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Zwei Frauen stehen auf einer Treppe.

Maya Buller (rechts) und Friederike Dahm setzen sich für gezielten und ressourcenschonenenden Konsum ein.

Foto: privat

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Nordenhamerin sorgt für Ordnung

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Etliche Hosen, Oberteile und Jacken hängen wahllos im Kleiderschrank. Viele Kleidungsstücke wurden jahrelang nicht getragen. An der Jeans hängt sogar noch das Preisschild. „So ähnlich sah es früher auch in meinem überfüllten Kleiderschrank aus“, sagt Maya Buller. Sie kommt aus Nordenham und hat gemeinsam mit Friederike Dahm das Start-up-Unternehmen awaredress in Hamburg gegründet. Ihre Idee: Bei der Beseitigung des Chaos helfen und einen organisierten Kleiderschrank mit nachhaltiger Mode etablieren.


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Maya Buller verschlug es nach ihrem Abitur am Gymnasium Nordenham nach Berlin. Sie legte die Prüfung zur Handelsfachwirtin ab und war fünfeinhalb Jahre für das Label Marc O’Polo tätig. „Während dieser Zeit habe ich mich privat viel mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt“, sagt die 28-Jährige. „Irgendwann wollte ich nicht mehr so viel Kleidung wie möglich verkaufen, sondern wollte mich mehr mit fairer und nachhaltiger Bekleidung beschäftigen.“

Daher kündigte die Nordenhamerin vor vier Jahren ihren Job und begann das Studium Bekleidungstechnik in Hamburg. Sie entdeckte für sich das Modelabel Jan ‚n June. „Privat habe ich dort meine Bekleidung gekauft, weil das Label fair produzierte und nachhaltige Mode anbietet, die modern aussieht“, sagt Maya Buller. Sie machte dort ein Praktikum, war als Werkstudentin angestellt und ist aktuell für das Produkt- und Qualitätsmanagement zuständig.

Riesige Auswahl wirkt erdrückend

„Die Idee, sich mit Coaching und Beratung für den Kleiderschrank selbstständig zu machen, schwirrte mir schon lange im Kopf herum“, sagt Maya Buller. Sie selbst habe als Jugendliche einen riesigen Kleiderschrank besessen. „Irgendwann waren die Ausmaße erdrückend. Ich habe morgens ewig überlegt, was ich anziehen kann. Daher habe ich mich dazu entschlossen, minimalistischer zu werden“, nennt Maya Buller ihre Motivation. Sie möchte ihr Wissen weitergeben, Coachings anbieten und sich für gezielten sowie ressourcenschonenden Konsum einsetzen. Ziele, die auch ihre Mitgründerin Friederike Dahm verfolgt. Sie ist gelernte Schneiderin und lernte Maya Buller während des gemeinsamen Studiums kennen. Im Juli 2019 gründeten sie awaredress.

„Eine Beratung ist eine sehr, sehr individuelle Angelegenheit“, sagt Maya Buller. Gemeinsam mit dem Kunden wird der Kleiderschrank analysiert. Was sind die Lieblingsteile? Was wird häufig getragen? Was liegt seit Jahren ungenutzt herum? „Schrittweise wird die Garderobe so reduziert, dass im Idealfall wenige Kleidungsstücke übrig bleiben, die gut miteinander kombiniert werden können.“

Eine Garderobe.

So sieht eine sogenannte „Capsule Wardrobe“ aus. Wenige Teile, die sich miteinander kombinieren lassen.

Foto: awaredress

Punktuell werden auch Kleidungsstücke dazugekauft. Die Jungunternehmerinnen beraten über nachhaltig produzierte Mode, die zu der zuvor reduzierten Garderobe passen würde. Sie gehen, wenn gewünscht, gemeinsam mit den Kunden einkaufen. „Es geht auch darum, Spontan- und Fehlkäufe künftig zu vermeiden. Denn auch das ist Nachhaltigkeit“, betont Maya Buller. Die neuen Outfits werden fotografiert und gut geordnet in den Kleiderschrank gehangen.

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Die Vorteile liegen für die Nordenhamerin auf der Hand: „Man verbringt weniger Zeit damit, sich zu überlegen, was man anzieht, weil die Optionen klarer sind“, sagt sie. Maya Buller hat schon Kundinnen beraten, die mit der Zeit über 400 Kleidungsstücke angesammelt hatten. „Dann wird in einem ersten Schritt radikal reduziert.“ Die aussortierten Sachen können verkauft, gespendet oder auch getauscht werden.

„Es geht uns nicht darum, die Garderobe auf eine bestimmte Anzahl an Kleidungsstücken zu reduzieren, sondern auf das zu reduzieren, was einen positiven Effekt auf das tägliche Anziehen ermöglicht“, erklärt Maya Buller. Beim Schaffen sogenannter Capsule Wardrobe sind Maya Buller und Friederike Dahm ebenfalls behilflich. Dabei wird der Inhalt des Schranks oder einer Kleiderstange auf eine bestimmte Anzahl von Kleidungsstücken reduziert, die sich alle miteinander kombinieren lassen. „Das macht Spaß und schont die Umwelt und das Portemonnaie“, sagt Maya Buller. Sie und Friederike Dahmen planen, ab Mai Workshops anzubieten. In der Gruppe soll der bewusste Umgang mit Mode erlernt werden.

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