Peter Jark ist leidenschaftlicher Flieger. Zwei Jahrzehnte lang hat er den Motorsegler und Segelflug Club Bremerhaven (MSC) geleitet.

Peter Jark ist leidenschaftlicher Flieger. Zwei Jahrzehnte lang hat er den Motorsegler und Segelflug Club Bremerhaven (MSC) geleitet.

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Peter Jark ist leidenschaftlicher Flieger. Zwei Jahrzehnte lang hat er den Motorsegler und Segelflug Club Bremerhaven (MSC) geleitet.

Heute

Den Verein aus schwierigen Zeiten herausgeflogen

Eine schrumpfende Mitgliederzahl, kaum Flugschüler und tiefrote Zahlen – um den Motorsegler und Segelflug Club Bremerhaven (MSC) stand es nicht zum Besten, als Peter Jark zusammen mit drei Mitstreitern den Steuerknüppel übernahm. Davon ist heute nichts mehr zu merken. Nach 20 Jahren hat er jetzt sein Ehrenamt als Vorsitzender abgegeben – und blickt zufrieden auf die Zeit zurück.

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Das Fliegen war immer schon seine Leidenschaft, erzählt Jark: „Kein Wunder: Mein Vater war Segelflieger. Deswegen wollte ich das auch.“ Doch die reine Segelfliegerei entpuppte sich als zu zeitintensiv. „Es ist ja so, dass man mit allen Vorbereitungen einen Tag benötigt, um zwei- bis dreimal in der Luft zu sein. Das wollte auch meine Frau nicht mitmachen“, erläutert Jark.

So landete er schließlich beim Motorsegeln: „Da kann man losfliegen, wann und wohin man möchte.“ 1980 trat er in den MSC ein, den es bereits seit 1977 gibt, machte seinen Flugschein und flog mit den vereinseigenen Maschinen. Mit Vorstandsarbeit habe er zu Anfang nichts zu tun gehabt, erzählt Jark. Bis es eben um die Zukunft des Vereins gegangen sei. „Die Zahlen waren schlecht, und der Vereinsvorsitzende wollte nicht mehr weitermachen“, erinnert er sich. Da habe sich ein Team aus vier Leuten, zu dem er gehörte, vorgenommen, die Vereinsgeschicke zu übernehmen. „Am Ende wollte der bisherige Vorsitzende doch noch kurzfristig weitermachen. Deshalb gab es eine Stichwahl, die ich gewonnen habe“, erzählt Jark.

Flugzeug zum Straßenfest gebracht

Das neue Führungsquartett legte sofort los und setzte auf Öffentlichkeitsarbeit. Neben dem Kontakt zu den Medien gehörten auch Aktionen dazu. „Wir haben beispielsweise für ein Straßenfest in Wulsdorf ein Flugzeug auseinandergebaut, es vom Flugplatz Luneort dorthin gebracht und wieder zusammengesetzt. Das hat für Aufmerksamkeit gesorgt“, erinnert sich Jark. Und für Erfolg: Schnell fanden sich neue Flugschüler und auch Fluglehrer. So sei der Verein nach und nach gewachsen, sagt er. Heute sind dort 40 Aktive tätig. Dazu beigetragen hat sicherlich auch der neu eingeführte jährliche Schnuppertag am ersten Septemberwochenende mit Rundflügen.

„Es war eine sehr schöne Zeit“, sagt Jark. Seine Mitstreiter im Vorstand wechselten, er blieb. Besonders angenehm sei die Zusammenarbeit mit der Stadt Bremerhaven gewesen, betont er: „Die Stadt hat uns bei Investitionen immer mit Fördergeldern unterstützt. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Doch es gab auch einen Tiefpunkt: die Schließung des Flugplatzes Luneort. „Das war ganz bitter für uns. Vor allem wussten wir nicht, wo wir hinsollten“, sagt Jark. Das habe ihn so manche schlaflose Nacht gekostet. Als Erstes wandte sich der MSC an die Nordholzer Kollegen. „Doch die wollten keinen zweiten Verein auf ihrem Platz haben. Wir hätten dann dort eintreten müssen“, bedauert Jark. Aber die Bremerhavener wollten ihre Eigenständigkeit behalten. Auch der Flugplatz Kührstedt sei im Gespräch gewesen, doch dieser sei vor allem für Ausbildungsflüge zu klein gewesen, erzählt der scheidende MSC-Vorsitzende. „Wir haben sogar Gespräche mit Landwirten über den Kauf von Flächen für einen eigenen Flugplatz geführt.“

Die Rettung kam unerwartet – vom Weser-Luftsportverein aus Blexen. „Die haben uns angesprochen und Hilfe angeboten“, berichtet Jark. Auf einer dazugekauften Fläche am Blexer Flugplatz konnte der MSC seine Halle bauen. Doch auch das kostete Jark einige schlaflose Nächte: „Das Problem war die Statik. Letztlich haben wir allein fürs Fundament 80.000 Euro bezahlt“, erzählt er.

Gute Kooperation in Blexen

Doch das sei gut angelegtes Geld gewesen. Die Zusammenarbeit mit den Blexern sei hervorragend, mittlerweile gebe es viele gemeinsame Aktivitäten, und auch die Flugzeuge würden gemeinsam genutzt. Geplant sei es, einen Dachverein zu gründen, in dem beide Vereine zusammengefasst würden. Aber: „Wir bleiben immer ein Bremerhavener Verein und behalten unsere Identität“, sagt Jark.

Die Entscheidung, nach 20 Jahren als Vorsitzender aufzuhören ist ihm nicht leicht gefallen. „Aber ich bin mittlerweile 74 Jahre alt. Ich denke, jetzt müssen mal jüngere Leute ran mit frischen Ideen“, betont er. Und es sei eine gute Zeit aufzuhören: „Der Verein läuft, und wir schreiben schwarze Zahlen“, sagt. Da könne man zufrieden aus dem Amt scheiden.

Zwar habe die Suche nach Nachfolgern ein Jahr gedauert, aber es habe sich nach etlichen Gesprächen ein neues Zweiergespann gefunden. „Heute ist es leider schwierig geworden, Nachfolger für Ehrenämter zu finden“, bedauert Jark. Junge Leute scheuten oft die Verantwortung. Er könne aber nur jeden ermutigen, ein Ehrenamt zu übernehmen. „Ich würde es wieder tun“, betont er. Fliegen wird er übrigens auch weiterhin in seinem Verein.

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