Das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide ist sich der wachsenden Bedrohung durch Cyberangriffe bewusst und bereitet sich vor.

Das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide ist sich der wachsenden Bedrohung durch Cyberangriffe bewusst und bereitet sich vor.

Foto: Arnd Hartmann

Das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide ist sich der wachsenden Bedrohung durch Cyberangriffe bewusst und bereitet sich vor.

Erleben

Wenn Krankenhäuser zur Zielscheibe von Hackern werden

Vor einem Jahr traf in Düsseldorf der Worst Case ein: Als Folge eines Hackerangriffs auf die Universitätsklinik verstarb eine Patientin. Fast zwei Wochen lang war die größte Klinik in Düsseldorf lahmgelegt. Auch sind zunehmend Datenbanken mit hochsensiblen, medizinischen Daten frei zugänglich im Internet zu finden. Die Sicherheitslage ist angespannt. Das bemerken auch Krankenhäuser in Bremerhaven. Sie erklären, wie sie sich auf die Gefahren im Netz vorbereiten.

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„Die Gefahr ist stetig da, die Frage ist nicht mehr, ob man betroffen sein wird, sondern wann und in welchem Ausmaß“, sagt Jürgen Tienken, stellvertretender Leiter der Medizin- und Informationstechnik am Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide. Die Bedrohung für das städtische Krankenhaus gehe vor allem von sogenannten Phishing-E-Mails aus, die Cyberkriminelle massenweise verschicken. Die Gefahr, dass sich dann ein Mitarbeiter „verklickt“, sei groß, weiß Tienken. Denn genau diesen Fall hat das Klinikum bereits erlebt, einer ihrer Mitarbeiter folgte versehentlich einem Link in einer gefälschten E-Mail. „Dieser Vorfall vor einigen Jahren hatte aber keine großen Auswirkungen, da der Nutzer nur sehr wenig Rechte hatte“, erklärt Tienken. Insofern wäre es damals nicht zu einer Ausbreitung von Schadsoftware, Viren oder Ähnlichem gekommen. Gezielt angegriffen worden, also mit einem Motiv dahinter, wären die IT-Systeme des Krankenhauses aber noch nicht. Tienken ist sich aber bewusst: „Wir sind nicht absolut sicher davor. Deshalb sagen wir nicht, uns kann nichts passieren.“ Die Mitarbeiter punktuell zu informieren und auf die „Beifang-Mechanismen“ aufmerksam zu machen, sei daher besonders wichtig. Im Ernstfall einer Cyberattacke mit Erpressungsversuch würde der IT-Experte als Erstes die zuständigen Ermittlungsbehörden kontaktieren und geeignete Maßnahmen ergreifen. Sollte es dazu kommen, dass das Rechensystem des Krankenhauses komplett neu gestartet werden müsste, würde das laut Tienken etwa drei Stunden dauern. Auf Lösegeldforderungen würden sie in Reinkenheide nicht eingehen. „Wichtig ist, dass man dann auf Back-up und Disaster-Recovery-Strukturen zurückgreifen kann“, so Tienken. Diese auf dem aktuellen Stand zu halten, gehört zum Sicherheitskonzept der Klinik, aber auch auf herkömmliche Virenscanner bis hin zu spezieller Software greifen sie zurück. Näher darauf eingehen könne Tienken aus Sicherheitsgründen aber nicht.

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