Stefanie Ludmilla Euler zählte mit ihrem Figurentheater zu den Programmpunkten der Aktionstage auf dem Leher Pausenhof.

Stefanie Ludmilla Euler zählte mit ihrem Figurentheater zu den Programmpunkten der Aktionstage auf dem Leher Pausenhof.

Foto: Heske

Stefanie Ludmilla Euler zählte mit ihrem Figurentheater zu den Programmpunkten der Aktionstage auf dem Leher Pausenhof.

Heute

Buntes Treiben auf dem Leher Pausenhof

Eine kleine Biene erlebt zwischen anderen Insekten und den Menschen im Figurentheater von Stefanie Ludmilla Euler das kunterbunte Leben. Das Kinderstück des „Theaters allumette“ zählte ebenso zu den Angeboten auf dem Leher Pausenhof wie eine Schminkstation und die Übungen von Bamboo Movement. Bei dem Parcours-Workshop der Bewegungsschule ging es buchstäblich über Zäune und Bänke. Für Donnerstag und Freitag hatte die Quartiersmeisterei Lehe zum Abschluss des Sommerprogramms und als Dank an Akteure und Unterstützer zu Aktionstagen geladen.

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Seit einem guten Jahr kümmert sich die Quartiersmeisterei um die Koordinierung der Aktivitäten auf dem Leher Pausenhof. Ziel der Bemühungen ist die Schaffung eines vitalen Bürgerplatzes mitten im Goethequartier. Das zweitägige Fest sollte auch dazu dienen, die mittlerweile angelaufenen Angebote auf dem Platz herauszustellen. Trotz der Einschränkungen durch die Pandemie vor allem in der ersten Jahreshälfte habe die Quartiersmeisterei ein vielfältiges Programm umsetzen können, freut sich Quartiersmeisterin Miriam Gieseking.

Engagierte Nachbarn und andere Akteure hätten zur Wiederbelebung des Pausenhofs beigetragen. Zu den ehrenamtlichen Akteuren zählen zum Beispiel Bewohner des Mehrgenerationenhauses in der Goethestraße 43, die ein- bis zweimal in der Woche Spielzeug zur Nutzung auf dem Pausenhof herausgeben. „Wenn wir weitere Helfer finden, wäre so ein Spielangebot auch täglich möglich“, sagt Gieseking.

Pflanzhelfer aus der Nachbarschaft

Hochbeete und Sitzbänke wurden aus Mitteln des Programms „Wohnen in Nachbarschaften“ finanziert und von Studenten der Hochschule sowie der Werkstattschule aufgestellt und bepflanzt. Auf Initiative des Wohnprojekts Lutherstraße und der Quartiersmeisterei hatten Anwohner die vorhandenen Betonpflanzkästen auf dem Pausenhof begrünt. „Die dort gewachsenen Blumen haben den gesamten Sommer für einen Farbtupfer auf dem eher grauen Platz gesorgt“, sagt Gieseking. Im Frühjahr sei erneut eine nachbarschaftliche Pflanzaktion geplant.

Eine Umgestaltung erlebte zudem das rote Häuschen auf dem Pausenhof: Das hat einen neuen Anstrich erhalten und ist jetzt bunt. „Das Gartenbauamt hat es mit einem Wasseranschluss versorgen lassen“, berichtet die Quartiersmeisterin. Mit Unterstützung von Beschäftigungsträgern erhält das Häuschen derzeit eine Küchenausstattung. „Ab dem kommenden Frühjahr wollen wir es dazu nutzen, ein Nachbarschaftscafé anzubieten“, kündigt Gieseking an. Vereinen soll das Häuschen ebenso zur Verfügung stehen wie für Beratungsangebote. Neben dem Arbeitsförderungs-Zentrum (AFZ), das im Auftrag der Stadt die Quartiersmeisterei betreibt, habe auch die Arbeiterwohlfahrt Interesse an einer Nutzung signalisiert. So könnte in dem Häuschen eine Migrationsberatung stattfinden.

Die Akteure der Bewegungsschule Bamboo Movement animierten auf dem Pausenhof auch zu gemeinsamen Balanceakten.

Die Akteure der Bewegungsschule Bamboo Movement animierten auf dem Pausenhof auch zu gemeinsamen Balanceakten.

Foto: Heske

Kooperieren möchte die Quartiersmeisterin nicht nur mit Institutionen wie der Schule am Ernst-Reuter-Platz, die Interesse an Projekten auf dem Platz signalisiert habe, sondern auch mit Sportvereinen. „Es gibt wenig mutwilligen Vandalismus, wir merken aber, dass Kinder Angebote benötigen, um sich auszupowern“, gibt Gieseking zu bedenken. „Es ist durchaus ein Thema, dass Sachen aus Langeweile kaputt gemacht werden.“

Und: Während die Kinder sehr dankbar seien für jede Aktivität auf dem Pausenhof, hätten Erwachsene ein Trommel-, Sing- und Tanzangebot nicht angenommen. „An die Erwachsenen müssen wir uns noch herantasten“, sagt Gieseking. Sie setze dabei auf ein Sprachcafé.

Ressourcen und Finanzen

Bei der Wiederbelebung des Platzes fallen der Quartiersmeisterei die Aufgaben der Koordination und Organisation zu. Aktuell 30, im kommenden Jahr 20 Arbeitsstunden pro Woche stehen ihr dafür zur Verfügung. „Ohne ehrenamtliches Engagement geht es nicht“, betont Gieseking. „Ich glaube aber, dass über das Jahr 2022 hinaus ein hauptamtlicher Ansprechpartner für den Platz notwendig bleiben wird“, meint sie. Gleichzeitig sei aus ihrer Sicht auch künftig ein Budget sinnvoll, um Veranstaltungsakzente zu setzen.

Auch nach Ende des Sommerprogramms findet auf dem Pausenhof derweil noch Programm statt: Sofia Schneider plant auf dem Platz ein Projekt mit der in der Theo angesiedelten Jugendkunstschule. Vom 12. Oktober bis zum 12. November sorgt zudem ein sogenannter Pumptrack, ein mobiler Skater- und BMX-Parcours, auf dem Pausenhof für Fahrfreude. Finanziert wird der Pumptrack – wie das Sommerabschlussfest – über das Landesprogramm „Lebendige Quartiere“.

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