Zwei Männer mit Skateboard vor einer Kirche.

Maximilian Bode (links) und Christopher Schlicht sind die neuen Pastoren der Emmaus-Gemeinde in Bremerhaven.

Foto: Lothar Scheschonka

Maximilian Bode (links) und Christopher Schlicht sind die neuen Pastoren der Emmaus-Gemeinde in Bremerhaven.

Leute

Es ist Weihnachten, komme, was wolle!

Maximilian Bode und Christopher Schlicht, die beiden neuen Pastoren der Emmaus-Gemeinde in Grünhöfe, haben die Herausforderung gern angenommen, die allgegenwärtigen Schrecken infolge der Corona-Pandemie in Worte zu fassen und mit der frohen Weihnachtsbotschaft zu versöhnen. Mit einem weltlichen Text zur Besinnung, einer geistlichen Reise der Gedanken, einem Gebet und einem Angebot für Kinder.

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Weihnachten anders, ein Klassiker

Tja, Weihnachten haben wir uns anders vorgestellt. Vieles läuft dieses Jahr anders als geplant. Aber das passt ganz gut zu Weihnachten.

Denn schon das allererste Weihnachtsfest war save anders geplant. Maria und Joseph sind auf dem Weg nach Bethlehem. Und ich kann mir gut vorstellen, dass besonders Maria nicht glücklich über diese Reise war. Denn Reisen war damals noch gefährlicher als heute in Pandemie-Zeiten und Maria war hoch schwanger. Keine gute Kombination.

Als sie in Bethlehem ankommen wird es nicht besser. Alle Unterkünfte sind belegt. Die beiden müssen in einem Tierstall schlafen und dort bekommt Maria ihr Kind. Das erste Weihnachten lief offensichtlich ganz anders als geplant. Und gerade weil das erste Weihnachtsfest so anders war, kann es uns heute eine Hilfe sein.

Maria bringt Jesus in einem Tierstall zu Welt. Und trotzdem steht am Ende der Weihnachtsgeschichte: „Maria aber bewahrte alle diese Dinge in ihrem Herzen“. Maria sieht das ganze und nicht nur den tierischen Mist um sich herum. Stattdessen findet sie einen Grund zur Freunde. Und genau diese Einstellung Marias kann ein Vorbild für uns alle sein.

Chris und Max wünschen frohe Weihnachten

Max Bode, 29, Pastor, hört an Weihnachten „die Roten Rosen“, ansprechbar auf Instagram unter @pynk_pstr_ploem.

Chris Schlicht, 32, Pastor, mag Schaumbäder und Pizza, ansprechbar auf Instagram unter @wynschkind.

Wir haben für euch zwei weihnachtliche Angebote auf YouTube: Unseren Weihnachtsgottesdienst findet ihr auf dem Kanal „Zuhausekirche Bremerhaven“ und eine witzige Adventsgeschichte findet ihr auf „Kopp hoch“.

Heute ist Weihnachten, komme was wolle. Ich bin erst seit Sommer hier. Aufgrund der Pandemie habe ich noch keine einzige Bremerhavener Hand geschüttelt und bin trotzdem angekommen. Obwohl mir die Umarmungen fehlen, hat Bremerhaven mich mit offnen Armen willkommen geheißen. Und die ehrliche, andere, aber liebevolle Art funktioniert auch mit Maske.

Ich bin dankbar dafür, dass Bremerhaven so viele Formen gefunden hat, aufeinander aufzupassen und füreinander da zu sein. Social distancing ohne Kontaktabbruch. Und ich bin froh, in einer Stadt zu leben, die beides geschafft hat. In einer Stadt, die es verstanden hat schnell und unkompliziert Hilfe anzubieten.

Der Zusammenhalt und das Miteinander, das ich bisher hier erlebt habe, lässt mich mit Hoffnung auf das kommende Jahr schauen. Denn Geschenke kommen oft unerwartet. Wichtig ist nur, dass wir die Augen offen halten für die schönen Dinge. In diesem Sinne: Es ist Weihnachten, komme was wolle.

Weihnachten neu, aber liebevoll

Vor 18 Jahren wurde Weihnachten für mich und meine Familie plötzlich anders. Meine Eltern hatten sich getrennt. Dann kam das erste Weihnachten mit dem neuen Freund meiner Mama. Er ist eine echte coole Sau. Darum haben wir an diesem Weihnachtsfest neue Traditionen erfunden. Wir bastelten einen blauen LED-Schlauch unter den Weihnachtsbaum. Wie eine Unterbodenbeleuchtung bei „The Fast And The Furious“. Dazu lief keine klassische Weihnachtsmusik, sondern Deichkind dröhnte aus den Boxen. Das war ganz anders als die Jahre zuvor. Vieles war neu. Aber das Entscheidende ist geblieben: Wir waren trotzdem eine Familie und es war trotzdem Weihnachten. Denn die Liebe hat sich noch genauso angefühlt. Die Liebe bleibt, auch wenn die Form sich ändert.

Dieses Jahr mussten sich viele Formen ändern. Corona ist ein Teil unseres Alltags geworden, ob wir wollen oder nicht. Das hat uns alle unter Druck gesetzt und viel Leichtigkeit blieb auf der Strecke. Und wir mussten auf viele Zeichen der Zuneigung verzichten.

Gerade deshalb brauchen wir heute das Fest der Liebe. Weil das Geschenk der Liebe uns miteinander verbindet. Auch dann, wenn wir Abstand halten. Die Liebe stärkt uns und lässt uns durchhalten. Das Entscheidende bleibt, egal, ob wir an Weihnachten mit unseren Herzmenschen ein gemeinsames Essen per Videoanruf machen oder ein neues Spiel für die Konsole kaufen und drei Tage lang durchzocken.

Und das größte Geschenk ist: Wir sind dabei nie alleine. Denn Gott ist bei uns.

Auch in den dunklen Zeiten ist er das Licht, das immer scheint. Der Stern, an dem wir uns orientieren können. An Weihnachten ist niemand alleine, denn Jesus verspricht uns: „Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt“. Und dieses Versprechen gilt auch dieses Jahr. Das macht mir Mut. Und wenn meine Kraft am Ende ist, dann schenkt Gott mir seine Liebe. Und die Liebe Gottes ist wie ein Ladekabel mit unendlicher Reichweite. Dieses Ladekabel lässt sich übrigens an jedes Herz anschließen.

Klar ist dieses Weihnachtsfest anders. Es ist neu, aber liebevoll. Und die Liebe bleibt, komme was wolle!

Max‘ Weihnachtstipps

Macht euer Zuhause so weihnachtlich wie möglich. Dafür braucht es gar nicht viel. Ein paar Kerzen, dazu eine frisch gepellte Mandarine. Den Weihnachtsstern gibt es hier auf der Seite zum Ausschneiden. Eine Bastelaufgabe, für die kleinen und großen Kinder.

Nutzt die Chance, an diesem Weihnachtsfest neue Traditionen zu entwickeln. Sachen, die euch gut tun. Ein Weihnachtsspaziergang, um die leuchtenden Fenster anzuschauen. Oder kocht Omas Weihnachtsrezept nach. „Das schmeckt auch noch am nächsten Tag“, sagt mein Opa immer.

Und wenn ihr Bock habt, dann kommt die Kirche digital zu euch nach Hause. Nehmt euch eine Kuscheldecke und guckt einen Online-Gottesdienst. Diesen Sofamoment könnt ihr dann mit eurem liebsten Weihnachtsfilm krönen. Ich kann die Muppets Weihnachtsgeschichte empfehlen.

Heute um 22:45 singen wir in Bremerhaven zusammen „Oh du fröhliche“. Stellt euch einfach an euer Fenster und singt mit. Ich freue mich darauf und werde mit meinem Saxophon auf dem Balkon stehen.

Chris‘ Weihnachtsgebet

Lieber Gott,

du liebst uns, komme was wolle.

Danke, dass du bei uns bist.

Denn wir brauchen dein Fest der Liebe besonders in diesem Jahr.

Und wir bitten dich,

lass uns deine Nähe spüren, wenn wir uns alleine fühlen.

Sei du unser leuchtender Stern in dieser dunklen Zeit.

Du bist das Licht, dass immer scheint.

Durch Jesus hast du uns deine Liebe geschenkt.

Eine Liebe, die bleibt, komme was wolle.

Denn Jesus hat uns versprochen:

„Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt“.

Du verbindest uns, auch über hunderte Kilometer.

Egal wie dunkel und hart uns alles erscheint, du bist da.

Du bist das Ladekabel, das ständig an unser Herz angeschlossen ist.

Gott, mit deiner Hilfe sagen wir:

„Es ist Weihnachten, komme was wolle!“

Amen.


Christopher Schlicht (rechts) und Maximilian Bode in Weihnachtslaune.

Maximilian Bode (links) und Christopher Schlicht in Weihnachtslaune.

Foto: Lothar Scheschonka

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