Derzeit gibt es noch eine Menge freier Ausbildungsstellen. Beispielsweise werden in Bremerhaven auch Auszubildende zur Hotelfachfrau/zum Hotelfachmann gesucht.

Derzeit gibt es noch eine Menge freier Ausbildungsstellen. Beispielsweise werden in Bremerhaven auch Auszubildende zur Hotelfachfrau/zum Hotelfachmann gesucht.

Foto: picture alliance/dpa

Derzeit gibt es noch eine Menge freier Ausbildungsstellen. Beispielsweise werden in Bremerhaven auch Auszubildende zur Hotelfachfrau/zum Hotelfachmann gesucht.

Heute

Bremerhaven: Immer noch Chancen auf eine Lehrstelle

Dieser Sommer ist anders. „Niemand, der noch keinen Ausbildungsplatz bekommen hat, sollte sich jetzt ins Sommerloch fallen lassen“, rät Sabine Giese von der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven. Der Ausbildungsmarkt für dieses Jahr sei noch in Bewegung.

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„Einige Firmen entscheiden sich jetzt erst, Ausbildungsplätze anzubieten“, sagt Giese. Grund dafür sei die Corona-Pandemie gewesen und die damit verbundene wirtschaftliche Unsicherheit. Somit hat sich auch die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen wieder erhöht.

Noch im Juni lag die Zahl der gemeldeten Angebote um 11,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig war die Zahl der Bewerber um 5,1 Prozent gestiegen. Im Juli waren es im Land Bremen nur noch 69 Stellen (6,7 Prozent) weniger als im Vorjahr, die Zahl der Bewerber war um 63 (5,3 Prozent) höher als im Vorjahr. „In diesem Jahr setzen sich alle Beteiligten am Ausbildungsmarkt dafür ein, die Türen Richtung Ausbildung möglichst lange offen zu halten“, betont Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven.

Ziel: Ausbildungsplatz für möglichst viele

Und Giese ergänzt: „Wir arbeiten daran, dass möglichst viele junge Leute einen Ausbildungsplatz bekommen.“ Statistisch gesehen gebe es derzeit 0,8 Stellen pro Bewerber. „Das ist für unsere schwache Region ein guter Wert“, sagt die Sprecherin.

Der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit sei derzeit immer noch mit der Akquise weiterer Stellen beschäftigt, erzählt Giese. Leider gebe es auch Firmen, die ihre freien Ausbildungsstellen nicht meldeten. „Das sollten sie aber unbedingt tun. Es ist völlig kostenlos“, versichert die Agentur-Sprecherin. Zudem müssten die Unternehmen nicht befürchten, dass sie mit Bewerbern zugeschüttet würden, die nicht geeignet seien. „Wir wählen die Bewerber genau aus und schicken nur solche, die passen könnten“, sagt Giese.

Derzeit gebe es besonders viele freie Stellen im Handwerk und im Einzelhandel, aber auch in anderen Bereichen sind noch Ausbildungsplätze vorhanden. „Und wir haben auch noch überbetriebliche Angebote sowie Fort- und Weiterbildungen im Programm. Die vermitteln wir allerdings nur im Einzelgespräch“, sagt Giese.

Die derzeitige Situation bezeichnet sie als außergewöhnlich und schaut dabei auf ausgefallene Berufsorientierungstage und Messen. „Zum Glück ist es uns gelungen, den Kontakt zu den Schülern zu halten – telefonisch und auch per Video“, erzählt Giese. So seien diese nicht völlig von Informationen abgeschnitten gewesen.

Arbeitnehmerkammer fordert Ausbildungsoffensive von Betrieben und Unternehmen

Doch was sollten diejenigen jetzt tun, die noch einen Ausbildungsplatz suchen? „Sie sollten sich auf jeden Fall melden“, rät Giese. Beispielsweise bei der Berufsberatung der Jugendberufsagentur. Aber auch die kostenpflichtige Hotline der Vermittlungsaktion „Nicht ohne Ausbildungsplatz in die Ferien“ sei noch geschaltet. Dort sind Berufsberater direkt zu erreichen. Zudem verweist Giese auf die bestehenden Internetangebote und auch den neuen Instagram-Kanal. Auf den Seiten der Jugendberufsagentur findet sich unter „Ausbildung“ auch das Ausbildungsbarometer.

Die Agentur plant aber auch noch Aktionen für die Ferien. „Unter anderem wollen wir uns mit Ständen dort präsentieren, wo sich die Jugendlichen aufhalten“, verrät Giese. Diese Aktion sei derzeit in Planung und werde zeitnah angekündigt.

Unterdessen fordert die Arbeitnehmerkammer Bremen eine Ausbildungsoffensive der Betriebe und Unternehmen. „Die Arbeitgeber müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und gerade in diesen schwierigen Zeiten ihr Engagement für jetzige und kommende Auszubildende deutlich steigern“, appelliert Hauptgeschäftsführer Ingo Schierenbeck. „Dabei geht es auch um die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft. Denn ohne Ausbildung drohen uns mitten im demografischen Wandel bald die Fachkräfte auszugehen.“

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