Hunter Moore ist neuer Quarterback bei den Bremerhaven Seahawks.

Hunter Moore ist neuer Quarterback bei den Bremerhaven Seahawks.

Foto: Ralf Masorat

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Moore bringt starken Arm, schnelle Beine und Führungsqualitäten mit

Den ersten Spruch seines Trainers bekommt Hunter Moore schon beim Posieren für den Fotografen zu hören. „Hunter, du darfst auf dem Bild ruhig lachen. Du siehst wie jemand aus, der anderen Leuten ihr Essensgeld abnehmen will“, flachst James Joseph „JJ“ Fayed, Headcoach der Bremerhaven Seahawks, mit seinem neuen Quarterback. Der 24 Jahre alte Moore will mit dem American-Football-Team des OSC Bremerhaven zum Höhenflug in der Regionalliga Nord ansetzen.

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Für Moore, der am Mittwoch in Hamburg gelandet ist und am Freitagabend seine erste Trainingseinheit mit seinem neuen Team absolvieren wird, ist der Wechsel nach Übersee ein großes Abenteuer. „Ich bin noch nie zuvor in Europa gewesen. Das ist alles sehr aufregend für mich. Ich bin sehr glücklich, dass Coach Fayed mich gefunden und mir die Chance gegeben hat“, sagt der Amerikaner, der sich mit seinem Trainer und Seahawks-Sportdirektor Fabian Fuß direkt nach der Ankunft in der Seestadt zum Interview eingefunden hat.

Die Seahawks haben in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen mit Spielmachern aus den USA gemacht. Den richtigen Quarterback zu finden, ist jedoch nicht so einfach, denn die Auswahl an Kandidaten ist groß. Fayed gibt zu, dass er nur durch Zufall auf Moore gestoßen ist. Der US-Coach, der vor seiner ersten Saison bei den Seahawks steht, nutzt wie viele seiner Kollegen das Portal Europlayers, um nach geeigneten Spielern zu suchen.

Nach 18 Videos und mehreren Telefonaten Entscheidung gefällt

Dabei stieß er auf einen Quarterback, der sich mit fremden Federn schmückte: „Der Typ hat auf seiner Seite Videos von Hunter genutzt, wie ich festgestellt habe. Ich habe daraufhin mit Hunters Coach bei den Chattanooga Eagles gesprochen, der den Kontakt herstellen konnte.“

Insgesamt 18 Videos von Moores Spielen beim semiprofessionellen Team in Chattanooga hat Fayed gesichtet - und nach mehreren Telefonaten mit seinem Landsmann stand das Urteil des 45-Jährigen fest. „Ich bin überzeugt davon, dass Hunter sportlich und menschlich zu uns passt. Charakter gewinnt Meisterschaften. Und den hat er“, lobt der Seahawks-Cheftrainer seinen Neuzugang.

Als Quarterback muss ich mehr als einen starken Arm und schnelle Beine haben. Ich will ein Führungsspieler sein, der seine Mitspieler motiviert.
Hunter Moore

Und ergänzt in der oft blumigen Sprache des US-Sports: „Es gibt Quarterbacks, die wie Sportwagen sind. Andere sind wie Busse. Hunter kann beides.“ Damit meint Fayed, dass Moore das Spiel lesen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen kann. „Hunter kann Spiele durch seine Touchdown-Pässe entscheiden. Ich habe aber auch Spiele gesehen, in denen er 25 Mal den Ball übergeben hat - und sein Team hat trotzdem gewonnen“, beschreibt Fayed den Spieler, der als sein verlängerter Arm auf dem Feld fungieren soll.

Moore, dem ein in Österreich spielender Freund zum Wechsel nach Europa geraten hat, freut sich über die Vorschusslorbeeren, denen er gerecht werden möchte. „Als Quarterback muss ich mehr als einen starken Arm und schnelle Beine haben. Ich will ein Führungsspieler sein, der seine Mitspieler motiviert“, erzählt Moore, der Erfahrungen bei den College-Teams der University of Central Arkansas und der University of Tennessee gesammelt hat.

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Saisonbeginn 18. April

Der Fan der Green Bay Packers, der NFL-Quarterbacks wie Peyton Manning, Tim Tebow und Drew Brees als Vorbilder nennt, wird bei den Seahawks den jungen Janic Holtermann unter seine Fittiche nehmen, der als Backup-Spielmacher aus der A-Jugend ins Herrenteam wechselt. „Wir haben schon Kontakt aufgenommen. Janic hat gefragt, ob wir Extraschichten einlegen können. Ich freue mich darauf, ihn voranbringen zu können“, nimmt Moore die Mentorenrolle gerne an.

Moore wird in der kommenden Saison, die am Samstag, 18. April, mit einem Auswärtsspiel beim früheren deutschen Meister Hamburg Blue Devils beginnt, einer von nur zwei US-Importspielern sein. Während Devin Welch dem Team erhalten bleibt und von der D- in die O-Line aufrücken wird, zieht es Chris Lipsey nach drei Jahren im Seahawks-Trikot zu den Spandau Bulldogs.

Auch Kadeem Pankey wird nicht nach Bremerhaven zurückkehren. „Unser Ziel ist es, die deutschen Spieler zu entwickeln. Wenn wir schon in der Regionalliga vier Amerikaner brauchen, wie wird es nach einem Aufstieg in die GFL2 aussehen, wo das Niveau noch mal deutlich höher ist?“, erklärt Sportdirektor Fuß den Kurswechsel bei den OSC-Footballern.

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