Budapest am Abend: Nach Dienstschluss genießt Kerstin Suhling Spaziergänge in der Stadt.

Budapest am Abend: Nach Dienstschluss genießt Kerstin Suhling Spaziergänge in der Stadt.

Foto: privat

Budapest am Abend: Nach Dienstschluss genießt Kerstin Suhling Spaziergänge in der Stadt.

Leute Grußbrücke

Lange Autoreisen, Familienfeiern und ein Urlaub in Florida

Auf eine liebgewonnene Tradition möchten wir auch in diesem Pandemie-Jahr nicht verzichten: die Grußbrücke. Alle Jahre wieder erscheint zum Fest der Liebe eine Sonderbeilage mit ihren Berichten in der NORDSEE-ZEITUNG – und auch auf NORDERLESEN könnt ihr sie entdecken. Björn Meier und Freundin Marleen aus Washington verbinden Geschäftsreisen mit privatem Vergnügen. Kerstin Suhling aus Ungarn war in diesem Jahr so oft in Bremerhaven zu Besuch, wie nie zuvor.

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Kapitel in diesem Artikel

Ungarn: Viele zerplatzte Pläne und viel Besuch in der Seestadt

Das Jahr 2020: Es kam alles ganz anders als gedacht. Nachdem ich Weihnachten 2019 und den Jahreswechsel auch wieder in Bremerhaven verbracht hatte, dachte ich so bei mir, dass ich Weihnachten 2020 in Budapest verbringen wollte. Doch wie wir alle wissen, brachen ungeahnte Zeiten an und alles kam ganz anders!

Im Dezember 2019 erreichte mich noch die Nachricht, dass die Mutter meines Patenkindes Nicholas mich vor Ostern 2020 in Budapest besuchen wollte. Sie wollte Europa bereisen und auch bei mir einen Zwischenstopp einlegen.

Wegen Corona zerplatzten alle Pläne

Im Januar schmiedete ich zusammen mit meinem Bruder Olaf und meiner Schwägerin Nicole Pläne für ihren einwöchigen Besuch zu Ostern in Budapest – und wir freuten uns schon so sehr darauf! Wir wollten so viel unternehmen und natürlich auch in eines oder mehrere Thermalbäder. Bis kurz vor Ostern hofften wir noch, dass die Reise durchgeführt werden kann, aber das Coronavirus hielt die Welt weiter in Atem und alle Pläne zerplatzen.

Auch der angekündigte Besuch aus Kolumbien kam deswegen leider nicht zustande. Wer hätte gedacht, dass der gesamte Flugverkehr einmal zum Erliegen käme. Ich hatte mich auch schon sehr auf den Besuch von Claudia, der Mutter meines Patenkindes, gefreut, da wir uns das letzte Mal bei ihrem Besuch bei mir in Rio de Janeiro gesehen hatten. Das ist mittlerweile auch schon wieder fünf Jahre her!


Keine Kelly-Family-Konzert-Kreuzfahrt mit den Mädels

Nicholas teilte mir im März mit, dass er seinen Arbeitsplatz von Kolumbien nach Brasilien verlegen wollte, um seine im Studium erworbenen Portugiesisch-Kenntnisse zu vertiefen. Er kündigte seine Arbeitsstelle in Bogotá und hatte eine neue Arbeitsstelle in Curitiba, im Süden Brasiliens, gefunden – dies noch, bevor das Coronavirus so richtig Einzug in Südamerika hielt. Nach wie vor lebt und arbeitet er in Curitiba und fühlt sich dort sehr wohl – und das ist ja die Hauptsache!

Meine Freundin Ulrike organisierte eine Mini-Kreuzreise nach Skandinavien mit Einstieg in Bremerhaven und Ausstieg in Kiel. Nun bin ich auf Posten in Europa und könnte endlich einmal an solchen Ereignissen teilnehmen, ohne um den halben Erdball reisen zu müssen, doch fiel auch dies aus den bekannten Gründen ins Wasser. Es sollte ein reiner „Mädelsausflug“ werden; nun ja, ehrlich gesagt war es eine Konzertreise der „Kelly Family“. Der ein oder andere mag dies jetzt belächeln, aber wir (Ulrike, Ulla, Regina, Bärbel und ich) hätten sicherlich viel Spaß gehabt! Hoffen wir mal, dass auch diese Reise irgendwann nachgeholt werden kann!

Mit dem Auto aus Ungarn nach Bremerhaven

Anfang Juli besuchte ich meine Mutter in Bremerhaven und konnte im Kreise der Familie ihren Schnapszahl-Geburtstag begehen. Ich machte mich per Auto auf den Weg von Budapest nach Bremerhaven. 14 Tage Urlaub gingen viel zu schnell vorbei. Ich hatte noch nicht einmal Silke und Frank auf ihrem Campingplatz in Sandstedt besucht.

Mitte des Jahres hoffte ich noch, dass meine Freundin Ursula aus Brasilien mich im September besuchen kann. Sie wollte ihren 70. Geburtstag in Budapest verbringen. Ihr Flug wurde – wie so viele andere auch – immer und immer wieder verschoben, bis er dann komplett gestrichen wurde und sie umbuchen musste. Aber aufgrund der aktuellen Quarantänemaßnahmen wird Ursula ihren Flug auch Ende des Jahres nicht antreten können. Sie hat ihn nun für Mitte Mai umgebucht. Schauen wir mal, was daraus wird…

Corona-konforme Familienfeiern i mit PCR-Test möglich

Im Oktober fuhr ich erneut mit dem Auto nach Bremerhaven. Mein Onkel Günter feierte im zulässigen Rahmen der Corona-Restriktionen seinen 80. Geburtstag. Bis zuletzt musste ich bangen, ob ich aufgrund der Corona-Pandemie überhaupt reisen kann. Aber mit einem negativen PCR-Test in der Tasche (das zuständige Gesundheitsamt war natürlich darüber informiert), war dies kein Problem.

Auch konnte im kleinen Familienkreis der 50. Geburtstag meiner Schwägerin Nicole gefeiert werden. Es hat mich sehr gefreut, dass ich trotz der Pandemie an diesen speziellen Familienfeiern teilnehmen konnte. Auch war es wieder toll, alle meine Freunde in und um Bremerhaven wiederzusehen. Leider hat es auch dieses Mal nicht mit einem Besuch bei meiner Freundin Kerstin in Hamburg geklappt. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Auch Weihnachten wird in der Seestadt gefeiert

Auch hatte ich für dieses Jahr zwei sehr schöne Konzertkarten: Elton John in Hamburg zusammen mit meiner Mutti, Ulrike und Ulla im September und Simply Red mit Kollegen hier in Budapest. Beide Konzerte wurden um ein Jahr verschoben. Bin gespannt, was daraus wird.

In diesem Jahr Weihnachten wollten mich meine Mutti und meine Freundin Ulrike in Budapest besuchen, aber daraus wird ja nun nichts. Das ist sehr schade, aber die Pandemie lässt sich nun mal nicht verstecken. So werde ich ein weiteres Jahr Weihnachten in Bremerhaven verbringen und hoffe, dass wir den geplanten Besuch „nur“ um ein Jahr verschieben müssen!

Weihnachtsbeleutung in den Straßen sorgt für Weihnachtsstimmung

Ich finde es sehr schade, dass in diesem Jahr keine Weihnachtsmärkte stattfinden, aber man kann es auch verstehen. Gott sei Dank gibt es wenigstens die Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen und an den Häusern. Im Burgviertel auf der Buda-Seite ist es schon festlich geschmückt. So kann ich nach Dienstschluss dies doch irgendwie genießen. Aber trotzdem will sich bei mir Weihnachtsstimmung noch nicht so recht einstellen.

Von den Herausforderungen, die die Covid-19-Pandemie mit sich brachte, brauche ich nicht viel zu berichten. Wir alle wissen, was es bedeutet. Anfänglich waren Lockdown, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, Homeoffice oder das Tragen von Masken gewöhnungsbedürftig und jetzt gehört es schon (fast) zum Alltag dazu. Die Arbeitswelt hat sich dadurch verändert; viele Präsenzveranstaltungen finden nicht statt, werden, soweit es geht, online durchgeführt.

Nächtliche Ausgansgsperre in Ungarn

In Ungarn herrscht gegenwärtig Ausgangssperre von 20 bis 5 Uhr – es ist schon irgendwie komisch, aber wo will man auch hin: Restaurants sind geschlossen und Geschäfte schließen jetzt um 19 Uhr – eben wegen der Ausgangssperre. Auch dürfen Personen bis 65 unter der Woche von 9 bis 11 Uhr und an Wochenenden von 8 bis 10 Uhr nicht in die Supermärkte. Maskenpflicht herrscht auch in der Öffentlichkeit.

Ich bin gespannt, ob ich zu Weihnachten nach Bremerhaven reisen kann. Eines ist jedenfalls ganz sicher: So oft wie in diesem Jahr habe ich während meiner langjährigen dienstlichen Auslandsaufenthalte noch nie so viel Urlaub in Bremerhaven verbracht!

Gute Wünsche in die Heimat

Ich hoffe sehr, dass wir alle die „Corona-Zeit“ gut überstehen werden und wünsche in diesem Sinne meiner Mutter Irene Suhling, meinen Geschwistern Ralf Suhling und Birgit Suhling sowie Olaf Suhling und Nicole Jürgens, Familie Helga und Günter Schnakenberg, Ulrike und Horst Geithe, Ulla Weckmann, Uschi Giere, Eva und Helmut Tiedge mit Lisa und Miriam, Kerstin Schmidt und Henner Bartels in Hamburg, Silke und Frank Köhler mit Karsten, Meike Müller und Otto Henssler in Berlin, Cordula Funk in Berlin, Astrid Pummer und Laci in Wien, Silke Reinberger und Familie, Christina und Matthias Minnemann in Kiel, Claudia Völzke und Manuel Müller mit Marcus in Madrid, Familie Süß, Familie Elke und Lothar Schmidt, Marlies und Walter Jürgens, Familie Marga und Karl Doil, Wilfried Warneke, Gabriela und Michael Müller mit Tanja, Stella und Michael Fink mit Sina und Marvin, Andrea und Frank Hoyer mit Luisa und Inja, Gertrud Orth samt Familie, Monika Weiland samt Familie, Frau Elisabeth Seehausen sowie den Nachbarn meiner Mutter und alle diejenigen, die ich vergessen haben sollte, zu erwähnen, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch in das Jahr 2021! Und nicht zu vergessen: Bleibt gesund!

Einen großen Dank verbunden mit frohen und gesegneten Weihnachts- und Neujahrsgrüßen gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der NORDSEE-ZEITUNG, die auch trotz der schweren Zeit auch in diesem Jahr die Grußbrücke wieder möglich machen!

Kerstin Suhling
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Ùri utca 64-66
1014 Budapest/ Ungarn

Virginia: Ein Ausflug ins Paradies

Wie fängt man so ein Jahr an? Gibt es irgendwas Positives aus dem Jahre 2002 zu berichten? Ich habe lange überlegt, womit und ob ich dieses Jahr überhaupt an der Grußbrücke teilnehmen soll. Aber einige Personen/Freunde interessieren sich für mein Leben in den USA, also: let’s go.

Niemals habe ich mir erträumen lassen, mal in einer Pandemie leben zu müssen. Ja, Krankheiten existieren seit Menschengedenken und auch dieser Virus wird ggf. irgendwann vorbeigehen. Dass aber mit globalen „Lockdowns“ die gesamte Weltwirtschaft vor die Wand gefahren wird, hätte ich nicht für möglich gehalten. Dadurch wird das Jahr 2020 mit weltweiten negativen Ereignissen in die Geschichte eingehen.

Geschäftsreisen verbunden mit privatem Vergnügen, eine tolle Kombination.
Björn Meier

Dieses Jahr birgt nicht viel Positives. Im März und April waren meine letzten Geschäftsreisen. Es ging wieder einmal in den Süden nach Florida, mit Zwischenstopps in Georgia, Alabama und Lousiana. Florida war herrlich, denn meine Partnerin und ich haben noch ein paar Tage Urlaub angehängt. Wir besuchten neben den für uns in Florida bekannten Orten Pensacola, Tampa und Miami dieses Mal auch Key West. Ein Paradies, mehr kann ich dazu nicht sagen! Geschäftsreisen verbunden mit privatem Vergnügen, eine tolle Kombination.

Björn Meier und seine Partnerin Marleen leben in Virginia. Vor der Pandemie machten beide viele gemeinsame Ausflüge.

Björn Meier und seine Partnerin Marleen leben in Virginia. Vor der Pandemie machten beide viele gemeinsame Ausflüge.

Foto: privat

Im April folgte noch ein Zweitagetrip über Chicago nach Missouri. Es war ein Flug, der wenig Spaß machte. Masken hier, Masken da u.s.w, Panik, sobald jemand hustete und Abstand von gefühlten fünf Metern. Eine Realität, mit der ich seit Anbeginn der Pandemie ein riesiges Problem habe. Da ich im Juni bereits von NORD|ERLESEN angefragt wurde, einen „Corona-Bericht“ über den Zustand in den USA zu schreiben, werde ich in diesem Bericht nicht alles wiederholen.


Ich bin zwar beruflich mit den neuesten Geräten ausgestattet, aber na ja, bin halt noch aus der Pre-Covid-Generation.
Björn Meier

Ich kann Covid-19, Pandemie, Lockdowns und vor allem Masken etc. auch nicht mehr hören, so dass ich deutsche sowie amerikanische Nachrichten, so gut es geht, vermeide, obgleich ich beruflich oft mit der ARD, ZDF und anderen öffentlich rechtlichen Medien zu tun habe. Da werden in einer Unterhaltung auch mal persönliche Ansichten ausgetauscht, die nicht im TV gezeigt bzw. angesprochen werden. Meetings werden mit dem Großteil meiner Kundschaft virtuell geführt und trotz meines jungen Alters habe ich auch damit so meine Schwierigkeiten, denn ich bin ein Mensch, der gerne das persönliche Gespräch sucht. Ich bin zwar beruflich mit den neuesten Geräten ausgestattet, aber na ja, bin halt noch aus der Pre-Covid-Generation.

Einen wirksamen und sicheren Impfstoff gegen ein neues Virus herzustellen, dauert normalerweise viele Jahre, manchmal gar Jahrzehnte, und plötzlich steht der Covid-19-Impfstoff bereit. Ich habe da meine eigene Meinung zu, sollen sich von mir aus die Leute weltweit das Zeug spritzen lassen. Der große Nachteil wird aber der sein, dass auch wir uns wohl ungewollt impfen lassen müssen, denn die ersten Fluggesellschaften hegen bereits Pläne, dass Interkontinentalflüge nur noch mit einer Impfung angetreten werden dürfen. Wir sind schwerstens begeistert!

USA ist ein zerrissenes Land

Neben Covid-19 waren auch noch viele anderen Themen in den USA relevant, ob „Black Lives Matter Movement“ oder die US-Präsidentschaftswahl. Da ich versuche, mich politisch nicht zu äußern, halte mich sehr zurück, aber das Land ist so zerrissen, und da wird auch der neu gewählte Präsident nichts dran ändern. Ich muss aber sagen, dass ich mit sehr vielen Aktionen in und um das „Black Lives Matter Movement“ nicht einverstanden bin.

Durch das „Auslöschen“ der US-amerikanischen Geschichte, indem Statuen niedergerissen werden, durch Beschmierungen aller Art oder Plünderungen wird nichts anderes erreicht, als eine noch größere Spaltung zwischen den verschiedenen Wählergruppen zu erzeugen. Mehr möchte ich dazu aber nicht schreiben, denn auch diese Themen wurden bereits hundertfach privat und medial durchgekaut.

Wo meine Partnerin und ich Weihnachten verbringen werden, ist noch unklar. Neben Hawaii steht auch die Westküste der USA auf dem Plan. Schauen wir mal. Aufgrund der erneuten Einschränkungen der deutschen Regierung wird es wohl für viele eine einsame Zeit werden. Wir wünschen unseren Familien und Freunden trotz alledem ein frohes Weihnachtsfest und senden liebe Grüße.

Björn Meier

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