ja, so ist es, wenn man die Sprache nicht mehr spricht. Ich bin nun seit 54 Jahre aus Bremerhaven weg. Zwar kamen wir zweimal mit der Army zurück, und zweimal kamen meine Tochter und ich auf Besuch, aber die Zeit war zu kurz.

Auf ein besseres 2021

Wir hoffen auf ein besseres Jahr in 2021 für die ganze Welt. Wir wünschen allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr. Besondere Wünsche gehen an Rolf und Helga Schween, Petra Lingener mit Kindern, Renate Brenk mit Ingolf und Thorsten, Fancy Troike mit Sören und Kristina und alle Verwandten und Bekannten, die zu viele sind, um hier alle aufzuzählen.

Viele liebe Grüße gehen auch an meine neuen Cousins, Christa Ehlen, die Börger-Family, Hendrik Jungen, Sabine Richter/Quell mit Maurice und auch meine Freundin Anne Philip hier in den Staaten. Durch Ancestry und die anderen DNA-Seiten habe ich schon sehr viele neue Familienmitglieder dazubekommen. Traurigerweise kenne ich keinen davon wirklich, aber wir schreiben miteinander. Das hilft etwas. Was würden wir nur machen, wenn wir in Zeiten dieser Pandemie keinen Fernseher oder kein Mobiltelefon hätten?

Larry und Doris Orvis mit Kim und Familie, Larry, Jr. und Familie, Kristian und Familie, John und Familie, Kathryn, Jasmine, Jenna, Taliyah, und JJ.
5970 Pursley Ave.
Pensacola, FL 32526, USA
850-292-1434

New Hampshire: Zu viel Kuddelmuddel in der Welt

Weihnachten schleicht ins Land. Die Stimmung fehlt, es gibt zu viel Kuddelmuddel in unserer Welt. Wird es besser in 2021? Ich zweifle daran. Biden/Harris – nicht meine Wahl.

Der Sommer war lang, der Regen fehlte. Ich hoffe, dass meinem Bremerhaven-Besuch nichts in die Quere kommt. Ava, meine 15-jährige Enkeltochter, wird mich begleiten.

Zwei Mädchen basteln am Tisch im Garten.

Enkelkinder Ava und Audrie sind kleine Künstler.

Herzliche Weihnachtgrüße und ein besinnliches neues Jahr an Verwandte, Freunde und Nachbarn in Bremerhaven, Bramel/Schiffdorf, Sellstedt, Langen, Debstedt, Drangstedt und Mulsum wünschen euch
Karin, Frank und Familie.

Karin Skorupski
Nashua, NH 03060, USA
Telefon: 603-881-4082

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