Wolfsburg: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Todesfällen in Seniorenheim

Nach den bislang 22 Coronavirus-Todesfällen in einem Wolfsburger Seniorenheim ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Angebliche Pflegemissstände werden angeprangert

Anlass war eine Strafanzeige, in der Pflegemissstände im betroffenen Hanns-Lilje-Heim angeprangert wurden, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag sagte. Das Ermittlungsverfahren richte sich nicht gegen die Verantwortlichen der Diakonie Wolfsburg, sondern gegen unbekannt.

Rechtsanwalt soll befragt werden

Zur weiteren Klärung will die Staatsanwaltschaft Patientenakten des Heims einsehen. Eine Befragung des Rechtsanwalts, der die Anzeige gestellt hat, solle außerdem ergeben, wie stichhaltig die Vorwürfe sind.

Schwere Vorwürfe gegen die Diakonie

Der Rechtsanwalt berief sich einem Bericht der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ zufolge auf Hinweise von Diakonie-Beschäftigten über Missstände in Pflegeheimen. Er erhob schwere Vorwürfe gegen die Diakonie, dort herrschten „katastrophale hygienische Zustände“. Der Besucherstopp in den Heimen sei zu spät gekommen.

Behörden finden keine Mängel

Die Diakonie weist die Vorwürfe von sich. Auch die Behörden konnten bei einer Begehung keine Mängel erkennen, wie Krisenstabsleiter Lothar Laubert am Montag sagte. (lni)


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Erstellt:
3. April 2020, 08:31 Uhr
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