Eine Frau guckt in den Hafen

Andrea von Düring-Buja an ihrem Lieblingsort: die Bananenpier.

Foto: Ralf Masorat

Leute

Ein emotionaler Ort im Hafen

„Ein Schiff wird kommen und das bringt mir den einen....“ sang Lale Andersen schon in den Fünfziger Jahren. Der Evergreen hallt auch immer wieder durch den Kopf von Andrea von Düring-Buja, wenn Sie an der ehemaligen Bananenpier steht und ihren Blick über das Wasser gleiten lässt. „Ich habe als Kind immer gesagt, sie singt von meinem Papa“, erinnert sich die Bremerhavenerin und lächelt versonnen an die Erinnerung an Stunden des Wartens in der Letzten Kneipe vor New York. Denn dort stand eine Music Box, aus der Seemannslieder erklangen.

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„Mein Vater war Seemann auf großer Fahrt. Hier an der Bananenpier haben wir ihn immer verabschiedet und abgeholt, deshalb ist dieser Ort für mich von jeher ein sehr emotionaler“, erklärt von Düring-Buja während sie an der Bananenpier steht, die derzeit eine große Baustelle ist. Plötzlich zieht die Frau einen kleinen Schatz aus ihrer Manteltasche: Das Fahrtenbuch ihres Vaters Hans-Georg von Düring. „Der Inhaber ist angemustert als Kesselschmied auf der T/S Arosa Line Kulm, geführt von Kapitän Hans Bordeaux für die Reise in großer Fahrt auf unbestimmte Zeit am 30.3.1956“, steht dort in Handschrift und Stempeln auf dem vergilbten Papier. Auf der folgenden Seite steht dann die Ergänzung bis zum 24. 9.1956 nach seiner Rückkehr. Bis 1964 war der Vater von drei Kindern überall auf den Weltmeeren unterwegs, blieb oft nur vier Wochen bei der Familie. „Mein Vater hat uns Kindern immer etwas aus fernen Ländern mitgebracht, entweder landestypische Puppen oder Kleidung. Das haben wir genauso geliebt wie die Sonntagmorgende, an denen wir lange gemeinsam am Frühstückstisch gesessen haben, während unser Vater von seinen Seefahrten erzählt hat.“ Wie viel Seemannsgarn in diesen Geschichten enthalten war, vermag die Bremerhavenerin nicht zu sagen, aber sie ist überzeugt: „Er war ein typischer Seemann, streng zu uns Kindern, aber wir haben ihn trotzdem geliebt. Von ihm habe ich mit Sicherheit mein Fernweh entwickelt. Ich möchte auch immer unterwegs sein, bin aber auch froh, wieder in meinem Heimathafen Bremerhaven anzukommen.“

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