Doris Sorrells Tochter Chelsea und deren Ehemann Daniel nach der letzten Chemotherapie.

Doris Sorrells Tochter Chelsea und deren Ehemann Daniel nach der letzten Chemotherapie.

Foto: privat

Doris Sorrells Tochter Chelsea und deren Ehemann Daniel nach der letzten Chemotherapie.

Leute Grußbrücke

Grußbrücke: Von Zusammenhalt und Polizeigewalt

Unsere liebgewonnene Grußbrücke schafft jedes Jahr vor Weihnachten eine Verbindung zwischen Menschen auf der ganzen Welt und unserem Norden – zwischen der „alten“ und der „neuen“ Heimat. Menschen schreiben uns von überall her ihre Grüße an Verwandte, Freunde und Bekannte in Bremerhaven und umzu. Doris Sorrells und Wanda und Jeff Roberts senden ihre Grüße in die Seestadt ein mal quer über den großen Teich aus den USA.

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Kapitel in diesem Artikel

Doris Sorrells, Georgia

Was für ein schwieriges Jahr für uns alle hier auf Erden. Das Coronavirus hatte eigentlich gar nicht so einen großen Einfluss auf unsere Familie. Wir arbeiten alle, aber unser Schwiegersohn Daniel, der ein Koch ist, musste zwei Monate auf sein Arbeitslosengeld warten, da der Arbeitgeber seine Steuernummer falsch eingegeben hatte. Das ist schon lange vergessen.

Das Schlimmste für uns ist, dass unsere 30-jährige Tochter Chelsea Brustkrebs hat, es ist eine aggressive und seltene Form. Sie musste 16 Chemo-Anwendungen ertragen, alleine, da Daniel nicht die Erlaubnis hatte, während der Chemo neben ihr zu sitzen und ihre Hand zu halten.

„Betet für meine Mama“

Die Karten von den Kindern

Die Karten von den Kindern

Foto: privat

Chelseas Sohn Colville (er ist gerade acht Jahre alt geworden) geht mit mir häufig in die Kirche. Er ist im Raum mit Kindern der 1. und 2. Klasse. Jedes Mal bat er alle: „Betet für meine Mama“ – was natürlich auch alle gemacht haben. Eines Tages kam er mit einer Geschenktüte aus dem Zimmer. Jedes Kind hatte eine Gute-Besserung-Karte geschrieben und es gab ein Kissen als Geschenk für Colvilles Mom.

Der Krebs hat nicht gestreut und ich glaube, dass Gott die Gebete der Kinder, der Pastoren und aller Freunde gehört und beantwortet hat. Meine Tochter ist noch nicht mit allem durch, aber das Haar wächst und sie arbeitet wieder. Nun ist Weihnachten und wir feiern die Geburt Jesus Christus. Er kam, um uns ewiges Leben zu geben. Ich bin meiner Kirche für all die Liebe, die sie uns gegeben hat, so dankbar. Gott ist gut!

Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr wünsche ich meiner Mutti, Elfriede Mein (wir haben dich lieb), Volker, Simone und allen Verwandten und Bekannten.

Doris Sorrells, geb. Mein
Cartersville, GA USA
dosorrells@comcast.net

Wanda und Jeff Roberts, Wisconsin

In diesem Jahr möchte ich damit beginnen, dass ich sehr hoffe, dass alle Leser dieser Grußbrücke gesund sind und noch nicht von diesem unsichtbaren Feind „Covid-19“ befallen worden sind! Jetzt, wo ich meine Grüße aufs Papier bringe, ist unsere Familie glücklicherweise noch nicht von dem Virus angesteckt worden. Aber jeder weiß, dass sich dies schnell ändern kann.

Das Jahr 2020 begann noch sehr hoffnungsvoll. Mein Mann Jeff ist seit Januar nun auch im Ruhestand. Wir hatten uns vorgenommen, nach dem Winter viele Kurzreisen zu unternehmen und über die kommenden Jahre alle 50 Staaten zu besuchen. Durch die Pandemie kam alles zum abrupten Stopp. Wie so viele Leute haben auch wir uns darangemacht, unser Haus gründlich aufzuräumen und zu renovieren (wir sind noch lange nicht fertig).

Es war und ist auch jetzt wieder nicht einfach, von den Kindern Abstand zu halten. Unser Sohn und Schwiegersohn sind beide in der Lebensmittelbranche beschäftigt und ständig gefährdet, angesteckt zu werden. Als es im Sommer etwas leichter wurde, hatten wir noch ein paar schöne Tage mit unseren Enkelkindern verbracht. Und dann kam August!

Wanda und Jeff Roberts vor dem groessten Pfennig der Welt in Woodruff, Wisconsin

Wanda und Jeff Roberts vor dem groessten Pfennig der Welt in Woodruff, Wisconsin

Foto: privat

Über Nacht weltbekannt

Unsere schöne Stadt Kenosha wurde über Nacht weltbekannt, leider nicht so, wie man es sich wünschen würde. Ein weißhäutiger Polizist hat einen dunkelhäutigen Mann bei dessen Verhaftung mehrmals beschossen. Und dies, nachdem ähnliche Vorfälle in diesem Land für Unruhe sorgten. Dies brachte Demonstrationen, die in Krawalle übergingen. Geschäfte wurden in Brand gesetzt. Es eskalierte so sehr, dass jemand – angeblich, um sich selbst zu schützen – drei Personen beschoss, zwei davon wurden tödlich getroffen. Viele Geschäfte und Häuser wurden verbarrikadiert. Über Nacht hatte ganz Kenosha mehrere Tage lang abends und nachts Ausgangssperre.

Wir wohnen an Stadtrand und waren einigermaßen sicher. Die Folgen sind aber immer noch sichtbar. Es ist traurig, dass die Rassenunterschiede in diesem Land noch immer so sehr ausgeprägt sind. Ende September haben wir uns dann getraut, für drei Tage in den Norden von Wisconsin zu reisen. In dem Urlaubsort Minocqua haben wir uns mit zwei Freunden getroffen, sind viel gewandert und haben Golf gespielt.

Besuch im kommenden Jahr geplant

Jetzt hat uns leider der Alltag wieder. Wo wir uns auf die Feiertage vorbereiten, ist es noch fraglich, ob es sicher ist, im Familienkreis zu feiern. Wir hatten eigentlich geplant, im April 2021 mit unseren Kindern und Enkelkindern unsere Familie in Deutschland zu besuchen. Ob dies allerdings sicher und möglich ist, steht zurzeit leider noch nicht fest.

Doch wir denken an alle lieben Familienmitglieder, Freunde, Bekannte und ehemaligen Arbeitskollegen. Leider sind es in diesem Jahr auch wieder weniger geworden. Zwei unserer früheren Nachbarn in Dedesdorf, Heribert Kleen und Helge Serve, sind für immer von uns gegangen.

Ein frohes und gesundes Weihnachtsfest und neues Jahr wünschen wir unserer lieben Mutti, Magda de Vries, Schwester und Schwager Edith und Günter Schmidt mit Kindern André und Johanna Schmidt und Aron in Bremerhaven und Jennifer und Pascal Schmidt-Stöber mit Milan und Leni in Hannover. Unsere Grüße gehen wie immer auch an alle weiteren Verwandten sowie Freunde, Ursel und Rainer Puschmann in Stotel, Marion und Jürgen Meyer in Bremerhaven, und alle ehemaligen Nachbarn und Arbeitskollegen der Stadtverwaltung Bremerhaven.

Wanda und Jeff Roberts und Familie
6408 99th Ave.
Kenosha, WI 53142, USA
wanda1roberts@yahoo.com

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