wei Zentimeter weit wird das Stäbchen in die Nase geschoben: Arzthelferin Stefanie Herrmann (42) demonstriert an Teststation-Mitarbeiter Jonah Behling (19), wie der Nasaltest abläuft.

wei Zentimeter weit wird das Stäbchen in die Nase geschoben: Arzthelferin Stefanie Herrmann (42) demonstriert an Teststation-Mitarbeiter Jonah Behling (19), wie der Nasaltest abläuft.

Foto: Van Veenendaal

wei Zentimeter weit wird das Stäbchen in die Nase geschoben: Arzthelferin Stefanie Herrmann (42) demonstriert an Teststation-Mitarbeiter Jonah Behling (19), wie der Nasaltest abläuft.

Heute

20-Jähriger führt private Teststation

Wer bei Schomacker in Hagen einkauft, kennt es schon: Vor dem E-Center steht seit Mitte April ein großes weißes Zelt. Wer möchte, kann sich hier kostenlos und ohne Termin auf Corona testen lassen. 15 Minuten später liegt das Ergebnis vor. Auf die Beine gestellt hat das Ganze der 20-jährige Justin Womble, der die Teststation privat führt und sieben Angestellte beschäftigt.

Kreis-Icon-Nordstern

Angesichtes der Pandemie resignieren und Trübsal blasen? Das ist nicht so Justin Wombles Sache. Die Teststation ist auch nicht das erste Corona-Projekt, das der Student ins Leben gerufen hat. Bereits im vergangenen Jahr gründete er gemeinsam mit Freunden einen Lieferdienst, mit dem er Lebensmittel zu Senioren und zu Leuten brachte, die sich in Quarantäne befanden. „Wir wollten etwas machen und nicht zu Hause sitzen“, sagt er. Schließlich war die Arbeit in seinem Veranstaltungsservice „RoadToAbitur“, den er ebenfalls mit Freunden betreibt, komplett weggebrochen.

Jetzt, ein Jahr nach den Erfahrungen mit dem Lieferservice und der Kooperation mit Edeka, wollte Womble noch einen Schritt weitergehen. „Ich habe beim Landkreis angerufen, und gefragt, ob die noch jemanden suchen, der ein Testzentrum betreibt“, berichtet Womble, der zudem auch an der Waldschule Hagen als Vertretungslehrer arbeitet. Es folgten mehrere Telefonate mit einem Mitarbeiter der Stabsstelle Pandemieplanung. Aus der Idee wurde ein Konzept, aus dem Konzept ein Auftrag.

Nach nur drei Wochen schlug Womble im wahrsten Sinne des Wortes sein Zelt bei Schomacker auf. „Hier macht nur medizinisches Fachpersonal die Tests“, betont er. Fünf Pflegekräfte, Rettungssanitäter und Arzthelfer sind in verschiedenen Schichten vor Ort – vier von ihnen auf freiwilliger Basis. Hinzu kommen noch 13 Angestellte, die für die Anmeldung und Ergebnisausgabe zuständig sind. Getestet wird montags bis sonnabends von 8 bis 20 Uhr. Schon in der ersten Woche haben 800 Personen das Angebot genutzt – Tendenz steigend.

Ministerium zahlt für Station

Finanziert wird die Station vom Bundesministerium für Soziales, die Kassenärztliche Vereinigung verteilt das Geld. Auftraggeber ist der Landkreis. Allerdings muss Womble auch in Vorleistung gehen – unter anderem, indem er die Gehälter und die Testkits bezahlt. In einer Woche können so schon mal 18000 Euro zusammenkommen.

Justin Womble hat sein Testzelt dort aufgebaut, wo ohnehin viele Leute hinfahren, um einzukaufen: bei Schomacker.

Justin Womble hat sein Testzelt dort aufgebaut, wo ohnehin viele Leute hinfahren, um einzukaufen: bei Schomacker.

Foto: van Veenendaal

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