Eine alte Frau hält ein Baby im Arm.

Die Grußbrücke verbindet seit vielen Jahren Menschen aus aller Welt, deren Heimat einmal Bremerhaven und das Cuxland war.

Die Grußbrücke verbindet seit vielen Jahren Menschen aus aller Welt, deren Heimat einmal Bremerhaven und das Cuxland war.

Leute

Grüße aus aller Welt erreichen die Nordsee-Küste

Wann, wenn nicht zur Weihnachtszeit, wollen liebgewonnene Traditionen und Bräuche gehegt und gepflegt werden? Dazu gehört seit Jahrzehnten für viele Menschen die Grußbrücke, die ausgewanderte Menschen in aller Welt mit ihrer alten Heimat in Bremerhaven und im Landkreis Cuxhaven und mit ihren hier wohnenden Familien und Freunden verbindet.

Kreis-Icon-Nordstern

Natürlich hat die Corona-Pandemie 2020 fast alle anderen Themen überschattetet – und auch viele Grußbrücken-Schreiber befassen sich mit diesem Thema. Vera Murillo aus Kalifornien etwa bedauert, dass sie eine geplante Reise nach Bremerhaven auf unbestimmte Zeit verschieben musste. Angela Saulino aus Massachusetts musste auf langersehnte Besuche von Familienmitgliedern verzichten und Gerin Reeves‘ Vater musste seinen Geburtstag ohne die Tochter verbringen. Eine schwere Zeit ist es auch für Waltraud Maassen. Sie kann ihren Mann, der in einer Pflegeeinrichtung lebt, momentan nur noch am Fenster sehen.

Grußbrücke 2020

Karte: maps4news.com/©OSM

Und so manches Familienmitglied der Grußbrücke-Schreiber hat während der Pandemie den Job verloren oder ist in Kurzarbeit. Doch mancher sieht auch das Positive: „Wir verbringen viel mehr Zeit zusammen“ schreibt etwa Vincent Urlaub aus Barcelona, der im Homeoffice arbeitet. Und Anne-Rose Coyle, die in North Carolina lebt, hat den Kontakt zu einer alten Freundin wiedergefunden: „Durch Corona blieb ihr Zeit, alte Bilder zu durchstöbern. Sie googelte meinen Namen und wurde gleich mit unserer jetzigen Adresse belohnt.“

Trotz Corona hören wir auch in diesem Jahr aus erster Hand spannenden Reiseberichte: Sara und Fritz Grannemann sind im Februar zu einer Kreuzfahrt in die Karibikaufgebrochen und haben auch die Unesco-Weltkulturerbe-Stadt Cartagena in Kolumbien besucht. Ursula Orr hat sich den Traum einer Schiffsreise in den Südpazifik erfüllt. Und Renate Stone berichtet von ihrem Ausflug nach Nashville, wo die Glasskulpturen des berühmten Künstlers Dale Chihuly zu sehen sind. Der Geestländer Julian Stein lässt uns in seinem Grußbrücken-Beitrag nicht nur an seinem Leben in Australien teilhaben. Er nimmt uns auch mit zum Bungee-Springen nach Neuseeland.

Wir können teilhaben an freudigen Erlebnissen genauso wie an traurigen Ereignissen: So ist Ernst-August Rakers Ehefrau Meredith am Tag vor Ostern gestorben. Ein schwerer Verlust für den langjährigen Grußbrücken-Schreiber. Besondere Freude hingegen glänzt zwischen den Briefzeilen, wenn von Kindern, Enkelkindern oder gar Urenkeln die Rede ist. Über so manche Neugeborene dürfen wir uns dank der Grußbrücke gemeinsam mit den Familien freuen. So teilt Christa Sell ihre Freude darüber, dass sie jetzt Großmutter der kleinen Freya ist, „die sich zu einem von allen geliebten Menschlein entwickelt.“

Heimweh haben viele

Die Tradition der Grußbrücke ist und bleibt stark. Auch in diesem Jahr haben – ähnlich wie in den vergangenen Jahren – mehr als 40 Menschen aus aller Welt Beiträge eingeschickt. Natürlich sind noch mehr „alte“ und liebgewonnene Bekannte dabei. Lisa Tietje etwa, die von ihrem 98. Geburtstag berichtet, den sie in einem Vogelpark verbracht hat. Auch einige neue Gesichter und Vertreter einer jüngeren Grußbrücken-Generation sind wieder vertreten.

Eines ist in vielen Beiträgen ähnlich: Mal nur zwischen den Zeilen, mal ganz offensichtlich, schwingt Heimweh mit. „Nun bin ich schon 57 Jahre lang in Amerika, aber zu Weihnachten sind meine Gedanken doch wieder in der Heimat“, schreibt Renate Stone. Und Ingrid Boettcher berichtet: „Wir leben seit 1964 in Amerika. Die Sehnsucht nach dem Meer und der würzigen Seeluft haben uns nie verlassen. So hoffen wir, dass es in Zukunft auch noch mal ein Wiedersehen mit unserer Heimatstadt Bremerhaven geben wird.“

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