Ein Bild aus dem neuen Dortmunder „Tatort“. Auch wenn vieles aus der Krimiserie der Wahrheit entspricht - einige Unterschiede gibt es schon, wie Kriminalbeamter Dirk Peglow im Interview erklärt.

Ein Bild aus dem neuen Dortmunder „Tatort“. Auch wenn vieles aus der Krimiserie der Wahrheit entspricht - einige Unterschiede gibt es schon, wie Kriminalbeamter Dirk Peglow im Interview erklärt.

Foto: WDR/Thomas Kost

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Der „Tatort“ wird 50: Wie realitätsnah ist die Krimisendung?

„Tatort“-Kommissare von heute haben mit ihren Vorgängern aus vergangenen Jahrzehnten nicht mehr viel gemeinsam. Ihr Bild in 50 Jahren Fernsehgeschichte hat sich gewandelt. Und es entspricht in vielerlei Hinsicht der Realität, sagt der stellvertretende Bundesvorsitzende des Bunds Deutscher Kriminalbeamter, Dirk Peglow, im Interview mit unserem Korrespondenten Marco Krefting. Tatsächlich locke der Sonntagskrimi sogar den Nachwuchs. An der einen oder anderen Stelle sei dieser aber mal überrascht, dass manches im TV dann doch von der wirklichen Arbeit abweicht.

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Wie realistisch werden die Ermittler im „Tatort“ dargestellt? Entspricht das heute mehr der Realität als früher? Grundsätzlich ist es eine Krimiserie, die darauf ausgelegt ist, in 90 Minuten ein komplettes Ermittlungsverfahren zu zeigen. Da kann man Polizeiarbeit nicht realistisch darstellen. Was mir bei den „Tatorten“ auffällt: Da schreibt nie jemand was. Das ist auch nicht sehr spannend für die Zuschauer, ist aber ein wesentlicher Teil polizeilicher Arbeit. Wir sitzen sehr viel an unseren Rechnern und schreiben Vermerke. Alles muss in eine Akte eingehen. Auch tragen die Kommissare am Tatort nie Spurensicherungsanzüge. Die wesentlichen Komponenten kriminalpolizeilicher Arbeit wie die Tatortarbeit, Vernehmungen und auch Festnahmen werden in vielen „Tatort“-Filmen dargestellt, aber eben so, dass alles in 90 Minuten passt.
Zur Person

Zur Person

Dirk Peglow (51) ist Kriminalbeamter und beim Bund Deutscher Kriminalbeamter stellvertretender Bundesvorsitzender sowie Landeschef in Hessen. Nach dem Abitur in Frankfurt am Main begann er 1989 eine Ausbildung für den mittleren Polizeivollzugsdienst. Später studierte er an der Verwaltungsfachhochschule Wiesbaden. Seit 1993 ist Peglow beim Polizeipräsidium Frankfurt am Main in verschiedenen Funktionen der Schutz- und Kriminalpolizei tätig.

Foto: dpa

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