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Die Mund-Nasen-Maske ist nur ein Bestandteil des Hygienekonzepts der Innungsfrisöre.

Foto: Bohn

Die Mund-Nasen-Maske ist nur ein Bestandteil des Hygienekonzepts der Innungsfrisöre.

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Frisöre. Angst vor Lockdown wegen „schwarzer Schafe“

Eigentlich müsste Obermeister Stefan Hartmann zufrieden sein. Denn anders als im Frühjahr müssen die Frisöre beim jetzigen Lockdown nicht schließen. Doch er macht sich Sorgen: „Es gibt schwarze Schafe, die sich nicht an die strengen Hygieneregeln halten“, sagt er. Und die könnten letztlich der gesamten Branche schaden.

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Für 30 Innungsbetriebe in Bremerhaven und dem Altkreis Wesermünde ist Hartmann zuständig. Die Betriebe hätten viel Geld in die Hand genommen, um die Hygienebestimmungen umzusetzen: Desinfektionsmittel, Plexiglasscheiben, größere Abstände zwischen den Stühlen, Schutzhandschuhe, Mund-Nasen-Masken für Personal und auch Kunden, die ihre vergessen haben. „Ich selber habe mehrere Tausend Euro investiert“, sagt der Besitzer von Haar- Scharf mit den Standorten Hagen und Loxstedt.

Zudem können aufgrund der strengen Vorschriften nicht mehr so viele Kunden am Tag betreut werden wie vor Corona. „Ich appelliere an alle Kunden, mehr Zeit einzuplanen“, sagt Hartmann. Jeder Kunde braucht einen festen Termin. Hartmann bittet um Verständnis für die Frisöre. Schon beim Eintritt gilt: Maske auf und Hände desinfizieren. Auch die Haarwäsche ist Pflicht – Ausnahmen gibt es keine. „Selbst nicht, wenn der Kunde gerade vorher die Haare gewaschen hat“, erläutert Hartmann. Während des Frisierens trägt der Frisör Maske. Und hinterher wird Zeit benötigt, um Werkzeug und Flächen zu desinfizieren.

Keine Ansteckung

„Es ist eine Menge zu beachten, aber es dient der Sicherheit der Kunden“, betont Hartmann. Und die Vorsichtsmaßnahmen wirkten. „Wir hatten hier schon Kunden, die unwissentlich das Corona-Virus hatten. Angesteckt hat sich bei uns keiner“, sagt Hartmann.

Um so weniger Verständnis hat der Obermeister der Frisörinnung der Kreishandwerkerschaft Bremerhaven-Wesermünde für das Verhalten einiger schwarzer Schafe. „Von Kollegen aus Bremerhaven weiß ich, dass Kunden damit drohen, zu einem anderen Frisör zu gehen, der die Regeln nicht so ernst nimmt“, berichtet er. Und auch er selber habe so etwas schon zu hören bekommen, sagt der Obermeister.

„Schwarze Schafe gefährden die ganze Branche“

„Mal abgesehen davon, dass die Kunden auch auf ihre eigene Gesundheit achten sollten, kann ich Frisöre nicht verstehen, die sich nicht an die Regeln halten“, meint Hartmann. Denn das sei nicht nur Wettbewerbsverzerrung und unverantwortlich der Gesundheit der Kunden gegenüber, sondern bedrohe auch die gesamte Branche.

Das könne im schlimmsten Fall dazu führen, dass letztlich wieder alle Frisöre schließen müssten, warnt er. „Den Lockdown im Frühjahr haben wir gerade so überstanden. Aber wenn wir jetzt wieder schließen müssen, sieht es übel für die Betriebe aus“, warnt Hartmann.

Die Innungsfrisöre appellieren deswegen nicht nur an alle Kollegen, sich an die Regeln zu halten, sondern auch an die Kunden. „Unsere Hygienestandards waren und sind jetzt erst recht während der Corona-Pandemie ein Qualitätssiegel“, werben die Innungsfrisöre.

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