Heute

Bitte nicht wieder eine XXL-Kooperation im Cuxland

Kommunalwahlen sind Kommunalwahlen sind Kommunalwahlen. Was ich sagen will: Umfragen zur Bundestagswahl, so sicher oder unsicher sie auch sein mögen, haben offenbar keinen durchschlagenden Eindruck bei den Cuxländern hinterlassen. Die CDU gehört zu den Wahlverlierern, bleibt trotz Verlusten aber stärkste Kraft, die SPD hat ebenfalls verloren. Der Scholz-Effekt wirkt hier nicht wirklich. Allenfalls die Grünen und die FDP werden auf den Bundestrend verweisen. Die AfD spielt kaum eine Rolle, und das ist gut so. Ab dem heutigen Montag beginnt die Sondierung nach einer Gestaltungsmehrheit. Einiges scheint möglich, aber bitte nicht wieder diese XXL-Kooperation.

Bei den Bürgermeisterwahlen sind die Überraschungen ausgeblieben. Die Amtsinhaber setzten sich nahezu souverän durch, in Schiffdorf gibt es eine Stichwahl. Auch die war vorherzusehen. Mancher Beobachter hatte ein noch knapperes Ergebnis erwartet. Doch Henrik Wärner (CDU) geht gestärkt in den Wahlkampf. Man könnte auch sagen, gefühlt hat nur er einen geführt. Alle Plattformen hat er bespielt, in der Öffentlichkeit war er am meisten sichtbar. Geholfen hat ihm sicherlich sein guter Draht zur Politprominenz. Doch die Messe wird erst am 26. September gelesen. Interessant dürfte sein, zu welchem Lager die Wähler von Thorsten Küver (parteilos) tendieren. Der zweite Mann im Rathaus hinter dem aus Altersgründen ausscheidenden Bürgermeister Klaus Wirth (parteilos) hat vielleicht das Herumgeeiere um seinen Wohnsitz die Stichwahl gekostet. Christian Grüter (SPD) müsste zulegen, wenn er Wärner ernsthaft gefährden will. Der Jurist wirkt doch ein bisschen dröge.

lwHaushoch gewonnen hat Amtsinhaber Thorsten Krüger, getragen von nahezu allen politischen Parteien scheint ihm das „SPD“ hinter seinem Namen eher etwas unangenehm zu sein, oder warum tritt man dann wieder als Einzelwahlvorschlag an? Die Wähler danken ihm sein Engagement für die Stadt, nicht nur beim Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit gilt er als Vorreiter. Bad Bederkesa hat er aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Sein Herausforderer Ferdinand Schmarje (parteilos) war vor der Wahl außer in Elmlohe und umzu kaum ein Begriff. Nur Wahlkampf gegen die Person Krüger zu führen bis hin zu einem missglückten Satirevideo ist dann doch ein bisschen zu wenig. Das Ergebnis ist aber noch achtbar.

Noch deutlicher, aber eben auch ohne Gegenkandidaten hat Detlef Wellbrock (parteilos) gewonnen und leitet weiterhin die Geschicke in Loxstedt. Mit seiner unaufgeregten Art kommt er bei den meisten gut an. Er schiebt Millionenprojekte wie den Sportpark an, die Gemeinde ist finanziell solide aufgestellt, die Menschen wohnen offenbar gerne dort. Auch sein Verdienst.

Mit einem erwartbaren Ergebnis hat sich auch Hagens Bürgermeister Andreas Wittenberg (parteilos) durchgesetzt, obwohl sich auch die SPD für die Grüne Karen Lingner-Bahr ausgesprochen hatte. Knapp 30 Prozent sind für sie ein respektables Ergebnis. Auch Einzelbewerber Maik Wolter kann zufrieden sein. Der vierte Bewerber hat es nie für notwendig erachtet, sich zu melden. Dann ignorieren wir ihn doch auch mal. Wittenberg scheint mit seiner Politik gut anzukommen. Nach meinem Geschmack gibt es aber mehr Themen als die Aldi-Ansiedlung. Was wird eigentlich aus der Piazza?

Der Bürgermeister der Gemeinde Wurster Nordseeküste heißt auch künftig Marcus Itjen (parteilos). Als Amtsinhaber ist sein Ergebnis zwar besser als das von Wittenberg, aber der hatte auch eine stark eingeschätzte Gegenkandidatin. Frank Chrzanowski hat ein respektables Ergebnis eingefahren. Zum dritten Mal ist er jetzt schon angetreten. Itjen hätte sich bestimmt mehr Stimmen gewünscht. Aber beim letzten Mal musste er noch in eine Stichwahl, gewann dann dort. In Zukunft werden die Augen zum Beispiel auf ihn gerichtet werden, inwiefern er dem medizinischen Versorgungszentrum zum Erfolg verhilft.

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