Küchenabfälle und Grünschnitt sind Beispiele dafür, was in die Biotonne gehört.

Küchenabfälle und Grünschnitt sind Beispiele dafür, was in die Biotonne gehört.

Foto: picture alliance / dpa

Küchenabfälle und Grünschnitt sind Beispiele dafür, was in die Biotonne gehört.

Heute

Die Biotonne kommt gut an im Kreis Cuxhaven

Seit Januar 2021 gehört sie im Kreis Cuxhaven zum Straßenbild dazu: die Biotonne mit dem braunen Deckel. Sie hat sich in einem Jahr zu einem Erfolgsmodell entwickelt: „Mit dieser sehr guten Akzeptanz haben wir nicht gerechnet und freuen uns sehr darüber“, sagt Stephanie Bachmann von der Pressestelle des Kreises.

Kreis-Icon-Nordstern

In den rund 42.000 Biotonnen im Kreis Cuxhaven – ohne die Stadt Cuxhaven, die ihre Abfallverwertung eigenständig organisiert – wurden im vergangenen Jahr eine Menge von rund 12000 Tonnen an Bioabfall gesammelt. 1500 Tonnen mehr als prognostiziert. Deswegen werde die Dimensionierung der zukünftigen Entsorgungsanlage angepasst. „Aus dem Verhalten der Landkreisbewohner lässt sich schließen, dass die Biotonne von der Bevölkerung gewünscht wird und zudem das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt“, meint Bachmann.

Befreiungsantrag gestellt

Immerhin 78 Prozent der Haushalte im Landkreis haben eine Biotonne. Der Rest hat einen Befreiungsantrag gestellt und kompostiert selber. „Die Anzahl der Bürger, die zumindest teilweise selbst kompostieren, ist aber wahrscheinlich höher, da viele die Biotonne und parallel dazu den eigenen Komposthaufen nutzen“, vermutet Bachmann.

Dieses Jahr besteht wieder die Möglichkeit, einen Befreiungsantrag zu stellen – oder eine größere Tonne anzufordern. Denn es gebe Bewegungen in beide Richtungen, berichtet die Landkreissprecherin: „Es gibt Haushalte, die die Tonne wieder abbestellen und damit versichern, dass selbst kompostiert wird. Es ist aber auch die Tendenz zu größeren Biotonnen erkennbar.“ So waren 75 Prozent der ursprünglich ausgelieferten Tonnen in der Größe 60 Liter. Doch das habe sich für einige Benutzer als zu klein erwiesen, meint Bachmann mit Blick auf Nachbarlandkreise, in denen 120 und 240 Liter die bevorzugten Tonnengrößen darstellen.

Gute Qualität des Bioabfalls

Die Einführung der Biotonne hat sich auch auf die Restmüllmenge ausgewirkt. Die sank nämlich um rund 18 Prozent von 35.000 Tonnen auf 29.000 Tonnen. 8000 der rund 64000 Haushalte haben die Restmüllabfuhr von vierwöchentlich auf 14-tägig umgestellt, häufig seien aber auch kleinere Restmülltonnen gewählt worden, weiß Bachmann.

Der Kreis hat aber noch einen Effekt beobachtet: „Es zeigt sich auch, dass mehr Bioabfall gesammelt wurde, als es dem Rückgang der Restmüllmenge entspricht. Das deutet darauf hin, dass viele Bürger beispielsweise Gartenabfälle, die vorher kompostiert oder zu Annahmestellen gebracht wurden, nun über die Biotonne entsorgen.“ Dies sei aber ein erwarteter Effekt, der sich auch in anderen Kreisen nach Einführung der Biotonne gezeigt habe.

Dabei ist der Kreis mit der Qualität der gesammelten Bioabfälle sehr zufrieden. So sei der sogenannte Störanteil, also Stoffe wie Plastik, die nicht in die Tonne gehören, sehr gering, sagt Bachmann und appelliert an die Kreisbewohner, auch weiterhin so verantwortungsbewusst zu handeln: „Plastik im Bioabfall bedeutet Plastik im Kompost, und dies bedeutet Plastik auf unseren landwirtschaftlichen Flächen.“ Auch biologisch abbaubare Plastiktüten gehörten nicht in die Biotonne.

Falsch befüllte Tonnen werden nicht geleert

Die Tonnen werden übrigens auch vor der Entleerung geprüft. Falsch befüllte Tonnen würden registriert und blieben stehen, betont Bachmann. Die Besitzer würden angeschrieben und beraten – ein Verfahren, das sich bewährt habe. „In einigen wenigen Fällen musste aber auch schon ein Bußgeld verhängt werden“, bedauert die Landkreis-Sprecherin. Sollte sich das Verhalten nicht ändern, könne auch die Tonne eingezogen und ein höheres Restmüllvolumen veranschlagt werden. Das sei aber erfreulicherweise bisher nicht vorgekommen.

Der Kreis will im Frühjahr den Bioabfall auch noch einmal extern untersuchen lassen, um nähere und eindeutige Informationen über Qualität und Zusammensetzung zu erfahren.

„Grundsätzlich kommen die Bürger mit der Biotonne gut zurecht“, sagt Bachmann. Im Sommer habe es vereinzelt Beschwerden wegen der Geruchsbildung gegeben, zu Problemen bei Frost habe der Kreis Tipps auf die Homepage gestellt. Gelegentlich werde auch der Wunsch nach einer Tonnenreinigung geäußert. „Um diesen Bedarf zu decken gibt es mittlerweile Angebote zur Reinigung aus der freien Wirtschaft an die Nutzer“, berichtet die Sprecherin.

Kreis Icon Seepferdchen
Über den Autor
nach Oben